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Gigantisch! 264-Meter-Offshore-Windturbine von MingYang – so profitieren deutsche Partner

erneuerbare Energien
Foto: Getty Images

Dass westliche Hersteller bei Onshore-Turbinen zunehmend von chinesischen Rivalen bedrängt werden, hat sich bereits seit Jahren abgezeichnet. Ein neueres Phänomen ist jedoch, dass diese auch offshore mittlerweile das Zepter übernehmen. Mit der nun vorgestellten 16-Megawatt-Turbine führt MingYang das Feld der leistungsfähigsten Turbinen an. Partner aus dem deutschsprachigen Raum haben daran ihren Anteil. Mit den richtigen Aktien könnten wir möglicherweise von MingYangs Vorstoß profitieren.

So stark ist die MingYang-Turbine

Der am 20. August vorgestellte 264 Meter hohe Koloss namens MySE 16.0-242 gilt als die größte Windturbine der Welt. Mit seinen 118 Meter langen Rotorblättern überstreicht sie eine Fläche von 46.000 Quadratmetern (4,6 Hektar). Der geschätzte Jahresertrag einer einzigen Anlage beträgt 80 Gigawattstunden (GWh), genug Strom für rund 20.000 Haushalte. Nächstes Jahr soll der Prototyp in Betrieb gehen und 2024 sollen die ersten kommerziellen Projekte beliefert werden.

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Zum Vergleich: Der zwischenzeitliche Spitzenreiter Haliade-X von General Electric (WKN: 851144) nutzt für seine 14-Megawatt-Version 107 Meter lange Rotorblätter, ist mit 260 Metern nur wenig kleiner und verspricht bis zu 74 GWh pro Jahr.

MingYang war 2020 der weltweit sechstgrößte Hersteller nach installierter Kapazität, hat im Januar zum ersten Mal einen Offshore-Auftrag in Europa gewonnen und ist in China ein Pionier bei schwimmenden Offshore-Turbinen. Das Management sagt, dass der Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Entwicklung in der Zusammenarbeit mit globalen Supplychain-Partnern besteht sowie der Integration von „cutting-edge“-Technologien aus diversen Hightechbranchen.

Diese Partner arbeiten mit MingYang

Eine ganze Reihe von Partnern aus dem deutschsprachigen Raum dürfte eine wichtige Rolle gespielt haben, um dieses Wunder der Technik zu realisieren. Sollte das Turbinenmodell ein Verkaufsschlager werden, dann locken richtig gute Geschäfte. Schließlich gehen hier auch die Zulieferer an die Grenzen des technisch Möglichen. Und dort ist die Konkurrenz gering, was größere Margen zulässt.

Im Börsenprospekt von 2010 listete MingYang seine wichtigsten Zulieferer auf, darunter:

  • Frequenzumrichter von ABB (WKN: 919730) und Siemens (WKN: 723610)
  • Pitch Control Systeme von SSB Wind Systems (heute Teil von Nidec (WKN: 505531))
  • Hauptlager von Schaeffler (WKN: SHA015)
  • Yaw- und Pitch-Lager von Rothe Erde (Tochter von Thyssenkrupp (WKN: 750000))

Zudem bestand damals eine enge Entwicklungspartnerschaft mit Aerodyn. Der deutsche Turbinendesigner, der kürzlich in Aerovide umbenannt wurde, unterstützte Mingyang seit der 1,5-Megawatt-Klasse mit seinem Know-how. Seit einigen Jahren entwickeln die Chinesen anscheinend auf eigene Faust weiter. Andere sind weiterhin dabei.

So gehörte Rothe Erde 2018 laut eines Börsenprospekts von 2019 zu den Top-5-Zulieferern. 2019 bestellte MingYang Hauptlager bei Liebherr und beabsichtigte gleichzeitig eine vertiefte Zusammenarbeit. Ob Schaeffler damit wohl raus ist? Im Mai meldete der Wettbewerber die Inbetriebnahme des größten Standorts für Windturbinenlager in Nanjing. Offenbar ist die Auftragslage in China gut, egal ob mit oder ohne MingYang.

Ist das Glas halb voll oder halb leer für deutsche Windkraftzulieferer?

Die Nachfrage nach Komponenten für Windturbinen könnte in den nächsten Jahren geradezu explodieren, denn die neuesten gigantischen Turbinen aus chinesischer Fertigung versprechen hervorragende Erträge für Windkraftbetreiber. Die hohen Marktanteile der bisher im Offshore-Bereich dominierenden westlichen Windradbauer drohen jedoch angesichts der Ambitionen von chinesischen Anbietern wie MingYang zurückzugehen.

Die Frage ist dann, wie gut die Lieferanten dort im Geschäft sind. Denn seit einiger Zeit scheinen einheimische Anbieter wie China High Speed Transmission Equipment Group (WKN: A0MUT4) das Ruder zu übernehmen. Zahlreiche Zulieferer, die vor zehn Jahren noch gut im Geschäft waren, haben schon länger keine Erfolge mehr aus China gemeldet.

Einige der wenigen Ausnahmen scheinen die Anbieter von Großlagern zu bilden. Technologieführer wie Schaeffler, Rothe Erde und Liebherr können dort offenbar große Marktanteile verteidigen. Daneben sieht sich auch die schweizerische Gurit (WKN: 870988), die sich auf Rotorblätter spezialisiert hat, gut aufgestellt, um vom chinesischen Offshore-Boom zu profitieren.

Es gilt also, genau hinzusehen, bevor man hier investiert. Setzt man jedoch auf diejenigen mit großem Burggraben, dann sind hervorragende Kursgewinne möglich.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Schaeffler und partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

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