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Beiersdorf ist zurück im DAX – Ist die Aktie jetzt ein Kauf?

Nivea-Dosen als Symbol für die Beiersdorf-Aktie
Foto: Julia Roegner

Die Aktie von Beiersdorf (WKN: 520000) wurde im März 2021 von Siemens Energy aus dem DAX verdrängt. Aufgrund der Übernahme der Deutschen Wohnen durch Vonovia wurde jetzt wieder ein Platz im mittlerweile vergrößerten DAX frei. Seit dem 30.10.21 gehört Beiersdorf wieder dem größten deutschen Aktienindex an. Grund genug für mich, mir die Aktie des Hamburger Konzerns genauer anzuschauen.

Solides Geschäftsmodell

Der Konsumgüterhersteller betreibt zwei Unternehmensbereiche. Der größere Bereich mit 81 % Umsatzanteil im Jahr 2020 ist der Bereich Consumer. Hierzu zählen unter anderem die bekannten Marken Eucerin, Labello, Hansaplast und Nivea. Kleiner Fun Fact am Rande: Nivea heißt so viel wie „die Schneeweiße“ und wird von Beiersdorf seit über 100 Jahren in nahezu unveränderter Rezeptur hergestellt. Mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes von Beiersdorf in 2020 entfiel auf Nivea-Produkte. Die Produkte des Consumer-Bereichs dienen der Hautpflege und werden weltweit vertrieben. Im Jahr 2020 kamen 48 % der Umsätze aus Europa.

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Der zweite, kleinere Unternehmensbereich Tesa erzielte im letzten Jahr 54 % seiner Umsätze in Europa. Anders als der Bereich Consumer richtet sich Tesa mit seinen Klebe-Produkten nicht nur an private Endverbraucher, sondern auch an die Industrie. So nutzen zum Beispiel die Automobil- oder die Bauindustrie die Lösungen von Tesa, um Teile zu verkleben und zu befestigen. Dieser Bereich ist somit zyklischer als der klassische Konsumgüterbereich.

Aktuelle Geschäftsentwicklung

In den ersten neun Monaten 2021 stieg der Konzernumsatz nominal um 10 %. Zahlen zum Ergebnis wurden bisher nicht veröffentlicht (Stand: 01.11.21, gilt für alle Angaben). Das nominale Umsatzwachstum wurde von beiden Bereichen Consumer (+ 8 %) und Tesa (+ 18 %) getragen. Im Corona-Jahr 2020 war der Umsatz gefallen, der aktuelle Umsatz liegt jedoch bereits wieder über dem Vorkrisenniveau.

Beiersdorf konnte weltweit Marktanteile gewinnen, insbesondere in Lateinamerika. Eine starke Entwicklung des E-Commerce Geschäfts (+ 38 %) trug zum Wachstum des Consumer-Geschäfts bei. Das Tesa-Segment profitierte von einer starken Nachfrage im Electronics-Geschäft besonders in China sowie einer starken Erholung im Automotive-Bereich.

Chancen & Risiken

Das Consumer-Segment bedient den seit Jahren global wachsenden Markt für Hautpflegeprodukte. Gemäß einer Statista-Marktprognose soll der Markt auch in den nächsten fünf Jahren weiterwachsen – mit 3 % pro Jahr. Da Beiersdorf in diesem Bereich noch fast die Hälfte der Umsätze in Europa erzielt, sehe ich insbesondere in Asien und Amerika noch große Wachstumschancen. Um diese Chancen zu nutzen, könnte das Unternehmen auch kleinere lokale Marken aufkaufen. Mit einer Eigenkapitalquote von 61 % zum Ende des Geschäftsjahres 2020 verfügt der Konzern über entsprechende finanzielle Möglichkeiten.

Weiterhin könnten die starken Marken des Unternehmens bei dem Wachstum helfen. Nivea ist in Deutschland laut BrandFinance sogar die stärkste Marke überhaupt. Auch in Europa genießt Nivea nach Unternehmensangaben so großes Vertrauen wie keine andere Hautpflegemarke. Global gesehen belegt Nivea jedoch nur den elften Platz der wertvollsten Körperpflege- und Kosmetikmarken 2021. Ich sehe die Chance, dass Beiersdorf mit seiner Erfahrung Nivea und andere Marken auch global noch stärker positionieren kann.

Gleichzeitig besteht meiner Meinung nach das Risiko, dass größere und finanzstärkere Wettbewerber wie Unilever oder L’Oréal den Hamburger Konzern außerhalb Europas abhängen könnten. Neben der Konkurrenz durch die Großen der Branche sehe ich noch zwei weitere Risiken. Zum einen gibt es immer mehr günstige Eigenmarken von Supermärkten und Drogerien, die in direkter Konkurrenz zu den Produkten von Beiersdorf stehen. Zum anderen sehe ich in den etablierten Märkten eine steigende Nachfrage nach Hautpflegeprodukten frei von Zusatz- und Schadstoffen, die oft von kleineren Anbietern produziert werden.

Bewertung und mein Fazit

Die Beiersdorf-Aktie notiert zu einem KGV von 34 bezogen auf den Gewinn des Jahres 2020. Legt man das Vor-Corona-Ergebnis aus 2019 zugrunde, kommt man auf ein KGV von 27. Das ist mir zu hoch für ein Unternehmen, bei dem das EBIT von 2016 bis 2019 nur um durchschnittlich 2,6 % pro Jahr gestiegen ist. Angesichts der vielfältigen Konkurrenz erwarte ich wenig Besserung. Die Aktie ist trotz des soliden Geschäfts kein Kauf für mich.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von L’Oréal. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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