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Infineon-Investoren aufgepasst: Darum ist die Aktie für mich kein Kauf

Vor Kurzem habe ich den deutschen Halbleiterhersteller Infineon (WKN: 623100) analysiert, um herauszufinden, ob das Unternehmen in mein Depot passen könnte. Infineon entwickelt Halbleiterprodukte unter anderem für Autos, Industrieanwendungen, Haushaltsgeräte und Speicherchips, was für mich schon mal sehr vernünftig und zukunftsweisend klang.

Im Jahresbericht von Infineon fand ich überzeugende Gründe für die Aktie, auf die ich am Ende noch eingehen werde. Doch im Strategieteil des Jahresberichts ist mir ein Kommentar negativ aufgefallen, der meine Einstellung zur Infineon-Aktie schlagartig geändert hat.

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Was war es?

Neben verschiedenen Äußerungen zur Sicherung der Marktposition und zur Erweiterung des Geschäfts auf angrenzende Geschäftsbereiche findet sich dort auch ein Absatz über Infineons Übernahmestrategie – und die halte ich für gefährlich. Im Prinzip sagt Infineon, dass es nur solche Unternehmen übernehmen wolle, die

  • das Gesamtergebnis steigern,
  • zum Margenziel von 17 % beitragen,
  • mindestens ihre Kapitalkosten verdienen.

Das mag eine ausgesprochen gesunde Strategie sein, wenn es darum geht, seine Marktposition zu festigen, seine Margen zu erhöhen und somit die Profitabilität zu verbessern. Doch richtet man auf diese Art ein Unternehmen für die Zukunft aus? Ich denke nicht.

Warum nicht?

Die Halbleiterbranche ist eine sich schnell wandelnde Branche (wie Infineon im Übrigen selbst im Risiko- und Chancenbericht festhält), und daher ist es für Unternehmen in dieser Branche unfassbar wichtig, stets auf der Höhe der Zeit zu sein. Ansonsten läuft man Gefahr, von seinen Wettbewerbern abgehängt zu werden und auf einmal keine guten Produkte mehr anzubieten. So weit, so klar.

Hierfür verfolgen die meisten Unternehmen zwei Ansätze: Sie unterhalten einerseits eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die neue Innovationen hervorbringen soll. Eine andere Möglichkeit ist der Zukauf von jungen Unternehmen, die ihrerseits interessante Produkte entwickeln. Da kann eine Übernahme auch lohnend sein, wenn das zu übernehmende Unternehmen bisher noch kein oder nur wenig Geld verdient. Immerhin sichert man sich den Zugang zu einer tollen Technologie, was ein Wettbewerbsvorteil werden könnte!

Infineon jedoch schließt alle defizitären und nur leicht profitablen Unternehmen kategorisch aus. Auf diese Art läuft das Unternehmen Gefahr, sich sinnvolle Übernahmemöglichkeiten entgehen zu lassen und diese an die Konkurrenz abzugeben. Aber hey, wenigstens verbessern sich die Ergebniskennzahlen!

Dieser alleinige Fokus auf Profitabilität und Rentabilität der zu übernehmenden Unternehmen ist es, der mich von einer Investition in Infineon abhält. Du magst mich kleinlich nennen. Doch ich versuche, nur die allerbesten Unternehmen in mein Depot aufzunehmen. Und ein Unternehmen, das kurzfristige Margenergebnisse über langfristige Technologieführerschaft stellt, zählt für mich nicht zu den allerbesten.

Was spricht für Infineon?

Natürlich ist an Infineon nicht alles schlecht. Das Unternehmen verfügt über ein gut diversifiziertes Produktportfolio, profitiert von mehreren Megatrends unserer Zeit und ist in einigen seiner Geschäftsfelder Marktführer.

Zudem ist das Unternehmen finanziell solide aufgestellt: Das Unternehmen ist zu gut 59 % mit Eigenkapital finanziert, zudem sind die liquiden Mittel um 16,5 % höher als die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Auch die Tatsache, dass Infineon einen ordentlichen freien Cashflow erzielt und diesen zum Beispiel für Schuldentilgungen nutzt, gefällt mir sehr gut.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Bewertung der Aktie: Auf Basis des Schlusskurses vom 28. November 2018 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aktuell bei 18,8. Das ist zwar kein klassisches Value-KGV-Schnäppchen, allerdings muss man die gute Marktstellung und die solide finanzielle Aufstellung im Auge behalten. Außerdem darf man nicht vergessen, dass das Unternehmen Umsatz und Ergebnis langfristig um 9 % im Jahr steigern möchte.

Für Investoren, die im Halbleiterbereich nach einem gut aufgestellten Unternehmen suchen, das nicht zu teuer bewertet ist, könnte die Infineon-Aktie ein guter Anlaufpunkt sein. Aufgrund der anfangs angesprochenen Problematik werde ich aber die Finger von Infineon lassen.

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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