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Adidas kauft bei hohem KGV eigene Aktien zurück – wenn das mal gut geht

Quelle: Matt Koppenheffer

Wer die Zukunft von adidas (WKN:A1EWWW) sehr bullish sieht, kann natürlich der Meinung sein, dass der jüngste Kurssturz eine gute Kaufgelegenheit darstellt. Somit wäre es auch nicht abwegig, wenn der Sportartikelhersteller zu aktuellen Kursen eigene Aktien zurückkauft.

Ein Blick auf die hohe Bewertung der adidas-Aktie lässt das neue Aktienrückkaufprogramm aber wie einen potentiellen Wertvernichter aussehen. Dieser Zahlen sollten sich Anleger bewusst sein.

So sieht das Aktienrückkaufprogramm aus

In den USA sind Aktienrückkaufprogramme schon länger in Mode, aber auch in Deutschland finden immer mehr Unternehmen Gefallen an ihnen. So hat auch adidas unter seinem neuen CEO Kasper Rorsted den Fokus verstärkt auf den Shareholder Value gelegt, und auch den Rückkauf von Aktien als Mittel ausgewählt, um das zur Verfügung stehende Kapital im Sinne seiner Aktionäre zu nutzen.

Im März hat adidas entschieden, dass es ein mehrjähriges Aktienrückkaufprogramm in Höhe von insgesamt bis zu 3 Mrd. Euro durchführen wird, was aktuell 7–8 % der Marktkapitalisierung entspricht. Die erste Tranche mit einem Volumen von 1 Mrd. Euro läuft bereits und das dafür bereitgestellte Kapital kann noch bis zum Ende dieses Jahres verwendet werden.

Das Aktienrückkaufprogramm ist Teil der neuen aktionärsfreundlichen Politik, die als Ziel hat, zwischen 30 und 50 % des jährlichen Gewinns aus fortgeführten Geschäftsbereichen den Aktionären zukommen zu lassen.

Wann Aktienrückkäufe Sinn machen

Besonders kurzfristig macht man sich am Markt mit Aktienrückkaufprogrammen oftmals beliebt. Weniger Aktien bedeuten höhere Gewinne je verbleibender Aktie, und außerdem unterstützt es den Aktienkurs, wenn ein zusätzlicher Käufer für Nachfrage sorgt.

Letztendlich ist aber auch ein Aktienrückkaufprogramm eine Kapitalallokation wie jede andere und kann dementsprechend wertsteigernd oder eben auch wertvernichtend sein. Wie Warren Buffetts rechte Hand Charlie Munger erst kürzlich auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway betonte:

„Viele Unternehmen haben keine bessere Verwendung für ihre Barmittel als Aktien zurückzukaufen, aber ich finde nicht jeden Aktienrückkauf gut. Manche setzen sie nur ein, um den Aktienkurs hoch zu halten. Das ist dann geisteskrank und unmoralisch, ansonsten ist es aber in Ordnung.“

Waren Buffett selbst betont oft, dass Aktienrückkaufprogramme nur dann Sinn machen, wenn die Aktie des Unternehmens für weniger als ihren intrinsischen Wert gehandelt wird.

Ein teurer Spaß

Jetzt ist natürlich die Frage, was der intrinsische Wert von adidas ist. Das ist nur sehr schwer zu sagen, aber zumindest wissen wir, zu welchem Wert adidas Ende dieser Handelswoche den Besitzer wechselte. Wenn man den verwässerten Gewinn je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen (die von adidas bevorzugte Kennzahl) betrachtet, dann kommt man auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 28.

Dreht man die Rechnung um, ergibt sich aktuell eine Gewinnrendite von circa 3,6 %. Das sollte man sich noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Wenn adidas aktuell seine Aktien kauft, bieten die zugrundeliegenden Gewinne gerade einmal eine Rendite von 3,6 %. Natürlich funktioniert so ein Aktienrückkaufprogramm nicht, aber ein Blick auf die Gewinnrendite zeigt, welcher zugrundeliegende Gewinnfluss für das verwendete Kapital aktuell erworben wird.

Natürlich werden die Gewinne von adidas mit großer Sicherheit in Zukunft wachsen, allerdings kann man sich durchaus fragen, ob das Wachstum schnell genug sein wird, damit sich das Aktienrückkaufprogramm irgendwann als gute Investition herausstellt. Nicht zu vergessen, könnte es auch sein, dass die Aktienrückkäufe im Schnitt zu noch höheren Kursen und somit teureren Konditionen durchgeführt werden.

Vielleicht doch lieber höhere Dividenden ausschütten

Ich kann mir gut vorstellen, dass bei dem aktuellen Kursniveau Dividendenausschüttungen die bessere Verwendung für das Kapital sind. Das Management hat die Ausschüttung in diesem Jahr bereits kräftig erhöht. Es gab 2,60 Euro je Aktie, 60 Cent mehr als im Vorjahr.

Natürlich können sehr deutliche Dividendenerhöhungen zu hohe Erwartungen wecken, die man mittelfristig vielleicht im Rahmen einer verantwortungsvollen Dividendenpolitik enttäuschen muss. Das will das adidas-Management wahrscheinlich vermeiden. Aktienrückkäufe könnten sich aber trotzdem als die schlechtere Alternative herausstellen.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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