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Poppt die Steinhoff-Aktie diese Woche hoch? Der große Tag kommt

Foto: Getty Images

Wer jetzt noch bei Steinhoff International (WKN: A14XB9) investiert ist, der klammert sich an jeden Strohhalm. Einen dieser Strohhalme stellt der Börsengang der Pepco Group (ISIN: NL0015000AU7), „Europas unübertroffener Discount-Gemischtwarenhändler“, dar. Die Aufnahme des Handels an der Warschauer Börse steht bevor. Je nachdem, wie sich der Kurs entwickelt, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf die Steinhoff-Aktie haben.

Was man zur Pepco-Aktie wissen muss

Schon am 14. Mai wurde die Anzahl der auszugebenden Aktien und der Ausgabekurs bekannt gegeben. Am Wochenende war ich neugierig, wie sich der Kurs zwischenzeitlich entwickelt hat. Doch weder Suchmaschine oder Börsenportale noch die Warschauer Börse konnten weiterhelfen. Des Rätsels Lösung: Der erste Handelstag ist erst für den 26. Mai terminiert, nachdem die Zuteilung der gezeichneten Anteile am 21. Mai erfolgt war.

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Die Pepco Group N.V. ist eine in den Niederlanden registrierte Holding, die von London aus gesteuert wird und deren Aktien in Polen gehandelt werden. Auf den Britischen Inseln ist der Teilkonzern Poundland zu Hause und das Top-Management von Pepco um CEO Andy Bond ist auch britisch. Das Aushängeschild ist jedoch die von Polen aus gesteuerte Discount-Kette, die mit einem breiten Sortiment rund um Kinderkleidung und Haushaltswaren große Erfolge feiert.

Zum 31. März umfasste das Pepco-Reich 2.229 Filialen in 13 Ländern, bei einer klaren Marktführerschaft im Heimatmarkt Polen. Der Markteintritt in Spanien erfolgte im April. Auch Poundland operiert seit einiger Zeit in Spanien und Polen, sodass dort mit Synergien entlang der Wertschöpfungskette zu rechnen ist.

Nach 3,5 Mrd. Euro im vergangenen Geschäftsjahr (es endete am 30. September) sollte spätestens nächstes Jahr die Marke von 4 Mrd. Euro Umsatz fallen. Davon könnte ein operativer Gewinn im Bereich von über 300 Mio. Euro abfallen, wenn die Margen mindestens das Niveau von 2019 erreichen. Das scheint eine Bewertung von deutlich über 5 Mrd. Euro zu stützen.

Allerdings beläuft sich das Eigenkapital noch auf weniger als 1 Mrd. Euro. Das sollte das Potenzial für nachhaltige Höhenflüge zunächst begrenzen.

Darum sollten Besitzer der Steinhoff-Aktie besonders aufpassen

Steinhoff ist tief unter Wasser. Die massiven Finanzierungs-, Restrukturierungs-, Prozess- und Beratungskosten, die das Nachspiel des Bilanzierungsskandals nach sich gezogen hat, haben sämtliche Geldzuflüsse aufgefressen. Mehrere operative Töchter, die einst wie erfolgreiche Betriebe wirkten, mussten fast zum Nulltarif an Investoren abgegeben werden, um den Barmittelabfluss zu bremsen.

Viele Milliarden Schulden stehen so noch immer in der Bilanz. Dem stehen als wesentliche Vermögenswerte die Anteile an Pepkor in Südafrika und die britisch-polnische Pepco Group gegenüber, zuzüglich einiger kleinerer Haushaltswaren- und Möbelketten in Europa, Asien und den USA. Im Moment erscheint der Abstand zur Nulllinie, die eine Überschuldung abwenden würde, noch meilenweit.

Wenn es den Beteiligungen nicht gelingt, durch strategische Meisterleistungen eine erhebliche Aufwertung herbeizuführen, dann steht früher oder später der Schuldenschnitt an, der Aktionäre im Endeffekt enteignet.

Doch genauso wie ein Fußballspiel erst endet, wenn der Schiedsrichter abpfeift, ist es auch hier. Immerhin hat der Pepkor-Kurs zuletzt wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Und wenn dort der Fintech-Bereich, der zig Tausend informelle Eckläden mit digitalen Terminals ausstattet (unter der Marke „Flash“) und unkompliziert Kleinkredite vermittelt („Capfin“), die Aufmerksamkeit der Global Player auf sich zieht, dann könnte es noch einiges höher gehen.

Ähnliches gilt für Pepco. Wenn die Gruppe sowohl ihre Expansionsgeschwindigkeit aufrechterhalten kann als auch ihre Profitabilität noch weiter erhöht, dann wäre eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts denkbar.

Womit Anleger nach Pepcos Börseneinführung rechnen sollten

Im besten Fall schießt die Pepco-Aktie in den ersten Tagen übertrieben hoch, was der Steinhoff-Aktie gewaltigen Auftrieb verleihen könnte. Denn jede Milliarde, die die Tochter zusätzlich bewertet wird, steigert schließlich die Überlebenschancen der Holding. Eine überlebende Steinhoff könnte weit über eine Milliarde Euro wert sein.

Wie oben beschrieben, muss dafür allerdings richtig viel Gutes zusammenkommen. Sehr wahrscheinlich ist das nicht. Von daher könnte es Sinn ergeben, ein etwaiges Hochspringen der Steinhoff-Aktie zum Absprung zu nutzen, um dann in erstklassige Unternehmen zu investieren, die auf lange Sicht Werte für ihre Aktionäre schaffen. Sollte die Pepco-Aktie abtauchen, könnte sie sogar in die engere Wahl kommen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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