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Hellofresh mit erneuter Prognoseanhebung und indikativem Ausblick auf 2021. Soll man jetzt kaufen oder verkaufen?

Foto: HelloFresh

Hellofresh mit erneuter Prognoseanhebung. Hellofresh (WKN: A16140) hat am heutigen Tag wieder einmal seine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 erhöht. Der Berliner Versender von Kochboxen profitierte im laufenden Jahr von den Lockdown-Maßnahmen der Regierungen.

Zahlreiche Restaurants blieben geschlossen und das öffentliche Leben wurde deutlich eingeschränkt. Dies veranlasste viele Menschen offensichtlich dazu, mehr Geld für ihre heimische Essenszubereitung auszugeben.

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Hellofresh liefert mit seinen Kochboxen genau das, was die Kunden aktuell benötigen: Frische und gesunde Lebensmittel, die kontaktlos bis an die Haustür geliefert werden. Die Kunden brauchen sich keine Gedanken mehr über das Essen zu machen. Nicht nur ein exakt abgestimmtes Gericht wird in Einzelzutaten geliefert, die detaillierte Zubereitungsanleitung gibt es gleich mit dazu.

Hellofresh Prognoseanhebung – die fünfte im laufenden Jahr

Im laufenden Jahr hat Hellofresh seine Prognose das fünfte Mal erhöht. Erwartet wird nun ein Anstieg des Konzernumsatzes im Gesamtjahr 2020 auf währungsbereinigter Basis zwischen 107 und 112 %. Zuvor wurde hier ein Zuwachs von 95 bis 105 % erwartet.

Ebenfalls angehoben wurde die Prognose für das bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen, kurz AEBITDA. Erwartet wird hier eine Marge zwischen 12,5 und 13,5 %. Zuvor lag die Schätzung bei 11,25 und 12,75 %.

Was kommt nach der Pandemie?

Hellofresh liefert mit den Prognoseanhebungen genau das, was viele Investoren sehen wollen. Die einzige Frage ist nur, wie geht es im nächsten Jahr weiter? Als ein Gewinner der Corona-Pandemie hat Hellofresh schließlich stark profitieren können.

Sollte die Pandemie abschließend in den Griff bekommen werden, beispielsweise durch erfolgreiche Impfkampagnen, könnte das öffentliche Leben wieder zurück zu alter Normalität finden.

Ob die zahlreichen Neukunden von Hellofresh dann die durchaus als teuer geltenden Kochboxen weiter abonnieren und dafür nicht mehr so häufig ins Restaurant gehen, bleibt abzuwarten. Aktuell gibt es fünf Millionen aktive Kunden – 90,5 % mehr als noch im vergleichbaren Vorjahr.

Indikativer Ausblick auf 2021 gibt einen Vorgeschmack

Auch hier könnte die heutige Ad-hoc-Meldung eine kleine Antwort liefern. Sie enthält nämlich einen indikativen Ausblick für das Geschäftsjahr 2021. Demnach soll der Konzernumsatz auf währungsbereinigter Basis zwischen 20 und 25 % zulegen. Diese Prognose berücksichtigt dabei schon die erwarteten finanziellen Auswirkungen der Akquisition von Faktor75. Weiter soll die AEBITDA-Marge einen Wert zwischen 9 und 12 % erreichen.

Auch wenn Investoren bei diesen Nachrichten jubeln und die Aktie kaufen – der Aktienkurs liegt aktuell mit über 6 % im Plus bei einem Kurs von 53,25 Euro (Stand: 10.12.2020, 10:30 MEZ) – streng genommen könnte man die neue Prognose aber als ein Eingeständnis dafür sehen, dass das Wachstum nicht mehr so dynamisch verlaufen wird.

Schließlich enthält die aktuelle Prognose bereits den Zukauf von Faktor75, der für das Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von rund 100 Mio. US-Dollar generieren soll.

Weiter fällt auf, dass die Profitabilität wieder schwächer ausfallen soll. Der indikative Ausblick sieht eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 9 und 12 % vor, die unterhalb der Prognose für das laufende Jahr 2020 liegt.

Hellofresh Prognoseerhöhung und indikativer Ausblick: Spielraum für Interpretationen

Jetzt könnte es eine Interpretation der Investoren sein, diese Nachricht richtig oder falsch zu verstehen. Liest man aus konservativer Sicht die Ad-hoc-Meldung, so könnte im nächsten Jahr wieder eine Serie von Prognoserhöhungen anstehen. Wird der indikative Ausblick jedoch offensiv ausgelegt, so könnte das Wachstum enttäuschend sein.

Am Ende muss aber jeder Investor selbst diese Interpretation vornehmen. Gemäß Reuters-Datenbank wird Hellofresh aktuell (Stand: 10.12.2020) mit einem Multiplikator auf die Umsätze der letzten zwölf Monate von 2,6 gehandelt. Damit ist die Hellofresh-Aktie am Kapitalmarkt aus meiner Sicht gar nicht mal so teuer, was eine Chance oder ein Risiko darstellen kann. Das kommende Jahr wird Fools hoffentlich mehr Klarheit bringen.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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