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Was ist: Die Dividendenrendite

Die Bewertung eines Unternehmens basiert auf dem Geld, das es für seine Besitzer verdient. Einfach genug, oder?

Wenn du zum Beispiel deinen Tante Emma Laden verkaufen würdest, dann würde der Preis, den du bekommen würdest, auf den Gewinnen basieren, die der Laden erwirtschaftet. Und für einen ein-Standort Laden an der Ecke wären diese Gewinne über die Zeit wahrscheinlich erwartungsgemäß stabil und würden an den Besitzer ausbezahlt werden.

Das gleiche gilt bei einem börsennotierten Unternehmen. Wenn es ein voll entwickeltes Unternehmen ist, ohne realistische Expansionsmöglichkeiten, und Gewinne als Dividenden auszahlt, dann würde es auf Basis seiner Gewinne bewertet werden, die die Eigentümer aus dem Unternehmen herausholen können – genau wie mit unserem Laden an der Ecke. Einfacher ausgedrückt, der Wert eines solchen Unternehmens würde auf seinen Dividenden beruhen.

In der Realität ist es möglich, alle Unternehmen auf in einer ähnlichen Art und Weise zu bewerten. Der Wert eines Unternehmens, das keine Dividende zahlt, kann als letztendlich abhängig von den potenziellen, zukünftigen Dividenden gesehen werden. Je größer die zukünftigen Gewinne – und damit die potentielle, zukünftige Dividende – durch die heutige Expansion, desto größer ist der Wert des Unternehmens heute.

Und das stimmt auch für ein Unternehmen, das plant, niemals eine Dividende auszuzahlen. Denn was zählt ist die potentielle Fähigkeit, Dividenden auszuzahlen. Nehmen wir zum Beispiel Berkshire Hathaway, die Investmentgesellschaft der legendären Warren Buffett und Charlie Munger. Zahlung von Dividenden ist nicht Teil der Berkshire Hathaway-Strategie, aber trotzdem wachsen die Aktien schon Jahrzehnte lang in Wert.

Der Wert von Berkshire Hathaway entspricht dem Geld, das es als Dividende auszahlen könnte, wenn es die Wertentwicklung aller seiner Beteiligungen jedes Jahr nähme und diese derart auszahlte. Berkshire Hathaway-Aktien haben also einen Wert und können gehandelt werden, auch wenn keine der zugrunde liegenden Investitionen jemals als Bargeld an die Aktionäre zurückgegeben wird.

Dividendenrendite
Bei einer Firma, die Dividenden zahlt, können wir diese Dividende als Indikator für den Unternehmenswert verwenden.

Eine praktische Zahl ist die Dividendenrendite eines Unternehmens, was einfach die Dividende in Prozent des Aktienkurses ausdrückt. Wenn ein Unternehmen einen Aktienkurs von 10 Euro hat, und es eine Dividende von 0,5 Euro je Aktie zahlt, dann ist seine Dividendenrendite 0.5/10, oder 5%.

Dividendenrendite kann eine besonders wertvolle Form des Vergleichs von Investitionen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sein, wenn Sparkonten sehr niedrige Zinsen zahlen. In solchen Zeiten sieht die Dividendenrendite eines Unternehmens besonders verlockend aus, vorausgesetzt wir verstehen das unterschiedliche Risiko.

Das Risiko, Geld auf einem Bankkonto mit sagen wir 0,5% Bruttozinsen zu sparen, ist sehr gering. Aber der Vorteil ist, dass du weißt, dass dein Kapital sehr sicher ist.

Wenn du jedoch dein Geld in eine Aktie investierst, von der du bei der nächsten Dividendenzahlung eine Dividendenrendite von 5% erwartest, trägst du ein doppeltes Risiko. Erstens wird die nächste Dividende nicht garantiert und das Unternehmen kann entscheiden weniger (oder auch gar nichts) zu zahlen, wenn am Ende nicht genug verdient wurde. Darüber hinaus kann auch der Wert deines Kapitals fallen, wenn das Unternehmen hart getroffen wird und der Markt mal sauer auf die Aktie ist.

Der Trick, Dividendenrendite als Indikator für den Wert eines Unternehmens zu verwenden, ist sie zum einen nur als ein Werkzeug in unserer Investitionswaffenkammer zu betrachten und auch andere Bewertungsmethoden zu berücksichtigen. Zum anderen sollte man sorgfältig prüfen, ob die erwartete Dividende eines bestimmten Unternehmens auch in Zukunft wahrscheinlich weiterhin ausgeschüttet wird.