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Was ist: Passiv Investieren

Bei The Motley Fool verbringen wir viel Zeit damit, einzelne Unternehmen zu analysieren und in einzelne Unternehmen zu investieren. Wir sind der Meinung, dass das der beste Weg für Investoren ist, die den Markt schlagen wollen. Man gewinnt schließlich nicht die Champions League, indem man sich jeden Fußballer der Welt holt; man holt sich nur die besten.

Aber Investitionen in einzelne Aktien ist nicht für jeden geeignet. Manche Investoren  haben nicht die Zeit, sich intensiv mit Unternehmen auseinanderzusetzen und dann auch noch dran zu bleiben. Andere haben einfach nicht das Interesse daran, sie schauen lieber Fußball oder spielen selbst.

Dies heißt nicht, dass diese Leute nicht in Aktien investieren sollten; ganz im Gegenteil. Stattdessen sind sie 1a-Kandidaten, passive Investoren zu werden.

Wie sieht ein passiver Investor aus?
Aktive Anleger bringenZeit auf, individuelle Aktien zu analysieren und zu kaufen und verkaufen, um den Markt zu schlagen. Passive Investoren sind anders, sie versuchen gar nicht erst den Markt zu schlagen. Sie kaufen einfach den ganzen Markt.

Wie bitte?

Seitdem es Indexfonds gibt, haben Anleger die Chance, große Gruppen von Aktien zu kaufen; den DAX 30, den FTSE 100, den S&P 500. Oder sogar die ganze Welt wie zum Beispiel mit dem MSCI World Index.

Diese Indexfonds sind so konstruiert, dass sie den Index widerspiegeln, nach dem sie benannt sind. Wenn also der Index steigt, steigt auch der Indexfonds und wenn der Index fällt, tu das auch der Indexfonds.

Abgesehen von der Bequemlichkeit die Indexfonds bieten, es gibt noch den riesigen Vorteil, dass namhafte Indexfonds sehr niedrige Kosten haben. Im Vergleich zu einem typischen, gemanagten Investmentfonds, der Investoren eine Verwaltungsgebühr von 1% oder mehr berechnen kann (manchmal sehr viel mehr!), kannst du Indexfonds mit Gebühren von 0,2% und weniger finden. Der iShare DAX (EPA: SDX) berechnet seinen Anlegern nur 0,16% pro Jahr.

Was für einen Unterschied macht das? Einen sehr großen! Nehmen wir an du investierst 100.000 Euro in einen Investmentfonds, der dir 1% pro Jahr berechnet. Dann werden dir jedes Jahr 1.000 Euro dafür berechnet, dass du diesen Fond hältst. Tausche diesen Fond gegen den iShares DAX oder einen ähnlich kostengünstigen Indexfonds und du bezahlst gerade einmal160 Euro im Jahr.

Das ist schon im ersten Jahr ein gewaltiger Unterschied. Und dieser Unterschied wird im Laufe der Zeit sogar noch größer. Nehmen wir einmal an, dass du die 9% durchnittlliche jährliche Rendite erzielst, die der DAX in den letzten 30 Jahren hingelegt hat. Dann ist dein Investmentfonds mit den hohen Gebühren auf 214.100 Euro angewachsen. Aber, dank der niedrigeren Gebühren des Indexfonds, wäre deine Investition in diesem auf 232.976 Euro angewachsen. Diese Differenz von 18.876 Euro ist Geld, das in deiner Tasche besser aufgehoben ist als in den Taschen des Managements des Investmentfonds, findest du nicht auch?

Es geht auch darum, wie man kauft
Passive Anleger unterscheiden sich von aktiven Anlegern nicht nur darin, in was sie investieren, sondern auch darin, wie sie investieren.

Aktive Anleger legen im Laufe der Zeit unterschiedliche Beträge an. Weil sie die Bewertung der Unternehmen analysieren, in die sie investieren, kann es sein, dass aktive Investoren kaufen wie die Verrückten wenn der Marktwert unterhalb des intrinsischen Wertes eines Unternehmens liegt. Anders herum, wenn der Marktpreis zu hoch ist, dann sitzen diese gleichen Investoren nur herum und warten auf bessere Zeiten.

Einige aktive Anleger betrachten auch das große Ganze  und verfolgen die Entwicklung bestimmter Branchen oder der Gesamtwirtschaft. Sie hoffen mit Hilfe verschiedener Wirtschaftsberichte und Kennzahlen entscheiden zu können, wann das Umfeld optimal für eine Investition ist und, nun ja, wann nicht.

Passive Investoren kümmert das alles nicht. Anstatt den richtigen Zeitpunkt zu finden, investieren passive Investoren einfach regelmäßig in den Markt. Ein ganz spezifisches Konzept, dasviele passive Investoren nutzen, ist der . Beim Durchschnittskosteneffekt investierst du einfach jeden Monat oder jedes Quartal oder einem anderen, beliebigen Zeitraum den gleichen Euro-Betrag in den Indexfonds deiner Wahl, egal ob es regnet oder schneit.

Der Vorteil ist, dass du kniffelige Emotionen aus der Gleichung streichst. Klar, manchmal investierst du so in einen überteuerten Markt. Nehmen wir aber einmal an, dass du dich an deinen Plan hältst. Du investierst den gleichen Betrag wenn der Markt unterbewertet ist und die meisten Anleger Angst haben zu investieren. Die Idee dahinter ist, dass sich das mit der Zeit aufhebt und du vom Gesamtwachstum der deutschen und der Weltwirtschaft profitierst.