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Kraft Heinz übernimmt deutsches Start-up – Ist die Aktie jetzt ein Kauf?

Foto: Getty Images

Der US-Nahrungsmittel-Riese Kraft Heinz (WKN: A14TU4) hat am 10.12.21 verkündet, das deutsche Start-up Just Spices zu übernehmen. Seit Jahren läuft es bei Kraft Heinz nicht rund. Der Umsatz stagniert, der Aktienkurs steht 64 % tiefer als vor fünf Jahren (Stand: 10.12.21, gilt für alle Angaben). Könnte diese Übernahme der Startschuss in eine bessere Zukunft sein?

Die Übernahme im Detail

Just Spices verkauft unterschiedliche Gewürzmischungen, Dressings und „Do It Yourself Kits“, um zum Beispiel Pesto oder Glühwein selbst herzustellen. Die Produkte sprechen insbesondere jüngere Kunden an, bewegen sich im oberen Preissegment und werden überwiegend online über den eigenen Store und mittlerweile auch in Supermärkten vertrieben. Das 2014 gegründete Unternehmen hat eine starke Social-Media-Präsenz und bietet seine Produkte in Deutschland, Österreich, Spanien und der Schweiz an. Der jährliche Umsatz beträgt 60 Mio. Euro.

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Kraft Heinz übernimmt 85 % an Just Spices zu einem unbekannten Preis. Die verbleibenden 15 % werden von den drei Gründern gehalten, die dem Unternehmen erhalten bleiben. Kraft Heinz möchte die weitere Expansion des Geschäftes unterstützen und so für den Kraft-Heinz-Konzern das Umsatzwachstum antreiben und das Direct-to-consumer-Geschäft stärken. Und damit sind wir schon bei den Problemen der letzten Jahre.

Probleme der letzten Jahre

Aus dem Zusammenschluss von Kraft Foods mit H.J. Heinz entstand im Jahr 2015 das fünftgrößte Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie. Im Rahmen dieser Fusion wurden diverse Sparmaßnahmen eingeleitet, um die Margen des Konzerns zu verbessern. Dabei wurde meiner Meinung nach aber zu wenig Wert auf die Entwicklung neuer Produkte und insgesamt eine Steigerung des Umsatzes gelegt. Der Umsatz ist heute ungefähr so hoch wie nach dem Zusammenschluss vor sechs Jahren. Auch der Gewinn stagniert.

Der Hauptgrund dafür sind meiner Meinung nach sich verändernde Konsumgewohnheiten gerade bei jüngeren Konsumenten. Fettige Käse, zuckerhaltige Ketchups und Getränke sowie Cracker passen weniger in eine Zeit, in der immer mehr Menschen auf eine ausgewogene Ernährung achten, die möglichst noch biologisch und regional angebaut sein sollte. Entsprechend der geringeren Nachfrage verlieren auch die ehemals starken Marken des Konzerns an Wert und führten im Jahr 2018 zu einer milliardenschweren Abschreibung.

Um gegenzusteuern, hat das Unternehmen in den letzten Jahren einige Übernahmen getätigt. Insbesondere im Segment natürliches, biologisches Essen sowie in den Bereichen Soßen und Gewürze kaufe der US-Konzern kleinere Unternehmen auf. Just Spices passt gut in dieses Beuteschema. Gleichzeitig trennte sich der Konzern von anderen, weniger stark wachsenden Geschäftsbereichen, wie Teilen des Käse-Geschäfts, dem Erdnussbutter-Segment in Australien und Getränken in Indien.

Der Blick nach vorne

Ich begrüße diese Umstrukturierungen, bezweifle jedoch, dass sie ausreichen werden, um das Unternehmen auf einen Wachstumspfad zurückzuführen. Kraft Heinz machte im Jahr 2020 über 26 Mrd. US-Dollar Umsatz. Da sind die 60 Mio. Euro, die Just Spices als Umsatz zukünftig beitragen wird, ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Management hat sich das Ziel gesetzt, den organischen Umsatz langfristig mit 1 bis 2 % p. a. zu steigern. Der angepasste Gewinn pro Aktie soll pro Jahr immerhin um 4 bis 6 % steigen.

Mein Fazit

Mir fehlt die Fantasie, wie ein immer noch stark verschuldetes Unternehmen mit einem so geringen Umsatzwachstum und stark unter Konkurrenz stehenden Produkten langfristig ein attraktives Investment sein kann. Potenzielle Pluspunkte wie das starke Engagement von Berkshire Hathaway, die eher günstige Bewertung mit einem KGV von 12, die hohe Dividendenrendite von 4,7 % und das nichtzyklische Geschäft wiegen die Nachteile für mich nicht auf. Auch nach der Übernahme von Just Spices ist Kraft Heinz kein Kauf für mich.

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Hendrik Vanheiden besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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