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Finger-Weg-Aktien: 3 Aktien, von denen ich Abstand halte, obwohl sie deutlich günstiger als zu ihrem Börsengang sind

ETFs
Foto: Getty Images

Das Umfeld hoher Bewertungen von Wachstumsunternehmen nach dem Corona-Crash im März 2020 lockte eine Vielzahl von Unternehmen an die Börse. Die folgenden drei Unternehmen hatten ihr Börsendebüt jeweils im Jahr 2021. Ihre Aktienkurse sind seitdem deutlich abgestürzt (Stand: 04.06.22, gilt für alle Angaben). Dennoch sind die Aktien auch heute nichts für mich.

Auto1 Group

Europas größter Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 Group (WKN: A2LQ88) ging im Februar 2021 an die Börse. Der Emissionspreis lag bei 38 Euro pro Aktie, zum Handelsstart wurden sogar 55 Euro pro Aktie gezahlt. Dann begann der Kursverfall, der bis heute anhält. Zuletzt kostete eine Aktie 9,51 Euro und damit 83 % weniger als am ersten Börsentag.

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Auch nach diesem Kursabsturz halte ich Abstand von Auto1. Das Berliner Unternehmen überzeugt zwar regelmäßig mit starken Umsatzsteigerungen (Umsatzwachstum im letzten Quartal: 82 %), ein Pfad zur Profitabilität ist für mich jedoch nicht erkennbar, obwohl der Markt für Gebrauchtwagen aktuell boomt. Im Geschäftsjahr 2021 stieg der Verlust um den Faktor 2,6 auf 374 Mio. Euro. Auch der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit verschlechterte sich deutlich auf negative 467 Mio. Euro.

Trotz der 1 Mrd. Euro schweren Kapitalerhöhung aus dem Börsengang betrug der Cashbestand (inklusive Money Market Funds) zum Ende des Geschäftsjahres 2021 „nur noch“ 721 Mio. Euro. Das Management möchte Ende 2023 die Gewinnschwelle auf bereinigter EBITDA-Basis erreichen. Das ist mir zu dünn. Trotz des günstigen KUVs von 0,4 halte ich von der Auto1-Aktie Abstand.

Mister Spex

Die Aktien des Onlineoptikers Mister Spex (WKN: A3CSAE) haben seit dem Börsengang Anfang Juli 2021 77 % an Wert verloren. Das Berliner Unternehmen hat über 1,7 Mio. aktive Kunden in zehn europäischen Ländern und bezeichnet sich als „die führende digital-getriebene Omnichannel-Optikmarke in Europa“.

Genau hier liegt auch schon der Grund, warum ich weiterhin nicht an der Aktie von Mister Spex interessiert bin. Mich überzeugt das Geschäftsmodell eines Brillenkaufs online schlicht nicht. Brillen sind für mich eines der wenigen Produkte, bei denen ich mich gerne in einem Fachgeschäft beraten lasse und diese dort ausprobiere.

Mister Spex betreibt zwar mittlerweile 52 eigene stationäre Geschäfte und arbeitet mit über 400 Partneroptikern zusammen. Doch verglichen mit über 900 Niederlassungen von Fielmann ist die stationäre Präsenz gering. Zudem stockt das Wachstum – der Umsatz stieg im letzten Quartal lediglich um 6 % und damit weniger stark als bei Fielmann (+9 %). Gewinne werden bisher nicht erzielt, das KUV beträgt 1. Ich halte mich fern.

Oatly Group

Die schwedische Oatly Group (WKN: A3CQRG) ist für ihre Hafergetränke bekannt. Mit seiner Alternative zu klassischer Milch trifft das Unternehmen den Zeitgeist und sicherte im Frühjahr 2021 einen großen Deal zur Belieferung von Starbucks. Entsprechend groß war die Euphorie zum Börsengang im Mai 2021. Nach einem Kursanstieg in den ersten Wochen als börsennotiertes Unternehmen begann der Kursverfall. Der Kurs liegt heute 76 % unter dem Ausgabepreis.

Das KUV beträgt jedoch immer noch 4, ein KGV gibt es nicht. Das Umsatzwachstum verlangsamte sich zuletzt deutlich auf „nur noch“ 19 %, die Brutto-Marge stürzte auf 10 % ab. Das sieht nicht gut aus. Meiner Einschätzung nach deutet dies auf einen kaum vorhandenen Burggraben hin. Im Supermarkt stehen neben der Oatly-Hafermilch noch mindestens zehn andere Milchalternativen, viele davon zum halben Preis verglichen mit dem Oatly-Produkt. Entsprechend fällt es Oatly schwer, hohe Brutto-Margen mit seinen Produkten zu erzielen – von Gewinnen ganz zu schweigen. Obwohl ich an ein Wachstum des Marktes für Milchersatzprodukte glaube, ist die Oatly-Aktie also nichts für mich.

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde korrigiert und aktualisiert. In der ursprünglichen Version war der Cashbestand der Auto1 Group zum Endes des Geschäftsjahres 2021 mit 107 Mio. Euro angegeben. Dies umfassst jedoch nur die Barmittel, hinzu kommen noch 614 Mio. Euro Money Market funds. Zusammengenommen ergibt sich also ein Bestand liquider Vermögen bzw. Cashbestand von 721 Mio. Euro zum Ende des Geschäftsjahres 2021. The Motley Fool bedauert den Fehler.

Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Starbucks. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Starbucks und empfiehlt die folgenden Optionen: Short July 2022 $85 Call auf Starbucks.

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