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Was ist: Zyklische Aktien

Man kann argumentieren, dass alle Unternehmen zyklisch sind, weil ihre Erträge über längere Zeiträume betrachtet einem gewissen Muster folgen. Wenn aber Investoren über zyklische Aktien sprechen, meinen sie ganz spezifisch die Unternehmen, deren Erträge mit dem Konjunkturverlauf verknüpft sind.

Bauträger und Immobilienfonds (engl. Real Estate Investment Trusts oder REITs) sind typische Beispiele zyklischer Aktien. Wenn es beispielsweise der Wirtschaft gut geht, steigt sehr wahrscheinlich die Nachfrage nach Immobilien. Daraufhin können Bauträger für ihre Appartements, Eigentumswohnungen und Häuser mehr Geld verlangen.

Dementsprechend können Immobilienfonds höhere Aufschläge für ihre Einheiten verlangen, was zu höheren Gewinnen führen kann. Wenn die Wirtschaft allerdings am Boden liegt, kann es sein, dass Bauträger und Vermieter Probleme bekommen, ihre Immobilien überhaupt an den Mann zu bringen.

Bankaktien können auch zyklischer Natur sein. In den Jahren des Wirtschaftsbooms können Banken mehr Geld verleihen, höhere Zinsen und Gebühren verlangen und haben geringere Kreditausfälle und verdienen folglich mehr. Wenn sich die Konjunktur verschlechtert, geht es aber nicht so weiter. Alle Banken stehen auf einmal einer geringeren Nachfrage nach Krediten gegenüber und gleichzeitig steigt die Zahl der Kreditausfälle. Banken, die im Aufschwung ihre Risiken nicht gut gemanagt haben, können während dieses zyklischen Umschwungs Schwierigkeiten machen.

Teuer kaufen, billig verkaufen?
Investitionen in zyklische Papiere verlangen einen Querdenker-Ansatz. Aus der Sichtweise von Peter Lynch, der viel in zyklische Unternehmen investiert hat, müssen zyklische Investoren anders denken. Er sagte, dass ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die meisten Aktien gut ist, aber nicht für zyklische Aktien. Wenn das KGV von zyklischen Unternehmen niedrig ist, kann es ein Zeichen dafür sein, dass sie am Ende eines florierenden Intermezzos angekommen sind.

Er meint, dass dann schon bald die Konjunktur kippen wird und die Gewinne der zyklischen Unternehmen in einem atemberaubenden Tempo einbrechen werden. Je mehr Investoren dann aussteigen, umso tiefer stürzt der Kurs. Er warnte davor, dass der Kauf einer zyklischen Aktie nach mehreren Jahren hervorragender Gewinne und dem KGV am niedrigsten Punkt, der sichere Weg dazu ist, sein Vermögen in kürzester Zeit zu halbieren.

Im Gegenzug meint er, dass ein hohes KGV, was bei den meisten Aktien als schlecht angesehen wird, für zyklische Aktien eine gute Nachricht sein kann. Oft bedeutet es, dass ein Unternehmen den Tiefpunkt der Flaute passiert hat und sein Geschäft demnächst anziehen wird.