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Infineon beugt sich US-Vorgaben und stellt teilweise die Lieferungen an Huawei ein: Das müssen Investoren jetzt wissen

Diese Meldung kam an der Börse überhaupt nicht gut an. Doch der Reihe nach. Angefangen hat es damit, dass die Firma Huawei letzte Woche von den USA auf die sogenannte Handels-Blacklist gesetzt wurde. Das bedeutet im Klartext, dass Huawei und noch 70 andere mit dem Konzern verbundene Unternehmen ab jetzt eine Erlaubnis der US-Regierung benötigen, wenn sie Komponenten von US-Unternehmen einkaufen wollen.

Und diese Angelegenheit schlägt jetzt sogar bis in deutsche Unternehmen durch. Heute, am 20.05.2019, wurde bekannt, dass auch unser Halbleiterhersteller Infineon (WKN:623100) davon betroffen ist. Es wurde gemeldet, dass der Konzern keine Chips mehr an Huawei ausliefere, in denen Technik aus den USA verbaut ist. Es sei nur eine Vorsichtsmaßnahme von Infineon, sagte ein Insider. Doch für das Unternehmen kam die Meldung zur Unzeit, da man derzeit schon generell mit einem nervösen Marktumfeld zu kämpfen hat.

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Infineon-Aktie auf diese Nachricht mit einem Kursrücksetzer reagierte. Machen wir uns einmal Foolishe Gedanken in dieser Sache und schauen, wie schlimm die Lage für den Konzern wirklich ist.

Die Angelegenheit ist brisant

US-Präsident Donald Trump lässt wieder einmal die Muskeln spielen. Er hat den Weg freigemacht, der es ermöglichte, Huawei auf die Handels-Blacklist zu setzen, indem er einen nationalen Notstand in der Telekommunikation ausgerufen hat. Das chinesische Unternehmen wird von den US-Behörden verdächtigt, für China zu spionieren, und zwar im Zuge seiner unternehmerischen Tätigkeit. Es wurden dafür aber bislang noch keine Beweise vorgelegt.

Infineon musste daraufhin handeln, da in vielen Chips Technik aus den USA steckt. Aus Finanzkreisen heißt es, dass der Chiphersteller keine Produkte mehr an Huawei liefere, die in den USA hergestellt wurden. Dieser Schritt macht Compliance-Vorgaben notwendig, nachdem die USA Huawei auf die schwarze Liste gesetzt haben.

Falsch sei hingegen die Aussage, Infineon habe alle Lieferungen an Huawei ausgesetzt. Dies wurde nämlich von der Zeitung „Nikkei Asien Review“ berichtet. Richtig ist hier, dass der größte Teil der von Infineon für Huawei produzierten Produkte nicht den gesetzlichen Beschränkungen der US-Exportkontrolle unterliegen. Und diese Lieferungen werden einem Infineon-Sprecher zufolge auch weiter fortgesetzt.

Und was macht die Aktie von Infineon?

Die Nachricht über den teilweisen Stopp der Lieferungen an Huawei zog die Aktie von Infineon kräftig nach unten. Das Papier verlor 4,8 %, und notiert derzeit mit 17,11 Euro (20.05.2019) ungefähr wieder auf dem Stand vom Jahresanfang. Aber auch andere Halbleiterhersteller wie zum Beispiel STMicroelectronics (WKN:893438) oder Qualcomm (WKN:883121) wurden mit nach unten gezogen und mussten Kursabschläge hinnehmen.

Bei Infineon war die Nachrichtenlage in letzter Zeit nicht wirklich positiv. Auch das war vermutlich ein Grund, warum die Aktie sofort negativ reagierte. Aber wird die Angelegenheit mit Huawei den Konzern wirklich nachhaltig belasten? Infineon liefert an den chinesischen Konzern unter anderem Mikrocontroller und Schaltkreise für die Stromversorgung.

Doch mit Huawei erwirtschaftet Infineon nur rund 100 Mio. USD Umsatz im Jahr, und der Konzern sieht seine Lieferbeziehungen zu dem Konzern aus China durch die Exportbeschränkungen der USA auch kaum beeinträchtigt. Im Ausblick für das Gesamtjahr erwartet Infineon einen Gesamtumsatz von circa 8,0 Mrd. Euro. Da sind die 100 Mio. USD Umsatz, die man insgesamt mit Huawei generiert, doch eher ein recht kleiner Beitrag am Gesamtergebnis.

Ich denke, man kann davon ausgehen, dass der Huawei-Boykott nicht allzu viel Auswirkungen auf die Infineon-Aktie haben wird. Der Schaden für das Unternehmen dürfte sich in Grenzen halten und interessierte Anleger können die Aktie ja nach dem Kursrutsch durchaus mal auf ihre Beobachtungsliste setzen.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Qualcomm. Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien.