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KGV 14, Dividendenrendite 7,6 % – ist diese Aktie jetzt ein Kauf?

Dividende
Foto: Getty Images

Das deutsche Telekommunikationsunternehmen Freenet (WKN: A0Z2ZZ) ist mit einem KGV von 14 (Stand: 17.09.21, gilt für alle Angaben, bezogen auf das Geschäftsjahr 2020) günstig bewertet. Zudem schüttet der Konzern regelmäßig eine hohe Dividende aus. Die Ausschüttung dieses Jahres ergibt eine Dividendenrendite von 7,6 %. Die Aktie steht ungefähr wieder da, wo sie vor dem Corona-Crash stand. Bietet sich hier eine gute Gelegenheit für Dividendenjäger?

Das Geschäftsmodell

Freenet versteht sich selbst als „Digital-Lifestyle-Provider“. Das Unternehmen aus Schleswig-Holstein erbringt Leistungen in den beiden Segmenten Mobilfunk und TV & Medien überwiegend an deutsche Privatkunden. Kleinere Nebentätigkeiten wie E-Commerce, Advertising und EDV-Lösungen werden unter dem Segment Sonstige/Holding geführt.

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Das Kerngeschäft ist der Bereich Mobilfunk. Freenet ist mit ungefähr 7 Mio. Kunden der größte netzunabhängige Mobilfunkanbieter in Deutschland. Das Unternehmen betreibt also kein eigenes Mobilfunknetz, sondern nutzt die Netze von der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica und spart sich somit Investitionen in die Infrastruktur. Es werden sowohl Tarife der drei Netzbetreiber, als auch eigene Tarife vertrieben. Eigene Marken sind unter anderem mobilcom-debitel und klarmobil. Der Vertrieb erfolgt über die eigenen 520 mobilcom-debitel-shops, die 40 eigenen Gravis-Läden sowie über Onlineplattformen. Zudem besteht eine exklusive Partnerschaft mit MediaMarkt und Saturn.

Das zweite Segment von Freenet ist TV & Medien. Im Jahr 2020 entfielen 10 % der Gesamtumsätze auf diesen Bereich. Letztendlich werden hier öffentlich-rechtliche sowie private TV-Inhalte über Nutzung moderner Techniken an deutsche Privatkunden vertrieben. Bei freenet TV wird digitales Antennenfernsehen genutzt, bei waipu.tv das Internet.

Die Geschäftsentwicklung

Freenet machte im Jahr 2020 weniger Umsatz und weniger EBIT als im Jahr 2015. Beide Kennzahlen sind kontinuierlich rückläufig. Dies war auch schon vor der Corona-Krise der Fall. Im Mobilfunkbereich lässt sich dieser Rückgang leicht erklären. Die Anzahl der Mobilfunkkunden schrumpfte von 12,2 Mio. im Jahr 2015 auf 11,6 Mio. in 2018. Seit dem Jahr 2019 bietet Freenet keine Prepaid-Verträge mehr an. Im Jahr 2020 hatte das Unternehmen 7,1 Mio. Mobilfunkkunden.

Zuletzt hat sich diese Kundenanzahl stabilisiert. Allerdings geben die Kunden immer weniger aus. Der monatliche Umsatz pro Kunde sinkt so gut wie jedes Quartal, von 21,4 Euro im Jahr 2015 auf 18,0 Euro im letzten Quartal. Beide Faktoren zusammengenommen führen zwangsläufig zu rückläufigen Umsätzen im Segment Mobilfunk.

Um gegenzusteuern, ist Freenet im Jahr 2016 in das Segment TV & Medien eingestiegen. Nach einem starken Start erreichte der Bereich im Jahr 2017 seinen höchsten Umsatz und flachte seitdem langsam ab. Die Anzahl der Abo-Kunden von freenet TV sank über die Zeit leicht, während die Anzahl der Abonnenten von waipu.tv stark anstieg. Im letzten Quartal wuchs die Anzahl um 28 % auf jetzt 645.000 Kunden. Mit der waipu.tv App können über 160 TV-Sender online, also ohne Kabel- und Satellitenanschluss geschaut werden. Die meisten davon in HD.

Trotz dieser eher mäßigen Gesamtentwicklung war auf die Dividende von Freenet stets Verlass. Diese wurde von 2010 bis 2018 jährlich erhöht. Da im Geschäftsjahr 2018 aber 95 % des Ergebnisses als Dividende ausgeschüttet wurde, wurde die Dividende im Jahr 2019 nur noch konstant gehalten. Im Jahr 2020 wurde sie dann aufgrund der Corona-Krise fast komplett gekürzt und in diesem Jahr wieder auf das Vorkrisenniveau angehoben. Um diese hohe Dividende zahlen zu können, musste 108 % des Gewinns aus fortgeführten Geschäftstätigkeiten ausgeschüttet werden.

Mein Fazit

Die Dividendenrendite von Freenet erscheint attraktiv. Diese ist aber nicht nachhaltig, wenn sich das Geschäft nicht verbessern sollte. Und dafür sehe ich wenig Anlass. Im Mobilfunkbereich ist die Konkurrenz und somit der Preisdruck hoch. Ich gehe besonders bei den Umsätzen pro Nutzer von einem weiteren Abwärtstrend aus. Der Lichtblick ist für mich waipu.tv. Die App fürs Online-Fernsehen gewinnt immer mehr Kunden. Allerdings ist auch dieser Bereich stark umkämpft und Freenet ein eher kleiner Player. Insgesamt finde ich die geringe Bewertung mit dem KGV von 14 angemessen und würde die Freenet-Aktie nicht kaufen.

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Hendrik Vanheiden besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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