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Nordex-Aktie: Warum sie 9,94 % fällt und 1 Hoffnungsschimmer

Schwertransport Nordex-Gondel
Foto: Nordex SE

Nordex (WKN: A0D655)-Aktien sollten eigentlich vom Windenergie-Boom profitieren. Tatsächlich sind sie seit April 2021 um mehr als 62 % gefallen (25.05.2022). Auch langfristig liegen sie weit hinter dem breiten Markt zurück und schufen für die Anleger keinen Wert.

Dabei wächst Nordex sehr stark. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre (2012 bis 2021) ist der Umsatz von 1.080 auf 5.444 Mio. Euro gestiegen. Doch rechnen wir einmal alle Ergebnisse dieses Zeitraumes zusammen, kommt man insgesamt auf einen Verlust von -413 Mio. Euro. Somit besitzt Nordex für die Börse bisher so gut wie keinen Wert.

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Nordex senkt die Jahresprognose

Das aktuelle Umfeld lässt keine Erholung zu. Aus diesem Grund musste Nordex nun seine Gesamtjahresprognose 2022 senken, was der Hauptgrund für den heutigen Kurseinbruch ist. Ging der Konzern bisher von einem Umsatz in Höhe von 5,4 bis 6,0 Mrd. Euro aus, sind es nun 5,2 bis 5,7 Mrd. Euro.

Entscheidend ist jedoch die Revision der EBITDA-Marge. Strebte Nordex bisher ein Plus von 1,0 bis 3,5 % an, sind es nun -4,0 bis 0,0 %. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass der Windanlagenbauer auch in diesem Jahr einen Verlust verbuchen muss. Es wäre das fünfte Defizitjahr in Folge.

Viele Unternehmen mit ähnlichen Ergebnissen sind später in die Insolvenz gerutscht. Nordex hilft aktuell noch sein starkes Wachstum, das immer wieder Investoren anzieht. So gewinnt der Konzern Zeit, am Ende doch noch profitabel zu werden.

Belastungsgründe

Schlugen nach der Corona-Pandemie vor allem die gestiegenen Logistik- und Rohstoffpreise zu Buche, sind es nun die Kriegsfolgen, Cyberangriffe und eine Produktionsneuausrichtung.

Aufgrund des Ukrainekrieges verliert Nordex etwa 200 Mio. Euro an Umsatz und muss infolge gestoppter Projekte Abschreibungen in unbekannter Höhe vornehmen. Zudem kosten die Effekte etwa einen Prozentpunkt der EBITDA-Marge.

Lieferketten-Schwierigkeiten führen bei Nordex sogar zu einem Mangel an Stahl und wichtigen Komponenten. Das Unternehmen ist auf Vorprodukte aus China angewiesen. Doch hier finden weiterhin Corona-Lockdowns statt, die zu Produktionsunterbrechungen führen.

Der Konzern arbeitet unterdessen an der Verbesserung seiner Profitabilität. In Spanien hat er bereits die Gondelproduktion gestoppt. Der Standort Deutschland ist für Nordex zu teuer, weshalb die hiesige Rotorblattherstellung eingestellt wird. Zwar kostet dieser Schritt zunächst Geld, aber in zwei bis drei Jahren steigt so die Gewinnmarge.

Das Unternehmen war darüber hinaus Ende März 2022 von einem Cybersicherheitsvorfall betroffen, wodurch vorsorglich IT-Systeme heruntergefahren wurden. Deren Wiederherstellung und der Ausfall führten zu Sonderbelastungen.

Das Unternehmen geht davon aus, dass die aktuellen negativen Effekte bis ins Jahr 2023 anhalten.

Ein Hoffnungsschimmer

Ein wenig Hoffnung gibt es trotzdem. So ist die Aktie mittlerweile unterbewertet und in den kommenden Jahren steigt der Windkraftbedarf weiterhin stark. Nordex muss jedoch unter allen Umständen mittelfristig Gewinne erwirtschaften, um den Fortbestand zu sichern.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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