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Vergiss Windeln.de! Aktien wie Hermle bringen in echt eine frühe Rente

Automated machines
Image source: Getty Images

Inzwischen ist der Hype um Zocker-Aktien über den großen Teich geschwappt. Es hat wohl inzwischen jeder halbwegs interessierte Anleger von dem Kursfeuerwerk von totgesagten Unternehmen wie AMC Entertainment (WKN: A1W90H) oder GameStop (WKN: A0HGDX) gehört. Jetzt steht der deutsche Onlinehändler Windeln.de (WKN: WNDL20) im Mittelpunkt der Investoren. Die Firma arbeitet seit vielen Jahren defizitär. Es steht in den Sternen, ob sich das jemals ändert. Am Ende profitieren wohl nur die Firma über eine Kapitalerhöhung und der Verfasser der Aktienempfehlung. Dieser hat inzwischen wahrscheinlich den Marsalek gemacht.

Als kompletter Gegenentwurf kommt dagegen die Aktie der Maschinenfabrik Berthold Hermle (WKN: 605283) daher. Das Unternehmen ist ein führender Hersteller von Fräsmaschinen. Die Maschinen kommen in verschiedensten Branchen wie Medizintechnik, Automobilindustrie oder Luft- und Raumfahrt zum Einsatz. Dadurch kommt Hermle selbst durch schwierige Phasen für den Maschinenbau ziemlich unbeschadet.

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Die Geschäftszahlen von Hermle

Zwar musste das Unternehmen 2020 einen Umsatzrückgang von ca. 35 % verkraften, trotzdem konnte Hermle für das Gesamtjahr noch eine Betriebsergebnis-Marge von ca. 18 % verzeichnen. Die Bilanz zum Stichtag 31.12.2020 ist der Traum für jeden nach Sicherheit suchenden Anleger. Hermle hat keine Bankverbindlichkeiten. Stattdessen könnten alle vorhandenen Verbindlichkeiten sofort mit den flüssigen Mitteln zurückgezahlt werden. Dann würden immer noch 32 Mio. Euro übrig bleiben. Durchaus beachtlich für ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von 347 Mio. Euro.

Dazu dreht sich allmählich auch wieder der Wind und es kommt zu einer Nachfragebelebung. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist der Auftragseingang um 9,5 % gestiegen. Wenn man bedenkt, dass die ersten beiden Monate im Vorjahr nur sehr eingeschränkt von Corona betroffen waren, ein durchaus beachtenswertes Ergebnis. Die Unternehmensführung von Hermle geht daher auch von einem stabilen oder im günstigen Fall sogar wachsenden Konzernumsatz aus. Hier nennt das Unternehmen Verteuerung von Zuliefermaterialien, das Auslaufen von Kurzarbeit und den anhaltenden Wettbewerbsdruck als Ursachen.

Die Zukunft hält Einzug

Das Unternehmen ruht sich daher nicht auf seinem guten Ruf und der hohen Qualität der Maschinen aus. Stattdessen hat man in den letzten Jahren in die Automatisierung und Digitalisierung investiert. Seit 2020 gibt es Automatisierungslösungen für das komplette Maschinenprogramm. Den wachsenden Bedarf nach Industrie-4.0-Lösungen bei den Kunden begegnet Hermle mit der Konzeption von komplett automatisierten und vernetzten Fertigungsprozessen.

Daneben bietet man mit dem MPA-Verfahren eine Technologie, durch die Bearbeitungszentren um eine additive Komponente erweitert werden. Bei dem Verfahren wird ein Metallpulver mit Überschallgeschwindigkeit auf ein Bauteil aufgetragen. Dadurch werden Materialkombinationen, reduzierte Taktzeiten und Bauteilqualitäten möglich, die sonst nicht möglich wären.

Mittelfristig gehe ich deshalb davon aus, dass sich auch die Aktie des Unternehmens wieder in Richtung ihres Allzeithochs aus dem Jahr 2018 entwickelt. Das ist gleichbedeutend mit einem Kurspotenzial von ca. 40 %.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Hermle. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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