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E.ON-Aktie über 11 Euro: Darum ist es noch nicht zu spät für einen Einstieg

E.ON Zentrale Essen
Bild: E.ON SE

Über Jahre hinweg pendelte der Kurs der E.ON-Aktie (WKN: ENAG99) um den Wert von 9 Euro. Und das war noch positiv für die Aktionäre im Vergleich zum Niedergang in den Vorjahren. Nun scheint sich jedoch eine echte Chance für eine nachhaltige Trendwende aufzutun. Hier sind die Gründe.

Die Integration mit Innogy ist abgeschlossen

Der komplexe Deal mit RWE (WKN: 703712) war keine leichte Geburt. Geschäftsbereiche mussten aufwendig herausgelöst und neu zusammengefügt werden. Unterschiedliche Unternehmenskulturen und IT-Systeme mussten unter einen Hut gebracht werden. Gleichzeitig saßen den Konzernen die Regulierungsbehörden im Nacken. Vor allem E.ONs steigende Marktmacht war vielen ein Dorn im Auge.

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Noch laufen zwar entsprechende Klagen, aber so wie es aussieht, passiert da nicht mehr viel. E.ON kann sich jetzt darauf konzentrieren, die erhofften Größenvorteile zu schöpfen. Dazu gehören auch die Investitionen in eine konzernübergreifende cloudbasierte Plattform, die 2020 in Partnerschaft mit SAP (WKN: 716460) angestoßen wurden.

Mittelfristig dürfte die E.ON-Aktie einerseits von der sinkenden Kostenbasis profitieren. Andererseits ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten für innovative Geschäftsmodelle. Die gesteigerte Agilität sollte es erleichtern, neue Wachstumsinitiativen auszurollen.

Mögliche Impulse für die E.ON-Aktie durch die Mobilitäts- und Energiewende

Die Energiewelt ist im Umbruch. Während die früher dominierende Erdölindustrie ihre besten Tagen gesehen hat, herrscht im Elektrizitätssektor gute Stimmung. Auf allen Ebenen wird hart an der Elektrifizierung gearbeitet. Der Anteil der Stromwirtschaft am gesamten Energieverbrauch steigt so kontinuierlich. Da ist es naheliegend, dass große Spieler wie E.ON davon profitieren können.

Die Infrastruktur des Konzerns stellt eine zentrale Plattform dar, an der eine steigende Anzahl an dezentralen Verbrauchern und Erzeugern angeschlossen ist. Elektrofahrzeuge, Solaranlagen und Ladesäulen sind drei Beispiele, die auf Jahre hinaus schnell wachsen. Und E.ON ist nicht nur damit beschäftigt, diese in seine Netze zu integrieren, sondern hat auch neue Geschäftsmodelle entwickelt.

Weiterhin aussichtsreich erscheint das Geschäft mit Ladetechnik, wo E.ON sowohl Hardware als auch verschiedene Services bietet. Da könnte nun richtig Schwung reinkommen. Und was das Erdgasgeschäft angeht, mache ich mir wenig Sorgen, da E.ON auch bei Biogas und Wasserstoff mitspielt.

Starke Bilanz erlaubt steigende Dividenden für die E.ON-Aktie

Als die lange geplante Abspaltung von Uniper (WKN: UNSE01) auf den beschleunigten Kohle- und Atomausstieg traf, geriet die Bilanz von E.ON kurzfristig sogar unter Wasser. Gewaltige Abschreibungen und die Abgabe von Vermögenswerten unter Buchwert führten zu einem negativen Eigenkapital. Seither ist es dem Management jedoch gelungen, den Konzern wieder in stabiles Fahrwasser zu führen.

Nun spricht alles dafür, dass der Verschuldungsfaktor nachhaltig auf ein solides Investmentgrade-Niveau sinken wird. Das bedeutet, dass E.ON noch besseren Zugriff auf zinsgünstige Kredite haben wird. Gleichzeitig wird E.ON einige seiner hochverzinslichen Altschulden los. Im aktuellen Quartal ist beispielsweise eine Anleihe im Umfang von 1 Mrd. Euro dran, auf die E.ON satte 6,5 % pro Jahr bezahlte. Das sind 65 Mio. Euro, die zukünftig in das Geschäft investiert werden können.

Bereits jetzt fällt der Gewinn je Aktie deutlich höher aus als die Dividende im Bereich von 50 Eurocent. Für das laufende Jahr werden 84 bis 92 Eurocent erwartet. Rund 40 Eurocent je Aktie verbleiben folglich im Unternehmen. Auf dieser Basis sollte es gut möglich sein, die Bilanz weiter zu stärken und neue Wachstumspotenziale zu generieren.

Zusätzlich zur versprochenen Steigerung der Dividende um jährlich 5 % sind daher auch Kurssteigerungen wahrscheinlich. Zwar will ich nicht so weit gehen, die abgehobenen Träume vom „größten Energiekonzern der Welt“ aus dem Jahr 2007 wiederzubeleben. Aber mit etwas Geduld erscheint vieles möglich bei der E.ON-Aktie.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt SAP.

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