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Die besten Aktien der Welt – die 3 Erfolgsgeheimnisse der Adidas-Aktie

Es gibt Unternehmen, deren Erfolgsgeschichten derart beeindruckend sind, dass man sie sich unbedingt genauer anschauen sollte. Selbst dann, wenn das Unternehmen nicht auf der eigenen Watchlist steht.

Bei Adidas (WKN:A1EWWW) handelt es sich um solch ein Unternehmen.

Anhand solcher Erfolgsgeschichten finden wir heraus, auf welche Kriterien wir achten müssen, wenn wir die nächste Kursrakete aufspüren wollen. Genau so eine Kursrakete war Adidas in den letzten Jahrzehnten: Seit 1996 konnte die Adidas-Aktie um über 1.200 % zulegen.

Der Grundstein für diesen Erfolg wurde in meinen Augen aber schon viele Jahrzehnte vorher gelegt – nämlich von Adidas-Mitbegründer Adi Dassler.

Welche drei Faktoren in meinen Augen für die Erfolgsgeschichte von Adidas verantwortlich waren, erfährst du, wenn du weiterliest!

(Viele der nachfolgenden Ereignisse und Informationen stammen aus dem Film „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“ – diese habe ich ungeprüft übernommen. Den Film kann ich jedem Anleger übrigens wärmstens empfehlen.)

Erfolgsgeheimnis 1: Die Produktversessenheit von Adi Dassler

Die ersten Schritte unternahm Adi Dassler gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf. Während Rudolf für Vertrieb und Marketing verantwortlich war, galt Adis volle Aufmerksamkeit den Produkten: Sportschuhe, hauptsächlich für Leichtathletik und Fußball! Doch er wollte nicht irgendwelche Sportschuhe herstellen, er wollte für jede Sportart den perfekten Schuh entwickeln.

Um den eigenen Erwartungen gerecht zu werden, ging er sogar Jahre nach der erfolgreichen Firmengründung noch einmal in die Lehre – zu einem der besten Leistenmacher der damaligen Zeit. Und das mitten in einer Wirtschaftskrise! Adi Dassler war so versessen darauf, den besten Schuh zu entwickeln, dass er als erfolgreicher Geschäftsführer – mitten in einer Wirtschaftskrise – sein Unternehmen verließ, um eine Lehre anzufangen!

Das nenne ich Produktfokussierung – heute wäre so etwas wohl undenkbar.

Schnell war Dassler klar, dass es keine bessere Werbung für seine Schuhe geben würde, als wenn sie erfolgreiche Sportler trugen. So waren die Olympischen Spiele die beste Werbefläche, die es für das junge Unternehmen damals gab. Doch für Dassler ging es nicht darum, einen Standardschuh unters Sportlervolk zu werfen – nein, jeder Sportler sollte bei der Olympiade einen auf ihn abgestimmten Schuh tragen.

Als er seinem Sohn die Betreuung der Athleten bei den Spielen in Melbourne übertrug, dieser sie aber zugunsten von höheren Absatzzahlen vernachlässigte, versetzte Adi Dassler ihn nach Frankreich – eine Strafversetzung. Auch hier ist der Produktfokus von Dassler klar erkennbar.

Diese Leidenschaft dürfte vor allem auf der Tatsache beruhen, dass Dassler selbst begeisterter Sportler war. Ohne diese Begeisterung – davon bin ich überzeugt – wäre Adidas nicht das geworden, was es heute ist.

Das erste Erfolgsgeheimnis von Adidas ist meiner Meinung nach also der leidenschaftliche Produktfokus von Firmengründer Adi Dassler.

Anmerkung: Wer sich ein bisschen mit der Geschichte von Apple beschäftigt, der wird hier einige Ähnlichkeiten feststellen.

Erfolgsgeheimnis 2: Think Big – große Visionen

Wie im ersten Punkt bereits angedeutet, waren die Dassler-Brüder von Beginn an überzeugt, dass man für herausragende sportliche Ergebnisse das perfekte Schuhwerk benötigte – und zwar auf der ganzen Welt!

Sie hätten sicher auch ein angenehmes Leben gehabt, wenn sie sich auf Bayern, vielleicht auf Deutschland beschränkt hätten. Doch von Beginn an war es das Ziel, Sportlern in allen Sportarten auf der ganzen Welt das perfekte Schuhwerk zur Verfügung zu stellen.

Ich glaube, ohne diese Vision – dieses große Ziel – vor Augen wäre Adidas nie zu dem geworden, was es heute ist! Denn wie in vielen anderen Bereichen gilt auch im Unternehmertum: Nur wer große Ziele und eine klare Vision hat, der kann Großes erreichen.

Alle anderen laufen Gefahr, vom Weg abzukommen, sich von kurzfristigen Zielen ablenken zu lassen oder sich darauf zu fokussieren, das Erreichte zu verwalten. Erfolgsgeheimnis Nummer zwei von Adidas lautet also: Denke groß und hab eine Vision!

Erfolgsgeheimnis 3: Wettbewerbsvorteil starke Marke

Wie bereits angeschnitten, haben die Dasslers bereits früh erkannt, welche positiven Effekte es für Umsatz und Gewinn hat, wenn die besten Sportler der Welt mit ihren Schuhen große Triumphe feiern.

So gewann Jesse Owens im Jahr 1936 in den Schuhen der Gebrüder Dassler viermal Gold bei den olympischen Spielen in Berlin. Es war übrigens ein ziemlich gewagter Schachzug der Dasslers, einen dunkelhäutigen Athleten im damaligen Nazi-Deutschland auszurüsten – der aber ebenfalls zeigt, dass für sie nur das Produkt und das Unternehmen zählte, keine politischen Ideologien.

Auch beim „Wunder von Bern“ hatte Adi Dassler seine Finger im Spiel – oder besser gesagt seine Stollen. Nachdem sein Bruder und dessen Unternehmen Puma (nach dem Zweiten Weltkrieg trennten sie das Unternehmen in zwei eigenständige Gesellschaften auf – Adidas und Puma) die Zusammenarbeit mit Nationaltrainer Sepp Herberger aufgrund finanzieller Unstimmigkeiten beendeten, sattelte die deutsche Elf auf Adidas um und wurde völlig überraschend Fußballweltmeister.

Schön für Deutschland – und ein Segen für das Image von Adidas!

Diese Auflistung könnte man beliebig fortführen, beispielsweise fand der Boxkampf des Jahrhunderts – Muhammad Ali gegen Joe Frazier 1971 – in Adidas-Stiefeln statt. Was ich dir damit sagen will: Adidas hat perfektes Marketing betrieben bereits zu einer Zeit, als es diesen Begriff hierzulande vermutlich noch nicht einmal gab.

Das Resultat: Adidas gehört heute zu den wertvollsten Marken der Welt, beinahe jeder kennt das Unternehmen und seine Produkte und es wird weltweit für seine Qualität geschätzt. Der Wettbewerbsvorteil, den Adidas daraus zieht: Schuhe – oder Bekleidung im Allgemeinen – werden vor allem über ihr Image und ihre Bekanntheit verkauft – und Adidas genießt ein hervorragendes Image und verfügt über eine enorme Bekanntheit!

Hätte Adidas diesen Zusammenhang nicht frühzeitig erkannt, dann wäre das Unternehmen nicht da, wo es heute steht – und die Aktie hätte ihren Anlegern nicht diese phänomenale Rendite beschert.

Was Investoren daraus lernen können

Aus der Erfolgsgeschichte von Adidas können wir Privatinvestoren die folgenden Learnings mitnehmen:

  • Das Management ist einer wichtigsten Faktoren – beschäftige dich ausführlich mit ihm!
  • Außergewöhnliche Renditen erfordern aussergewöhnliche Produkte – lerne die Produkte wirklich zu verstehen!
  • Unternehmen ohne klare Visionen und Ziele werden niemals Großes erreichen – schau dir die Vision daher genau an!
  • Warren Buffett predigt es immer wieder: Schau auf die Wettbewerbsvorteile – hör auf den Mann! Er weiß, was er tut.

Der eine oder andere wird sich nun vielleicht denken: Schön und gut – aber wie um Himmels willen soll ich bitte herausfinden, ob diese Faktoren auf das Management eines Unternehmens zutreffen oder nicht? Ich kann da ja nicht einfach anrufen!

Nun, das stimmt zum Teil natürlich – der CEO wird wahrscheinlich weder mit dir noch mit mir einen Kaffee trinken gehen und über die oben genannten Punkte sprechen. ABER: Heutzutage kannst du dir Interviews und Briefe an die Aktionäre der CEOs durchlesen, du kannst Berichte in Wirtschaftsmagazinen studieren oder du schaust einfach mal nach YouTube-Videos mit den entsprechenden Vorständen.

Das alles wird uns niemals 100%ige Sicherheit geben – aber tendenziell lässt sich hier durchaus erkennen, wie das Management eines Unternehmens tickt. Wenn es dir also ernst ist mit der nächsten Kursrakete, dann schau dir das Management besonders genau an!

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.