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Lufthansa nach den jüngsten Zahlen: Am besten vergessen

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Ich habe im Frühjahr die Aktie der Lufthansa (WKN: 823212) noch als durchaus interessant für risikobereite Anleger bewertet. Aus diesem Grund habe ich auch an meinen Anteilen festgehalten. Die Einschnitte in die Luftfahrt sind allerdings länger und tiefer als von mir angenommen. In Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich ist der Flugverkehr im zweiten Quartal um über 95 % im Vergleich zum Vorjahresquartal eingebrochen.

Und es ist keine Besserung in Sicht. Das Robert Koch-Institut rechnet damit, dass eine umfangreiche Impfung der Bevölkerung erst 2022 möglich ist. Bis dahin sind regelmäßige Lockdowns zu erwarten. Aufgrund der Erfahrungen aus diesem Jahr ist ein normaler Reiseverkehr in den Sommermonaten 2021 für mich nicht vorstellbar. Auch Geschäftsreisen werden auf absehbare Zeit kaum denkbar sein.

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Das Cashflow-Problem der Lufthansa

Eine zentrale Annahme war, dass die Lufthansa nach der Krise als starker Spieler an einem bereinigten Markt übrig bleibt. Die Lufthansa verbrennt aktuell allerdings viel Geld. Im dritten Quartal ist es gelungen, den durchschnittlichen monatlichen Mittelabfluss von 520 Mio. im Vorquartal auf 206 Mio. zu senken. Dieser Erfolg wurde durch Kapazitätsanpassungen und erste Fortschritte bei der Restrukturierung realisiert. Allerdings wirkten sich hier die verhältnismäßig starken Sommermonate positiv aus.

Vor dem aktuellen Lockdown rechnete das Unternehmen mit einem monatlichen Mittelabfluss von 350 Mio. Euro für das vierte Quartal 2020. Für 2021 rechnet man mit einer Rückkehr zu positiven Cashflows. Hierfür wird aber eine Auslastung von 50 % im Vergleich zur Kapazität in 2019 vorausgesetzt. Diese Annahme wird sich aufgrund der jüngsten Entwicklungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bewahrheiten. Ein positives Szenario wäre es wohl schon, eine durchschnittliche Auslastung wie dieses Jahr zu unterstellen.

Auch wenn der Lufthansa noch 3,8 Mrd. Euro an Liquidität zur Verfügung stehen und weitere 6,3 Mrd. Euro aus den Staatshilfen noch nicht abgerufen wurden, ist es nicht gewährleistet, dass die Lufthansa damit bis zum Ende der Krise auskommt. Schon jetzt ist die Eigenkapitalquote auf 8,6 % gesunken. Wesentlicher Aktivposten mit über der Hälfte der Sachanlagen sind die Flugzeuge und Reservetriebwerke mit einem Wert von 16 Mrd. Euro. Hier gibt es allerdings aktuell ein wesentlich größeres Angebot als Nachfrage. Aber die Diskussion wegen mehr Klimaschutz wird nach Corona nicht verschwunden sein. Es ist äußerst fraglich, ob die Werte aus der Bilanz noch realistisch sind.

Hausgemachte und ein persönliches Problem

Die Lufthansa hat sich mit der Pilotenvereinigung Cockpit bisher nur auf weiche Einschnitte bis zum Jahresende einigen können. Es ist einfach unbegreiflich, dass man den Aufschub der Tariferhöhung und die Reduzierung der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 85 % als Erfolg werten muss. Dabei verdient ein Kapitän in der Endstufe bei der deutschen Airline ca. das Dreifache von einem Kollegen bei Ryanair (WKN: A1401Z). Und trotzdem fliegt Ryanair seit 1984 unfallfrei.

Durch die hohen Kredite und die üppig verzinste Staatsbeteiligung werden große Teile zukünftiger Cashflows nicht den Aktionären zustehen. Um die Staatsbeteiligung zeitnah loszuwerden, wird die Lufthansa auf Verkäufe angewiesen sein. In Betracht kommen dabei die Segmente Technik und Catering, das Bonusprogramm Miles & More oder die Tochter für die Reisekostenabrechnung Airplus. Für diese Teile kann man während der Krise allerdings keinen angemessenen Preis erzielen. Und auch danach sind die Segmente zum Teil nur schwer aus dem Konzern herauszutrennen. Diese stabilisierten zudem das schwankungsanfällige Geschäft in der Vergangenheit.

Da ich eine beträchtliche Menge an Meilen besitze und damit Gläubiger bin, ist es für mich aktuell lukrativer, in dieser Form auf eine Genesung der Lufthansa zu hoffen. Auf eine Erholung der Branche kann man in meinen Augen besser auf die Plattform Booking Holdings (WKN: A2JEXP) setzen. Diese ist schuldenfrei, hat im kompletten ersten Halbjahr weniger Cash verbrannt als die Lufthansa in guten Monaten und profitiert zudem von den noch größeren Problemen der Konkurrenz. Sollte sich irgendwann wieder eine Trendwende im europäischen Flugverkehr andeuten, werden mit großer Wahrscheinlichkeit die Billigflieger wie Ryanair die bessere Wahl sein.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Booking Holdings. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Booking Holdings.

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