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ProSiebenSat.1 Media: Großinvestor Mediaset macht Druck – allerdings (noch) nicht bei der Übernahme!

Bildquelle: Copyright by ProSiebenSat.1 Media

Die Aktie von ProSiebenSat.1 Media (WKN: PSM777) hat in den letzten Wochen und Monaten wieder ordentlich Boden gutgemacht. Derzeit notieren die Anteilsscheine auf einem Aktienkursniveau von 12,40 Euro (05.06.2020, maßgeblich für alle aktuellen Kurse). Seit dem Tiefpunkt des Corona-Crash bei 5,77 Euro ist die Aktie inzwischen wieder um 114 % gestiegen. Ein steiles Kursplus für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum.

Auch das Interesse von Großaktionären mag zu dieser starken Performance beigetragen haben. Insbesondere dass Mediaset den eigenen Anteil zuletzt deutlich aufgestockt hat und rund 25 % der Anteile mittel- oder unmittelbar hält, hat ein solches Szenario befeuert.

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Jetzt zeichnet sich eine weitere Wendung im Kontext der Großaktionäre ab. Denn vor allem Mediaset erhöht den Druck auf das Management von ProSiebenSat.1 Media. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Investoren wissen sollten.

Vision gefordert, keine Übernahme!

Um es an dieser Stelle kurz zu machen: Das Management von Mediaset hat erklärt, dass eine komplette Übernahme von ProSiebenSat.1 Media gegenwärtig keine Option sei. Was das heißt und was das „gegenwärtig“ im Wortlaut der Erklärung heißt, dürfte die Investoren beschäftigen. Erst einmal dürfte ProSiebenSat.1 Media eigenständig bleiben.

Marco Giordani, der derzeitige Finanzchef von Mediaset, hat dennoch den Druck auf den angeschlagenen Medienkonzern erhöht. Das Unternehmen habe in den letzten Jahren bloß versucht zu überleben, ohne eine konkrete Vision für das TV-Geschäft zu haben. Dadurch habe der Erfolg gelitten und man habe Marktanteile an Wettbewerber verloren, so sinngemäß der Tenor der Kritik.

Das Management sei daher in der Pflicht, den Aktionären eine Wachstumsstrategie vorzulegen. Allerdings sehe man diese momentan noch nicht, so der Großinvestor weiter. Das wiederum führe ebenfalls dazu, dass das Unternehmen schrumpft.

Die Absicht hinter dieser Kritik scheint einerseits sehr klar zu sein: Mediaset wird natürlich wollen, dass ProSiebenSat.1 Media als inzwischen größere Beteiligung operativ erfolgreich ist. Aus der Kritik könnte allerdings vermutlich auch herausgekitzelt werden können, dass man als Großinvestor eine Zusammenarbeit forcieren möchte. Eine klare Wachstumsstrategie könnte schließlich mit einer Kooperation auf europäischer Ebene einhergehen. Etwas, das Mediaset bereits seit einigen Monaten haben will. Wohingegen das Management von ProSiebenSat.1 Media bislang stets betont hat, dass man lieber den eigenen Weg gehen wolle.

Zweifellos: An der Kritik ist etwas dran

Doch auch abseits dieser Beweggründe sollten Investoren über die mahnenden Worte nachdenken. Unterm Strich könnte ein nicht unerheblicher Teil dieser Kritik wahr sein: ProSiebenSat.1 Media hat in den letzten Jahren viel versucht, viele Marktanteile speziell im klassischen TV an Streamer verloren. Eine klare Vision ist zuletzt nicht erkennbar gewesen. Auch weil es Wechsel in Spitzenpositionen gegeben hat.

Mittel- bis langfristig sollten Investoren daher durchaus fragen: Wo will ProSiebenSat.1 Media eigentlich hin? Wird das klassische Fernsehen die Zukunft sein? Wird Joyn den nachhaltigen Markteintritt im Streaming-Markt ermöglichen? Besitzt Joyn genügend Fokus? Wird das Angebot jemals lukrativ? All das sind Fragen, die derzeit über Erfolg und Misserfolg entscheiden könnten.

Die Kritik von Mediaset als plakativ und suggestiv abzutun, könnte daher im Endeffekt ein kleines bisschen zu kurz gedacht sein. Keine Frage: Die Aussagen könnten mit einer gewissen Absicht verknüpft sein. Die Inhalte und die Zukunftsvision sind hier allerdings wirklich schwer erkennbar.

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