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Zur Rose: Mit dieser Kooperation generiert die Versandapotheke neues Wachstumspotenzial

Foto: Getty Images

Am 17. August 2020 schloss Zur Rose (WKN: A0Q6J0) die Übernahme von Apotal erfolgreich ab. Bei dieser Akquisition ging es nicht allein darum, einen kleineren Konkurrenten zu schlucken. Zur Rose hatte es damit vor allem auf das Diabetes-Netzwerk abgesehen.

Diabetes ist in den Industrienationen die „Volkskrankheit Nr. 1“. Die Zahl der Betroffenen nimmt stetig zu. Laut der International Diabetes Federation (IDF) waren im Jahr 2019 6,3 % aller Europäer an Diabetes erkrankt. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil der Betroffenen auf 7,3 % steigen. Der Zugang zu dieser Patientengruppe ist für Zur Rose äußerst attraktiv. Zum einen, weil Diabetes-Patienten ein hohes Volumen an wiederkehrenden Bestellungen erzeugen. Zum anderen, weil dieser Adressatenkreis Potenzial für künftiges Cross-Selling bietet. Viele Patienten finden es sicherlich sehr praktisch, wenn sie nicht nur ihre Diabetes-Medikamente und -Utensilien auf ein und derselben Plattform bestellen können, sondern auch gleich sämtliche Medikamente für alle sonstigen Anliegen.

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Mit Novo Nordisk noch erfolgreicher im Diabetesgeschäft

Am 11. Januar 2021 kündigte Zur Rose eine neue Kooperation mit Novo Nordisk (WKN: A1XA8R) – dem führenden Player im Diabetes-Geschäft – an. Zunächst geht es bei der Zusammenarbeit nicht um Diabetes direkt, aber um eine Krankheit, die eng in Zusammenhang damit steht: Adipositas. Sehr viele Diabetes-Patienten leiden auch an schwerem Übergewicht. Die beiden Krankheiten können sich gegenseitig bedingen.

Die Schweizer Versandapotheke und das dänische Pharmaunternehmen wollen ihre Kompetenzen nun zur Bekämpfung von Adipositas bündeln. Ein neues digitales Zentrum rund um diese Krankheit soll entstehen. Patienten sollen auf einer digitalen Plattform einen einfachen und umfassenden Zugang zu für sie relevanten Gesundheitsdiensten erhalten. Dazu gehört neben Informationen rund um die Krankheit und Diagnose auch Aufklärung über mögliche Behandlungsmethoden ebenso wie Hilfe bei der Arztsuche. Selbstverständlich wird auch der Vertriebskanal von Zur Rose genutzt, damit Patienten Medikamente bequem und schnell online bestellen können.

Die Kooperation verspricht eine Win-win-Situation für beide Unternehmen. Noch im ersten Quartal 2021 wird die Zusammenarbeit in Deutschland starten. Weitere Märkte in Europa sollen danach folgen. Wenn die Ziele aufgehen, kann ich mir gut vorstellen, dass Novo Nordisk und Zur Rose eine ähnliche Plattform auch für Diabetes aufbauen und beide miteinander vernetzen.

Zur Rose bleibt eine interessante Halteposition

Im Geschäftsjahr 2020 wurde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 14,4 % auf 1,8 Mio. Schweizer Franken gesteigert. In den letzten fünf Jahren wuchs der Umsatz durchschnittlich um 8 % pro anno. Ein ebenfalls positives Signal ist das Wachstum der Kundenbasis. Seit dem ersten Halbjahr 2019 wuchs die Zahl der Kunden von sechs auf 10,5 Mio. Gemessen am Umsatz hat Zur Rose einen weiten Vorsprung. Der Umsatz ist zurzeit um rund 42 % höher als beim größten Kontrahenten Shop Apotheke (WKN: A2AR94).

Das Unternehmen ist aus meiner Sicht auf dem besten Weg, profitabel zu werden, und überzeugt durch proaktives Handeln am Markt. Daher ist der Break-Even-Point in greifbarer Nähe. Zudem hat die Corona-Krise die digitalen Entwicklungen nochmals deutlich beschleunigt und das E-Rezept als weiterer Wachstumstreiber steht vor den Toren. Die Kooperation mit Novo Nordisk sehe ich als weiteres gelungenes Puzzlestück im E-Health-Ökosystem und sollte sich kurzfristig positiv auf den Aktienkurs auswirken.

Beim jetzigen Kurs von 468 Schweizer Franken (Stand: 22. Februar 2021) ist Zur Rose eine Halteposition. Dafür spricht insbesondere die recht hohe Enterprise-Value-zu-Umsatz-Ratio von 4,2. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis steht bei 14, das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei 3,1. Entwickelt sich das Geschäft weiterhin gut, kann die Aktie noch attraktiver werden. Ich bleibe aktuell konservativ und behalte das mögliche Potenzial dieses Unternehmens aufgrund seiner hervorragenden Wachstumsperspektiven im Hinterkopf.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Novo Nordisk.

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