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Warum ich gerade diese 3 chinesischen Tech-Aktien verkauft habe

Foto: Getty Images

Zu Beginn des Jahres machten chinesische Technologiewerte etwa ein Fünftel meines Portfolios aus. Vor Kurzem habe ich jedoch drei dieser Aktien verkauft und mein Gesamtengagement in chinesischen Aktien auf weniger als 10 % reduziert.

Ich werde hier auf die regulatorischen, fusionsbedingten und ethischen Herausforderungen eingehen, die mich veranlasst haben, mich endgültig von China Mobile (WKN: 909622), SINA (WKN: 929917) und Tencent (WKN: A1138D) zu trennen.

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1 China Mobile

China Mobile, das größte Telekommunikationsunternehmen Chinas, hielt ich einst für eine grundsolide Dividendenaktie mit einer niedrigen Bewertung. Die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und China unter der Trump-Regierung machten China Mobile und seine beiden Konkurrenten, China Telecom und China Unicom, jedoch zu problematischen Investments.

Im November erließ US-Präsident Donald Trump eine Durchführungsverordnung, die es US-Investoren verbot, Aktien chinesischer Unternehmen mit angeblichen Verbindungen zum chinesischen Militär zu kaufen. Das traf auf China Mobile, China Telecom und China Unicom zu. Die NYSE war gezwungen, alle drei Telekommunikationsunternehmen Anfang Januar von der Liste zu nehmen. Ich verkaufte alle meine Aktien von China Mobile am 7. Januar, dem letzten Handelstag, bevor die Aktie von der Liste genommen wurde.

Mein Broker sagte, wenn ich die Aktien nicht verkaufen würde, würde die Position auf unbestimmte Zeit gesperrt werden. Als US-Bürger war ein Umtausch der ADRs in Hongkong-Aktien (wie von China Mobile empfohlen) auch keine Option. Das Unternehmen hatte auch nicht vor, den Handel über die Freiverkehrsbörsen fortzusetzen. Daher war es die beste Option, meine Position zu löschen.

Darüber hinaus verlangt ein neues US-Gesetz von ausländischen Unternehmen, dass sie sich Audits unterziehen, um zu beweisen, dass sie nicht von einer ausländischen Regierung unterstützt werden. Dieses Gesetz, das die Auslistung von Unternehmen vorsieht, die sich drei Jahre lang nicht daran halten, hätte chinesische Unternehmen wie China Mobile, die vom Staat unterstützt werden, wahrscheinlich sowieso von den US-Börsen verbannt.

2 SINA

SINA, das chinesische Tech-Unternehmen, das ein Netzwerk von Portalseiten und die Social-Networking-Plattform Weibo besitzt, erklärte Anfang des Jahres, dass es von der Börse gehen würde. New Wave Holdings, das von SINAs CEO Charles Chao kontrolliert wird, will das Unternehmen für 2,59 Mrd. US-Dollar kaufen.

Dieses Übernahmeangebot hat viele Investoren verärgert, mich eingeschlossen, da es SINA eindeutig unterbewertet. SINA beendete das letzte Quartal mit 2,63 Mrd. US-Dollar an Barmitteln, Barmitteläquivalenten und kurzfristigen Anlagen. Das übersteigt den Gesamtwert des Deals selber. Es bewertet SINA auch mit etwas mehr als dem Einfachen des Umsatzes im nächsten Jahr. Auch weist dies dem 45-prozentigen Anteil an Weibo, der einen Unternehmenswert von 8,5 Mrd. US-Dollar hat, keinen klaren Wert zu.

Unglücklicherweise machen der 12-prozentige Aktienanteil von New Wave und der 58-prozentige Stimmrechtsanteil an SINA vor dem Angebot den Deal schwierig zu blockieren. SINA stellte kürzlich fest, dass 35,9 % der Aktionäre gegen den Zusammenschluss gestimmt haben.

Es ist immer noch unklar, ob der Deal jemals abgeschlossen wird, aber es ist wohl eine Lose-lose-Situation für SINAs Investoren. Das Angebot von New Wave ist niedrig. Doch die SINA-Aktie könnte weiter fallen, wenn der Deal scheitert, da das Wachstum des Unternehmens im Vergleich zu den wachstumsstärkeren chinesischen Tech-Unternehmen wie Bilbili und Tencent düster aussieht. Anstatt auf eines dieser Ergebnisse zu warten, werde ich meine Verluste zu begrenzen und stattdessen in wachstumsstärkere Aktien investieren.

3 Tencent

Tencent ist eines der größten Tech-Unternehmen Chinas. Es ist der größte Videospielhersteller der Welt, eines der größten Werbe- und Cloud-Unternehmen Chinas und besitzt WeChat. Das ist immerhin die beliebteste Messaging-Plattform des Landes mit über 1,2 Milliarden monatlich aktiven Nutzern.

Die wichtigsten Kennzahlen sehen solide aus. Analysten erwarten, dass der Umsatz und der Gewinn in diesem Jahr um 37 bzw. 47 % steigen werden, und die Aktie wird zu einem Kurs von weniger als dem 40-Fachen des zukünftigen Gewinns gehandelt. Aber trotz all dieser Stärken habe ich kürzlich Anteile von Tencent verkauft. Und zwar aus drei Gründen.

Erstens: Tencent wird unweigerlich das nächste Ziel der chinesischen Regierung sein, nachdem sie Alibaba und seine Fintech-Tochter Ant Group zurechtgewiesen hat. Tencent wurde bereits im Dezember wegen einer nicht genehmigten Übernahme zu einer Geldstrafe verurteilt und die Dominanz seiner Spiele-, WeChat- und WeChat-Pay-Plattformen wird wahrscheinlich die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich ziehen. Zweitens haben die USA Tencent zwar nicht auf die gleiche schwarze Liste wie die chinesischen Telekommunikationsunternehmen gesetzt. Aber es könnte in Zukunft immer noch wegen seiner Verbindungen zur chinesischen Regierung sanktioniert werden.

Schließlich habe ich ethische Vorbehalte gegenüber Tencents Geschäft. Die Festlandversion von WeChat zensiert Unterhaltungen in Echtzeit und hilft der Regierung, Personen zu verfolgen, die „sensible“ Themen diskutieren. Man bestraft Menschen, indem sie aus ihrem digitalen Leben ausgesperrt werden. Das ist folgenreich, da WeChat auch für Zahlungen, das Gesundheitswesen und andere wichtige Dienste genutzt wird. Die Gaming-Einheit veröffentlicht auch Propagandaspiele wie Peacekeeper Elite, das im Grunde eine umgestaltete Version von PUBG Mobile mit „patriotischem“ Anstrich ist.

Diese Probleme mögen für einige Investoren unbedeutend erscheinen, aber ich investiere lieber in Unternehmen mit weniger regulatorischen und ethischen Problemen.

Das Fazit

Ich verkaufe noch nicht alle meine chinesischen Tech-Aktien. Aber ich behalte die jüngsten Entwicklungen genau im Auge. Wer viele chinesische Aktien hält, sollte darüber nachdenken, die Positionen zu reduzieren und in andere Märkte zu diversifizieren, die nicht von den anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China betroffen sind.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alibaba und Tencent und empfiehlt Aktien von Bilibili. Leo Sun besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 14.1.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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