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ProSieben-Aktie nach Zahlen: Auf diese 3 Kennzahlen kommt es jetzt an!

Quelle: pixabay, PeteLinforth

Wer sich im DAX nach hohen Dividenden umschaut, der kommt an der ProSiebenSat.1 Media SE (WKN:PSM777) nicht vorbei. Aktuell beträgt die Dividendenrendite der ProSieben-Aktie stolze 4,8 % (Stand: 20.03.17).

Für Dividendenjäger dürfte beim Blick aufs 2016er Zahlenwerk deshalb insbesondere die Höhe der Dividende eine zentrale Rolle spielen. Das ist sicher interessant, für langfristig orientierte Anleger gibt es aber wichtigere Kennzahlen.

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Welche drei Kennzahlen das sind, wie sie sich 2016 entwickelt haben und was dahinter steckt, erfährst du, wenn du weiterliest!

Free Cash Flow bleibt annähernd stabil

Das wichtigste für Dividendenfreunde gleich zu Beginn: Ja, die Dividende der ProSieben-Aktie wird angehoben! Und zwar auf 1,90 Euro (vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates). Daraus resultiert die oben genannte Dividendenrendite und eine Ausschüttungsquote von 84,7 %.

Die Ausschüttungsquote gibt an, wie viel Prozent des Gewinns für Dividendenzahlungen aufgewendet werden. Werte über 80 % sind in meinen Augen mit Vorsicht zu genießen, da die Gefahr besteht, dass aufgrund der hohen Ausschüttung zu wenig für Investition übrig bleibt.

Bei der ProSieben-Aktie gehören Ausschüttungsquoten von über 80 % praktisch zum guten Ton. Es sollte daher regelmäßig geprüft werden, ob die Dividende tatsächlich aus dem laufenden Geschäft finanziert werden kann. Eine wunderbare Kennzahl hierfür ist der Free Cash Flow.

Im Geschäftsjahr 2016 präsentierte sich dieser wie auch schon im Vorjahr mit einer schwarzen Null. Ein Minus von 4 Millionen Euro ist bei einem DAX-Konzern vernachlässigbar wenig.

2015 2016
Free Cash Flow (in Mio Euro)   – 1   – 4

Quelle: Unternehmensangaben ProSiebenSat.1 Media SE

Für uns Anleger bedeutet das: Alle Investitionen, Übernahmen, Finanzierungstätigkeiten und die Dividende konnten aus dem laufenden Geschäft finanziert werden.

Ein klar positiver Free Cash Flow wäre natürlich besser, trotzdem zeigt die schwarze Null, dass die Substanz wegen der hohen Dividende nicht angegriffen werden musste. Die Entwicklung des Free Cash Flow im Jahr 2016 sehe ich daher grundsätzlich positiv.

Allerdings könnte der Free Cash Flow durch die Aufnahme neuer Schulden beeinflusst worden sein. Ein Blick auf die Entwicklung des Schuldenstands ist daher unerlässlich.

Weniger Schulden

Eine gängige Kennzahl zur Überprüfung des Schuldenstands ist die Eigenkapitalquote. Sie beschreibt, in welchem Verhältnis das Eigenkapital zu den Verbindlichkeiten steht.

Je höher die Eigenkapitalquote, desto weniger Schulden schleppt ein Unternehmen mit sich herum. Bei ProSieben ist die Eigenkapitalquote im Jahr 2016 verglichen zum Vorjahr gestiegen.

  2015   2016  Veränderung
Eigenkapitalquote  17,8 %  21,7 %  + 3,9 %-Pkte.
Eigenkapital (in Mio. Euro)    943  1.432     + 52,0 %
Netto-Finanzverschuldung (in Mio. Euro)  1.940  1.913     – 1,0 %

Quelle: Unternehmensangaben ProSiebenSat.1 Media SE

Allerdings müssen wir auch diese Kennzahl im Kontext betrachten. Denn das höhere Eigenkapital ist hauptsächlich auf die Ausgabe neuer Aktien im November 2016 zurückzuführen und soll für Übernahmen verwendet werden.

Wir können also davon ausgehen, dass dieses Geld dementsprechend genutzt wird und das Eigenkapital um eben diesen Betrag wieder sinken wird. Von einer tatsächlichen Steigerung des Eigenkapitals kann man also nicht wirklich sprechen.

Trotzdem sehe ich die Entwicklung der Finanzierungssituation bei ProSieben positiv. Denn immerhin konnte die Netto-Finanzverschuldung um 1 % gesenkt werden. Kein Quantensprung, aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Rentabilität Digital Ventures & Commerce sinkt

Das wachstumsstärkste Segment von ProSieben war 2016 wieder einmal Digital Ventures & Commerce, welches die E-Commerce-Aktivitäten von ProSieben bündelt. Anleger sollten daher einen genauen Blick auf die Entwicklung dieses Bereichs werfen.

Während der Umsatz von Amorelie, Verivox, parship und Co. deutlich zulegen konnte, hinkte der Gewinn hinterher.

 2015  2016  Veränderung
Umsatz (in Mio. Euro)   465   768       + 65 %
Recurring EBITDA (in Mio. Euro)   136   180       + 33 %
operative Marge  29,2 %  23,4 %  – 5,8 %-Pkte.

Quelle: Unternehmensangaben ProSiebenSat.1 Media SE

Logischerweise ist deshalb auch die operative Marge gesunken. Müssen wir uns deshalb Sorgen machen? Ich glaube nicht! Zum einen ist die operative Marge von über 20 % immer noch sehr hoch.

Zum anderen muss solch ein schnelles Wachstum erst einmal durch hohe Investitionen angekurbelt werden, was kurzfristig den Gewinn nun einmal drückt.

Trotzdem sollten Investoren die Rentabilität des E-Commerce-Geschäfts von ProSieben im Auge behalten. Denn es ist nicht unwahrscheinlich, dass es zukünftig eine ähnlich zentrale Rolle wie das TV-Geschäft spielen wird.

Mein Fazit zu den Zahlen 2016

Alles in allem präsentierte ProSieben recht ordentliche Zahlen. Insbesondere Dividendenjäger können sich wieder einmal über eine hohe Ausschüttung freuen – die noch dazu nachhaltig finanziert ist. Man darf gespannt sein, was das Jahr 2017 für die ProSieben-Aktie und seine Anleger bereithält!

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Thomas Brantl besitzt Aktien der ProSiebenSat.1 Media SE. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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