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Abrutsch im Tech-Sektor: 3 Wachstumsaktien mit Kursverlusten von 42 bis 71 %, die mir noch zu heikel sind

Frank Thelen Technologie Fonds Aktien
Foto: Getty Images

Die wichtigsten Punkte:

  • Twitter wird seine bullischen Langzeitprognosen im Jahr 2023 voraussichtlich verfehlen.
  • Robinhood sieht sich mit mehr und mehr Problemen konfrontiert, dazu gab es eine peinliche Datenpanne.
  • Der Quartalsumsatz und die durchschnittlichen monatlichen Trainingseinheiten von Peloton sind seit ihren Höchstständen im letzten Jahr eingebrochen.

Der Aktienmarkt hat sich in diesem Jahr unglaublich gut entwickelt: Der breite S&P-500-Index hat bisher 27 % zugelegt. Der Nasdaq 100 hat sogar noch besser abgeschnitten und ist im bisherigen Jahresverlauf um 30 % gestiegen.

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Bei der Auswahl von Einzeltiteln sind die Schwankungen jedoch mitunter weitaus stärker ausgeprägt. Während die Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 zu einigen bemerkenswerten Wachstumsgeschichten führte, hatten einige Unternehmen in letzter Zeit Schwierigkeiten, sich an die wirtschaftliche Normalisierung anzupassen, was ihre Aktienkurse in den Keller schickte.

Diese drei Aktien gehören zu den größten Verlierern seit dem Erreichen ihres Allzeithochs. Aber trotzdem kaufe ich sie noch nicht – warum?

1. Twitter: 42 % gesunken

Die Aktien des Social-Media-Riesen Twitter (WKN: A1W6XZ) erreichten im März dieses Jahres ein Allzeithoch bei einem Schlusskurs von über 77 US-Dollar, aber seitdem geht es bergab. Das Unternehmen erlebte während der Pandemie seine bisher stärkste Phase, da die „Stay-at-home“-Wirtschaft zu einem starken Anstieg des Nutzerengagements führte, der auch Anfang 2021 anhielt.

Dies veranlasste Twitter-CEO Jack Dorsey zu Beginn des Jahres zu einer optimistischen Prognose, wonach das Unternehmen seinen Jahresumsatz bis 2023 auf 7,5 Mrd. US-Dollar verdoppeln und seine aktive Nutzerbasis auf 315 Millionen steigern könnte.

Seitdem hat sich das Wachstum jedoch verlangsamt. Ende 2020 hatte Twitter 192 Millionen täglich aktive Nutzer, im dritten Quartal 2021 waren es bereits 211 Millionen. Das entspricht einem Wachstum von nur 9,8 % in diesem Jahr, und das Unternehmen muss in den nächsten neun Quartalen ein Wachstum von 49 % erzielen, um sein Ziel zu erreichen. Da die Zahl der täglich aktiven Nutzer in den letzten vier Quartalen im Durchschnitt nur um 3,2 % pro Quartal gestiegen ist, ist davon auszugehen, dass das Ziel weit verfehlt wird.

Kennzahl

2018

2022 (geschätzt)

CAGR

Umsatz

3,04 Mrd. US-Dollar

6,17 Mrd. US-Dollar

19,36 %

Quelle: Twitter und Yahoo Finance; CAGR: Compound Annual Growth Rate

Die Einnahmen haben sich etwas besser entwickelt. Wenn Twitter die Analystenprognosen von 6,17 Mrd. US-Dollar Umsatz im Jahr 2022 erreicht, würde das Unternehmen bei einem weiteren Wachstum von 19,36 % im Jahr 2023 7,36 Mrd. US-Dollar erwirtschaften – und wäre damit immer noch weit von seinem Ziel von 7,5 Mrd. US-Dollar entfernt.

Mit einem Kurs-Umsatz-Multiplikator von 7,6 auf der Grundlage eines prognostizierten Umsatzes von 5 Mrd. US-Dollar im Jahr 2021 in Verbindung mit dem schleppenden Wachstum ist es unwahrscheinlich, dass Twitter in absehbarer Zeit seine Höchststände wieder erreichen wird.

2. Robinhood: 58 % gesunken

Robinhood Markets (WKN: A3CVQC), der innovative Börsenmakler für die Generation Z, ist kein Unbekannter in Sachen Kontroversen. Nachdem der Aktienkurs im August ein Allzeithoch von über 70 US-Dollar erreicht hatte, scheint das Unternehmen nun endgültig den unzähligen Problemen, die sein Geschäft plagen, erlegen zu sein.

Die Securities and Exchange Commission (SEC), die die Aktivitäten auf dem Finanzmarkt überwacht, hat Robinhood wiederholt wegen Irreführung seiner Kunden angeklagt. Das Unternehmen erwirtschaftet seine Einnahmen durch eine streng überwachte Praxis, die als Zahlung für den Auftragsfluss bezeichnet wird und bei der dritte Market Maker Milliarden von Dollar mit der Ausführung von Geschäften für die Privatkunden von Robinhood verdienen.

Die SEC belegte das Unternehmen im Dezember 2020 mit einer Geldstrafe in Höhe von 65 Mio. US-Dollar für seine Unzulänglichkeiten und droht nun damit, die Zahlung für den Auftragsfluss vollständig zu verbieten, was 78 % der Einnahmen von Robinhood zunichtemachen würde. Aber es könnte noch schlimmer kommen, denn auch die Robinhood-Smartphone-App wird wegen ihrer Gaming-Funktionen untersucht, die zu riskantem Verhalten verleiten sollen.

Doch das Unternehmen könnte noch mehr Kritik auf sich gezogen haben. Bisher hat es in diesem Jahr 32 % seiner Transaktionseinnahmen aus dem Handel mit Kryptowährungen erzielt, im Jahr 2020 waren es nur 3 %. Aber 40 % dieser Kryptoeinnahmen stammen von einem einzigen Token: Dogecoin, die berüchtigte Joke-Münze. Ein weiterer Hinweis auf das spekulative Verhalten der Nutzer.

Zu allem Überfluss gab es bei Robinhood gerade eine erhebliche Datenpanne, bei der die E-Mail-Adressen von 5 Millionen Kunden und die Namen von 2 Millionen weiteren Kunden offengelegt wurden. Es ist kein Wunder, dass die Aktie einen Rückschlag erlitten hat, und es könnte dauern, bis es hier wieder bergauf geht.

3. Peloton: 71 % gefallen

Die dritte und letzte Aktie, die mir selbst jetzt noch zu heikel ist, ist Peloton Interactive (WKN: A2PR0M). Der Hersteller digitaler Fitnessgeräte erreichte im Dezember 2020 ein Allzeithoch von über 162 US-Dollar, hat es aber nach dem Lockdown nicht leicht.

Peloton war die ultimative Pandemie-Aktie. Da die Fitnessstudios geschlossen waren, suchten die Menschen nach neuen Möglichkeiten, ihr Training zu absolvieren. Die Produkte des Unternehmens bieten eine gute Lösung. Abgesehen von den Geräten sind die Kurse ein großartiger vorübergehender Ersatz für den echten Coach.

Allerdings hat das Unternehmen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 ein katastrophales Ergebnis erzielt und seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr um satte 18 % von zuvor 5,4 Mrd. US-Dollar auf nur noch 4,4 Mrd. US-Dollar gesenkt. In diesem Quartal erzielte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von nur 6 % im Vergleich zum Vorjahr, obwohl es seine Marketingausgaben mehr als verdoppelt hatte, um neue Kunden zu gewinnen.

Seit dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2020 ist der vierteljährliche Umsatz von Peloton um atemberaubende 36 % zurückgegangen. Das durchschnittliche monatliche Training pro angeschlossenem Fitness-Abonnenten ist im gleichen Zeitraum ebenfalls um 36 % gesunken. Soll heißen: Die Produkte von Peloton werden schlicht sehr viel weniger genutzt.

Gut möglich, dass Peloton bei einigen Kunden im Winter wieder in der Gunst steht. Aber es scheint einen nachhaltigen Rückgang zu geben. Die Zeit wird zeigen, ob sich dieser Trend umkehren kann, aber im Moment lasse ich die Finger von der Aktie.

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Anthony di Pizio besitzt keine der angegebenen Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Peloton Interactive und Twitter. Dieser Artikel erschien am 26.11.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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