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DAX-Aktien: Haben ProSieben, Infineon und Continental wirklich das beste Management?

Foto: Getty Images.

Ende Dezember erschien auf der Homepage des manager magazins ein interessanter Artikel über die Vorstandsvorsitzenden aller DAX-Konzerne. Darin wird Leistung der CEOs an der Performance des Aktienkurses während deren Amtszeit gemessen.

Welche drei Vorstandsvorsitzenden auf den ersten drei Plätzen gelandet sind und ob das wirklich bedeutet, dass diese Unternehmen über ein herausragendes Management verfügen, erfährst du, wenn du weiterliest!

Rang 3: Elmar Degenhart (Continental)

Elmar Degenhart ist seit August 2009 Vorstandsvorsitzender bei Continental (WKN:543900). Seitdem stieg der Aktienkurs um durchschnittlich 33 % pro Jahr, eine beeindruckende Leistung, die ihn auf Platz 3 des Rankings gehievt hat. Aber gibt es noch mehr Anzeichen, dass Degenhart ein außergewöhnlich guter Manager ist?

Ein guter Manager ist für mich ein Manager, der langfristig denkt und handelt. Dass Degenhart nun schon seit fast acht Jahren an der Spitze von Continental steht, lässt vermuten, dass er seine Aufgabe auf jeden Fall als langfristiges Engagement betrachtet, was ich sehr positiv bewerte.

Auch weiß er, dass motivierte Mitarbeiter enorm wichtig für den langfristigen Erfolg sind, insbesondere in der Technik-Branche. So bewerteten die Mitarbeiter von Continental ihr Unternehmen im Karriereportal Glassdoor mit durchschnittlich 4,0 von 5,0 möglichen Punkten, was ein sehr ordentlicher Wert ist. Ein Zeichen, dass Degenhart ein Arbeitsumfeld geschaffen hat, in dem seine Angestellten gerne arbeiten. Und ein Zeichen, dass Degenhart eben langfristig denkt und handelt.

Zusätzlich zur langfristigen Denkweise sollte ein CEO natürlich wissen, auf was es in der Branche, in dem sein Unternehmen tätig ist, ankommt. Ich glaube, dass Degenhart absoluter Fachmann im Automotive-Bereich ist. Denn bereits seit 1987 arbeitet er ununterbrochen in diesem Umfeld. Vom Fraunhofer-Institut über die Robert Bosch GmbH und Schaeffler bis hin zu Continental, Degenhart bringt eine Menge Erfahrung aus dem Automotive-Segment mit!

Es deutet also vieles darauf hin, dass Degenhart ein Top-Manager ist und die starke Entwicklung der Continental-Aktie kein Produkt des Zufalls war!

Rang 2: Reinhard Ploss (Infineon)

Eine minimal bessere Performance als Degenhart schaffte Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon (WKN:623100). Seit seinem Amtsantritt legte die Aktie des Münchener Chipherstellers durchschnittlich 35 % pro Jahr zu, was ihm Platz 2 ihm Ranking einbringt. Wie bei Degenhart wollen wir nun auch bei Ploss überprüfen, ob mehr als nur Glück hinter dem Erfolg von Infineon steckt.

Reinhard Ploss gehört schon fast zum Inventar bei Infineon, so lange hält er dem Unternehmen bereits die Treue. Er begann seine Karriere im Jahre 1986 bei Infineon, damals war das Unternehmen noch Teil von Siemens. Anschließend war er als Führungskraft in verschiedenen Bereichen tätig, alle mit dem Schwerpunkt Halbleitertechnik.

So kann man mit Fug und Recht behaupten: Ploss kennt sein Unternehmen wie seine Westentaschen, Gleiches dürfte für die Chipbranche gelten. Er verfügt daher meiner Meinung nach über genügend Fachkenntnisse, was eine wichtige Voraussetzung ist, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Außerdem sieht er seine Aufgabe als langfristiges Engagement, dass belegt die mehr als 30-jährige Firmenzugehörigkeit.

Auch sein Umgang mit den Mitarbeitern deutet auf eine langfristig ausgelegte Unternehmenspolitik hin. So erhielt Infineon starke 4,1 Punkte im bereits erwähnten Glassdoor-Ranking. Auch dieser Punkt deutet also darauf hin, dass Ploss ein langfristig denkender CEO ist.

Auch bei Ploss scheint also ein ähnliches Schema hinter dem herausragenden Erfolg seines Unternehmens zu stecken wie bei Degenhart: Langfristiges Engagement, jede Menge Know-how und motivierte Mitarbeiter sind wichtige Eigenschaften auf dem Weg zum langfristigen Erfolg eines Unternehmens! Lass uns nun einen Blick auf den Spitzenreiter werfen.

Rang 1: Thomas Ebeling (ProSiebenSat.1 Media SE)

Etwas überraschend heißt der DAX-Vorstand mit der besten Aktienperformance Thomas Ebeling, CEO bei der ProSiebenSat.1 Media SE (WKN:PSM777). Seit seinem Amtsantritt legte der Aktienkurs der ProSieben-Aktie durchschnittliche 50 % pro Jahr zu, eine wirklich herausragende Performance!

Im Gegensatz zu den beiden oben genannten CEOs konnte man Ebeling zu Beginn seiner Amtszeit als Vorstand bei ProSieben im Jahr 2009 wahrlich nicht als Kenner seiner Branche bezeichnen. Er hatte bei seinen vorherigen Tätigkeiten nämlich rein gar nichts mit Fernsehen oder Internet zu tun.

Er begann seine Laufbahn beim Zigarettenhersteller Reemtsma, wechselte dann zu PepsiCo, also in die Getränke- und Snackindustrie, um dann ins Pharmageschäft bei Novartis einzusteigen. Anschließend erfolgte dann der Sprung an die Spitze des ProSieben-Imperiums. Er war seinen Unternehmen also weder besonders lange treu, noch verfügte er zu Beginn seiner Tätigkeiten über nennenswerte Marktkenntnisse.

Und auch der Umgang mit den Mitarbeitern spricht nicht gerade für einen langfristigen Führungsstil. So wird ProSieben von seinen Mitarbeitern auf Glassdoor gerade mal mit 3,7 bewertet, ein eher durchschnittlicher Wert. Die genannten Fakten scheinen also nicht unbedingt auf einen Muster-CEO à la Degenhart oder Ploss hinzudeuten.

Ich halte Ebeling trotzdem für einen hervorragenden CEO. Denn nicht nur bei ProSieben sprechen die Zahlen eine klare Sprache. Auch bei Novartis konnte er große Erfolge feiern. So hat sich während seiner 7-jährigen Vorstandstätigkeit der Umsatz des Schweizer Pharmakonzerns mehr als verdoppelt.

Ich denke, Ebeling ist ein Manager der Marke „Veni, vidi, vici“, also er kam, sah und siegte. Solch eine Entwicklung vorherzusehen, zumindest am Beginn einer Laufbahn, dürfte für uns Anleger beinahe unmöglich sein. Allerdings: Sollte er in einem anderem börsennotierten Unternehmen als CEO anfangen, werde ich mir diese Aktie definitiv genauer anschauen!

Mein Fazit zum Ranking

Ein gutes Management ist vielleicht einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Aktie. Dies zu erkennen ist allerdings gar nicht so leicht, das zeigt das Beispiel Thomas Ebeling. Aber: Insbesondere bei Technik-Unternehmen kann ein Blick auf die bisherigen Tätigkeiten, die Firmenzugehörigkeit und die Mitarbeiterzufriedenheit dabei helfen, die langfristige Ausrichtung des Managements zu überprüfen.

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Continental und der ProSiebenSat.1 Media SE. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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