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Hat Netflix ein Geldproblem?

Netflix Aktie
Foto: The Motley Fool

Wichtige Punkte

  • Netflix ist sehr profitabel, aber es produziert keinen Cashflow.
  • Das Unternehmen könnte gezwungen sein, seine Preise zu erhöhen.
  • Die Aktie wird es schwer haben, wenn das Unternehmen keinen freien Cashflow erwirtschaften kann.

Der Streaming-Gigant Netflix (WKN:552484 -2,65 % ) hat sich über Jahre hinweg zu einem Titanen der Unterhaltungsindustrie mit mehr als 221 Millionen Abonnenten weltweit entwickelt. Die Aktie war ähnlich erfolgreich und hat allein in den letzten zehn Jahren mehr als 2.200 % zugelegt.

Allerdings hat Netflix sein Geschäft im Laufe der Jahre stetig umgestellt und ist von lizenzierten Inhalten Dritter zu Eigenproduktionen übergegangen. Diese Strategie hat sich mit einer großen und wachsenden Bibliothek von Eigenproduktionen weitgehend ausgezahlt, aber die finanzielle Seite des Unternehmens scheint einige Probleme zu haben.

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Schauen wir uns das Cashflow-Dilemma von Netflix genauer an und erörtern, welche Herausforderungen sich daraus für das Unternehmen in einem Umfeld steigender Zinsen ergeben könnten.

Mehr Inhalte, mehr Ausgaben

Netflix entwickelt seit Jahren verstärkt eigene Inhalte und hat dabei gute Arbeit geleistet, wenn man von den 27 Oscar-Nominierungen bei den 94. Academy Awards ausgeht.

Unten siehst du, wie die Umsatzkosten des Unternehmens, die die Ausgaben für Inhalte erfassen, zusammen mit den Einnahmen gestiegen sind. Das Unternehmen ist sehr profitabel – der Nettogewinn belief sich 2021 auf 5,1 Milliarden US-Dollar. Das liegt jedoch daran, wie das Unternehmen seine Ausgaben für Inhalte abschreibt. Wenn du dir den freien Cashflow des Unternehmens ansiehst, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

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Trotz der hohen Gewinne in der Gewinn- und Verlustrechnung verbrennt das Unternehmen in den meisten Jahren Bargeld. Netflix leiht sich Geld, um Inhalte zu finanzieren, und hat derzeit eine Nettoverschuldung (Gesamtverschuldung abzüglich Barmittel) von 9,4 Milliarden US-Dollar.

Könnten steigende Zinsen Netflix schaden?

Das könnte Netflix in eine Zwickmühle bringen: Steigende Zinsen aufgrund der hohen Inflation werden die Kreditaufnahme wahrscheinlich teurer machen. Die ideale Lösung ist, dass Netflix seine Einnahmen schneller steigert als seine Ausgaben, was aber auch einen Haken hat.

In den letzten Jahren ist der Streamingmarkt immer wettbewerbsintensiver geworden. In den letzten Jahren haben praktisch alle großen Anbieter von Inhalten neue Dienste eingeführt. Einige dieser Unternehmen, wie z. B. Walt Disney, verfügen über einen jahrzehntelangen Bestand an Inhalten, der es ihnen ermöglicht hat, ihren Content-Katalog zu füllen, ohne zu teuer zu sein.

Der Premium-Tarif von Netflix kostet in den USA 19,99 US-Dollar pro Monat, und es stellt sich die Frage, wie weit die Preise noch erhöht werden können, ohne dass die Abwanderungsraten durch die Decke gehen. Netflix ist schon so lange ein fester Bestandteil in vielen Streaming-Haushalten, dass es vielleicht die nötige Preissetzungsmacht hat, aber ich würde das nicht als sicher voraussetzen.

Was ist das „Endziel“?

Es kommt noch schlimmer: Was ist die langfristige Investmentthese für Netflix? In den letzten Jahren hat sich das Abonnentenwachstum deutlich verlangsamt, so dass die Unternehmensleitung zum ersten Quartal 2022 das vierte Quartal in Folge mit einem einstelligen Abonnentenwachstum im Vergleich zum Vorjahr erwartet.

Wenn das Abonnentenwachstum nicht wieder anzieht, könnte Netflix gezwungen sein, seine Preise weiter anzuheben. Es ist unwahrscheinlich, dass die Ausgaben des Unternehmens für Inhalte in nächster Zeit sinken werden. Gute Inhalte haben einen Wiederholungswert, aber es wird ständig in neue Serien und Filme investieren müssen, um die Konkurrenz in Schach zu halten.

Ich will damit nicht sagen, dass Netflix in finanziellen Schwierigkeiten steckt, aber der freie Cashflow ist wichtig, wenn Unternehmen reifen. Er dient der Finanzierung von Dividenden und Aktienrückkäufen, auf die Investoren achten, wenn sich das Umsatzwachstum verlangsamt. Wenn Netflix hier nicht Leistung bringen kann, befürchte ich, dass die Aktie langfristig an eine „gläserne Decke“ stößt. Darauf müssen die Anleger in den kommenden Quartalen und Jahren achten.

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Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, die von der "offiziellen" Empfehlungsposition eines Motley Fool Premium-Beratungsdienstes abweichen kann. Eine Investitionsthese zu hinterfragen - sogar eine eigene - hilft uns allen, kritisch über Investitionen nachzudenken und Entscheidungen zu treffen, die uns helfen, klüger, glücklicher und reicher zu werden.

Dieser Artikel wurde von Justin Pope auf Englisch verfasst und am 16.04.2022 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Netflix und Walt Disney. The Motley Fool empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2024 $145 Calls auf Walt Disney und Short Januar 2024 $155 Calls auf Walt Disney. 

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