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Passives Einkommen – in meinen Augen total überschätzt

Reicher Mann hält Geldsäcke Millionär Börse
Foto: Getty Images

Du träumst auch davon, einen Strom an passivem Einkommen aus Aktien zu erzielen? Das ist nur zu gut verständlich. Schließlich träumen viele davon, ihren Job an den Nagel zu hängen und stattdessen nur noch davon zu leben, was ihre Investments abwerfen. Allerdings unterliegen Anleger hier schnell einigen Denkfehlern.

Bei den meisten reicht das ersparte Kapital nämlich (noch) nicht aus. Stattdessen benötigen sie Unternehmensbeteiligungen, um den Kapitalstock überhaupt aufzubauen, der später dann verzehrt werden kann. Daneben spielen Dividenden eine solch prominente Rolle bei vielen Investoren, die sie eigentlich gar nicht verdient haben. Schauen wir uns die beiden Punkte noch mal etwas genauer an.

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Anleger sollten mehr auf Warren Buffett hören

Warren Buffett schüttet bei seiner Holding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) keine Dividende aus. Stattdessen investiert er freie Mittel immer wieder in Firmenübernahmen, Aktienbeteiligungen und organisches Wachstum seiner Unternehmen. Vor allem bei dem letzten Punkt sollten Anleger, die vom passiven Einkommensstrom träumen, hellhörig werden.

Es ist nämlich der Optimalfall, wenn ein Unternehmen aus eigener Kraft wachsen kann und seinen verfügbaren Cashflow wieder in Wachstum investieren kann. In diesem Fall entfaltet sich nämlich ein Zinseszinseffekt. Da Steuern erst bei einem Verkauf oder Zahlung der Dividende anfallen, kann sich dieser frei entfalten. Unternehmen wie Alphabet (WKN: A14Y6H) haben ihre heutige Größe und Marktposition erreicht, da sie konsequent immer weiter in eigene Ideen und gezielte Übernahmen investieren konnten. Daneben entfällt gleich noch ein weiteres Problem für den Anleger:

Was mache ich mit dem Geld auf dem Konto? Entweder das Geld wird tatsächlich für den Lebensunterhalt verwendet, das sollte bei jüngeren Anlegern allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielen. Tatsächlich werden die meisten nämlich vor dem Problem der Wiederanlage stehen und gar nicht wissen, was sie mit ihrem passiven Einkommen sonst machen.

Passives Einkommen <> Gutes Unternehmen

Viele Investoren mit Fokus auf Ausschüttungen lassen sich bei der Auswahl ihrer Investments von hohen Dividenden blenden. Dadurch investieren sie in Unternehmen aus Branchen, welche einem äußerst zyklischen Geschäftsmodell unterliegen. Gute Beispiele sind hierfür Airlines, die Ölindustrie oder Autohersteller. Oftmals liegen die Margen dieser Unternehmen im niedrigen einstelligen Bereich und ein Großteil des Gewinns wird ausgeschüttet. Sobald eine kleine Konjunkturdelle kommt, müssen diese Firmen die Dividendenzahlungen kürzen.

Investoren sollten Dividenden nicht mit Zinsen auf dem Tagesgeldkonto verwechseln. Sie können nicht sicher eingeplant werden. Begriffe wie Dividenden-Aristokraten führen hier auf eine falsche Fährte. Die Manager in den Unternehmen wissen ebenfalls, dass die Anleger in der Regel allergisch auf Dividendenkürzungen reagieren. Dies kann dazu führen, dass wichtige Zukunftsinvestitionen unterbleiben oder ein Aktienrückkauf nicht durchgeführt wird, obwohl dies auf dem aktuellen Kursniveau sinnvoll erscheint. Durch den Fokus auf die Ausschüttungen handeln Manager nicht immer im besten Interesse der Anleger.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Alphabet und Berkshire Hathaway. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien) und Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt empfiehlt (C-Aktien), sowie die folgenden Optionen: Short January 2023 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2023 $265 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Long January 2023 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien). 

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