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400 % Aktienrendite in kurzer Zeit: Wenn Glück zum Problem wird

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400 % Aktienrendite oder sogar mehr in kurzer Zeit erzielen, wer wünscht sich das nicht? Jeder Börsianer träumt von einem waschechten Multibagger im Depot. Seitdem die Corona-Pandemie in unser aller Leben omnipräsent ist, hat sich auch einiges an der Börse getan. Immerhin erlebten wir im März 2020 einen ordentlichen Börsencrash und kaum jemand hätte mit dem gerechnet, was darauf folgte: Viele Aktien erholten sich nicht nur sehr schnell von dem Crash, sondern starteten eine regelrechte Bullenrallye.

Infolgedessen konnten einige Aktionäre, die zuvor mitten im Crash Positionen eröffnet hatten, satte Gewinne verbuchen. Wie wir wissen, haben seit dem Coronacrash im letzten Jahr auch viele Börsenneulinge den Weg an den Aktienmarkt gefunden. Gerade diese hatten viel Grund zur Freude, denn das Depot war von Anfang an deutlich in den schwarzen Zahlen.

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Eine hohe Aktienrendite zu erzielen, vor allem in so kurzer Zeit, ist etwas Besonderes. Doch dieses Glück kann oft zum Problem werden.

Glücksgriff oder Kalkül?

Problematisch wird eine hohe Aktienrendite dann, wenn man eine Aktie auf gut Glück oder sogar auf Zuruf gekauft hat. Selbstverständlich guckt man zunächst nur auf die positive Entwicklung in seinem Depot, aber als Investor sollte man immer wissen, in welche Unternehmen man investiert und wie diese ihr Geld verdienen. Denn erst dann kann man einschätzen, ob die hohen Kursgewinne auch gerechtfertigt sind.

Fehlt einem die Einschätzungs- und die damit verknüpfte Handlungsmöglichkeit, kann der (Buch-)Gewinn schnell wieder weg sein. Wenn du beispielsweise Aktien von Square, Nel, Plug Power oder Peloton im Depot hast: Glückwunsch, diese sind im vergangenen Jahr stark gestiegen, teilweise um 400 % oder mehr. Doch wenn du nicht weißt, weshalb, solltest du schnell damit anfangen, dir Gedanken darüber zu machen.

Ich persönlich habe bereits den einen oder anderen Anleger kennengelernt, der anfängt zu zittern, wenn eine dieser Aktien etwas korrigiert. Schlussendlich bringt einem eine hohe Aktienrendite alleine nicht viel, wenn man dadurch Angstzustände bekommt und selbst nicht richtig einschätzen kann, was man am besten machen soll.

Eine hohe Aktienrendite ist kein Dauerzustand

Ein weiteres Problem, das mit schnellen Kursanstiegen einhergeht, ist, dass man sich an ein positives Börsenumfeld gewöhnt. Ich habe bereits häufiger erlebt, dass vor allem frisch gebackene Investoren keinerlei Gefühl dafür haben, wie die Börse eigentlich funktioniert. Ständig eine hohe Aktienrendite einzufahren ist keineswegs ein Dauerzustand. Wer davon ausgeht, wird früher oder später bitter enttäuscht.

Wichtig ist daher also, sowohl ein Gefühl für die Börse als auch für seine Unternehmen zu entwickeln. Daraus resultiert im besten Fall genügend Kenntnis, um Entwicklungen besser einschätzen und passende Handlungen daraus ableiten zu können.

Hohe Aktienrenditen erzielt man mit dem Kopf

Unabhängig davon sollte man auch wissen, welches Spiel man an der Börse spielen möchte. Ist man gekommen, um zu zocken, wäre wohl eine Rendite von 400 % oder mehr innerhalb von einem Jahr sehr attraktiv und man könnte seine Anteile einfach verkaufen.

Auch für unternehmensorientierte und langfristig denkende Investoren ist eine so hohe Aktienrendite in kurzer Zeit Grund zur Freude. Allerdings wäre ein Verkauf der im Wert gestiegenen Anteile für langfristige Investoren womöglich nur dann sinnvoll, wenn die Aussichten auf weiteres Wachstum nicht gegeben sind.

Falls man jedoch von dem Unternehmen überzeugt ist, könnte es sogar sinnvoll sein, bei den Gewinnern noch mal bei Gelegenheit nachzukaufen. Denn nur weil eine Aktie innerhalb von einem Jahr stark gestiegen ist, heißt es nicht, dass der Wert des Unternehmens nicht innerhalb der nächsten zehn Jahre trotzdem weitersteigt.

Eine hohe Aktienrendite ist so oder so etwas Schönes. Doch man lebt und investiert einfacher, wenn man seine Unternehmen recherchiert, kennt und vor allem langfristig begleitet. Das ist zumindest meine bisherige Erfahrung.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von NEL. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Peloton und Square.

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