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Big Tech nach den Quartalszahlen – lohnt sich jetzt ein Einstieg?

Unilever Dividenden
Foto: Getty Images

Die großen Tech-Unternehmen Alphabet (WKN: A14Y6H), Amazon (WKN: 906866), Apple (WKN: 865985), Facebook (WKN: A1JWVX) und Microsoft (WKN: 870747) verkündeten in der vergangenen Woche ihre Quartalszahlen. Als Reaktion fielen die Aktienkurse der Unternehmen, nur bei Alphabet gab es einen leichten Kursanstieg (Stand 31.07.21, gilt für alle Angaben). Gibt es gute Gründe für die Kursrückgänge oder bieten sich hier Kaufchancen?

Meine Highlights des Quartals

Trotz ihrer enormen Größe wuchsen die großen Tech-Unternehmen auch im letzten Quartal mit beeindruckenden Raten:

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Unternehmen Umsatz in Mrd. US-Dollar Umsatzsteigerung Gewinn in Mrd. US-Dollar Gewinnsteigerung KGV
Amazon 113 27 % 8 48 % 58
Apple 81 36 % 22 93 % 29
Alphabet 62 62 % 19 166 % 29
Microsoft 46 21 % 17 47 % 35
Facebook 29 56 % 10 101 % 26

Quelle: Quartalsberichte der jeweiligen Unternehmen. Steigerungen zum Vorjahr und KGV (bezogen auf die letzten 12 Monate) sind selbst berechnet.

Diese enormen Umsätze und Gewinne beziehen sich nur auf ein Quartal! Das starke Wachstum wird durch die ursprünglichen Kernbereiche wie Onlinehandel bei Amazon oder die Google-Suchmaschine bei Alphabet getrieben. Zunehmend tragen jedoch auch weitere Geschäftsbereiche zum starken Wachstum bei.

Einige Highlights möchte ich hervorheben: Bei Alphabet wuchsen die YouTube-Umsätze um 84 % auf 7 Mrd. US-Dollar. Damit macht YouTube jetzt fast so viel Umsatz wie Netflix und dürfte bald das größte Streaming-Unternehmen der Welt sein. Bei Microsoft wuchsen die Umsätze von LinkedIn um 46 %. Die Plattform verbreitert ihre Angebote stetig und wird bald in den wachsenden Markt der Vermittlung von Freiberuflern einsteigen.

Facebook konnte die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer weiter steigern – auf jetzt 2,9 Mrd. Nutzer. Dies entspricht unglaublichen 37 % der Weltbevölkerung. Auch Apple glänzte mit starkem Wachstum in allen Produktkategorien und hat jetzt 700 Mio. zahlende Abonnenten. Außerdem stiegen die Cloud-Umsätze von Amazon Web Services (+ 37 %), Microsoft Azure (+ 51 %) und Google Cloud (+ 54 %) weiter an. Die drei Unternehmen dominieren gemeinsam den wachsenden Markt für Cloud-Infrastruktur.

Die Wachstumsgeschichte hält an

Man sieht gut, dass kein Abflachen des Wachstums erkennbar ist. Und dies, obwohl alle fünf Unternehmen jeweils mehr als eine, Apple und Microsoft sogar mehr als zwei Billionen US-Dollar schwer sind. Zum Vergleich: Alle dreißig DAX-Unternehmen kommen gemeinsam auf eine Marktkapitalisierung von 1,8 Billionen US-Dollar. Wie schaffen es die riesigen Tech-Konzerne, das Wachstum so hoch zu halten?

Ich denke, ein Erfolgsgeheimnis ist, dass sich die Konzerne laufend neue Geschäftsfelder erschließen. Mit ihren enormen Gewinnen kaufen sie zum einen laufend kleinere Unternehmen mit vielversprechenden Technologien auf. Oft werden diese Deals geheimgehalten. Von einer Aussage von Apple CEO Tim Cook aus dem Frühjahr 2021 wissen wir jedoch, dass Apple in den letzten sechs Jahren mehr als 100 Unternehmen akquiriert hat. Microsoft übernahm allein in diesem Jahr bisher sieben Unternehmen. Die größte dieser Übernahmen, Nuance Communications, hat sich der IT-Riese stolze 19,7 Mrd. US-Dollar kosten lassen.

Zum anderen zieht Big Tech die klügsten Köpfe an. Die Konzerne führen regelmäßig die Listen der beliebtesten Arbeitgeber an. Sie können es sich leisten, ihre Mitarbeiter sehr gut zu entlohnen und langfristig in Geschäftsfelder zu investieren, bei denen Gewinne erst in vielen Jahren absehbar sind. Dabei machen sie sich vermehrt untereinander Konkurrenz. In den Bereichen Entertainment, Werbung, Onlinehandel, Bezahldienste und Cloud-Computing verschwimmen die Grenzen zwischen den Unternehmen zunehmend.

Mein Fazit

Kurzfristig wurden im abgelaufenen Quartal hohe Erwartungen von Analysten teils nicht erfüllt, teils ist der Unternehmensausblick nicht so gut wie erhofft. Langfristig ändert dies jedoch nichts daran, dass alle fünf Tech-Riesen sehr gut für die Zukunft aufgestellt sind. Auch wenn die Regulierung steigen sollte und sich die Konzerne teils aufspalten sollten, werden diese Unternehmen meiner Meinung nach in zehn Jahren besser dastehen als heute. Angesichts des aktuellen Wachstums und der Fähigkeit, sich immer neue Geschäftsbereiche zu erschließen, erscheinen mir die Bewertungen der Unternehmen nicht zu hoch. Für mich bieten sich hier gute Einstiegschancen für langfristige Investoren.

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Hendrik Vanheiden bestitzt Aktien von Alphabet, Amazon, Apple, Facebook, Netflix und Microsoft. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- & C-Aktien), Amazon, Apple, Facebook, Microsoft und Netflix und empfiehlt die folgenden Optionen: Short March 2023 $130 Call auf Apple, Long March 2023 $120 Call auf Apple, Long January 2022 $1920 Call auf Amazon und Short January 2022 $1940 Call auf Amazon.

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