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Modeaktien im Depot? Je teurer, desto besser!

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Eine interessante Beobachtung ist die Entwicklung von Modeaktien an den internationalen Finanzmärkten. Damit meine ich den Begriff „Mode“ im engsten Sinne. Denn Unternehmen der Bekleidungsindustrie sind schon seit jeher in den bekannten Indizes enthalten.

Dabei ist vor allem der Vergleich der Unternehmen im Hoch- bzw. Niedrigpreissegment interessant. Denn wie es scheint, schlagen sich Unternehmen im Hochpreissektor deutlich besser als ihre „günstigen“ Pendants. Woran könnte das liegen?

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Vergleich der Performance

Wie man anhand nachstehender Tabelle erkennt, sind die langfristigen Renditen bei hochpreisigen Modeunternehmen deutlich höher als bei Unternehmen, die günstige Mode vertreiben (Stand: 03.09.2021). Die Ursachen für diese Unterschiede sind mannigfaltig.

Nichtsdestotrotz kann man aus meiner Sicht zwei maßgebliche Treiber identifizieren. Zum einen fällt es Luxusherstellern aufgrund ihrer Markenbekanntheit deutlich leichter, Menschen auf der ganzen Welt anzusprechen. Denn das bekannte Handtaschen-Muster von Louis Vuitton sieht und erkennt man rund um den Globus. Unabhängig davon, ob man sich in den USA, China oder Europa befindet.

Mit steigendem Wohlstand in diesen Ländern und Regionen steigen somit auch die Umsatzerlöse vieler Luxushersteller. Vor allem der Anstieg des Wohlstands im asiatischen Raum befeuert diese Entwicklung. In diese Kerbe schlägt auch die soziodemografische Entwicklung in China. Denn in kaum einem zweiten Land wird die Außenwahrnehmung so hoch geschätzt wie im aufstrebenden Land der Mitte.

Unternehmen 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre Preise
LVMH 56,77 % 110,01 % 307,06 % teuer
Hermès 69,19 % 122,08 % 224,41 % teuer
Kering 23,58 % 46,77 % 289,33 % teuer
Hennes & Mauritz 29,13 % 47,02 % -37,67 % günstig
Tom Tailor -63,47 % -98,68 % -97,58 % günstig
Gap 41,06 % -19,48 % -1,93 % günstig

Umsatzerlöse trotz Krise?

Der zweite Punkt, weshalb Luxus-Aktien einen Vorteil haben, liegt in der Stabilität des Geschäftsmodells begründet. Denn den größten Anteil am Umsatz machen diese Unternehmen mit überaus reichen Personen. Für diese Personengruppe ist die wirtschaftliche Entwicklung sekundär. Keine Frage, es wird bestimmt mehr Umsatz gemacht, wenn es der Wirtschaft gut geht und die Börsenkurse anziehen. Jedoch gibt es einen bestimmten Anteil am Umsatz, der auch in absoluten Krisenzeiten anfallen würde.

Denn für Superreiche gibt es kaum eine Krise, die so schwer wäre, dass man nicht etwas Luxus-Shopping betreiben könnte. Daher würde ich sogar so weit gehen und LVMH (WKN:853292), Kering (WKN: 851223) und Co. in die Kategorie des nichtzyklischen Konsums einstufen.

Luxus-Aktien schon zu teuer?

Die hohen Renditen der Vergangenheit haben jedoch auch ihren Preis. Dies trifft vor allem jene Anleger, die nicht investiert an der Seitenlinie warten. Um ehrlich zu sein, erachte ich die aktuellen Marktpreise vieler Luxushersteller als überbewertet.

Nichtsdestotrotz bin ich für die langfristige Entwicklung weiters positiv gestimmt. Aufgrund des immanenten Rückschlagrisikos kaufe ich daher aktuell keine Luxusaktien über Einzelkäufe. Viel mehr versuche ich über einen langfristigen Aktiensparplan einen Fuß in die Türe zu bekommen.

Denn mögliche Rücksetzer sind schon durch die unvorhersehbare Politik Chinas möglich. Somit halte ich es für möglich, dass die chinesische Regierung Privatpersonen am exzessiven Luxusleben hindern könnte. Sollte es zu einem vergleichbaren Szenario kommen, müsste man die fundamentalen Geschäftsaussichten der Luxusaktien erneut unter die Lupe nehmen. Eingepreist ist dieses Risiko jedenfalls nicht.

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Michael besitzt Aktien von LVMH. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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