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Gazprom & Nord Stream 2: Keine baldige Biden-Besserung?

Foto: Gazprom

Einmal geht noch: Gazprom (WKN: 903276) und Nord Stream 2 ziehen weiterhin viel mediale Aufmerksamkeit auf sich. Die US-Sanktionen stehen im Raum. Das hat das EU-Projekt massiv belastet. Aber auch ein innerpolitischer Diskurs, wie in Anbetracht der Kreml-Politik mit der Pipeline umgegangen werden soll.

Was die US-Sanktionen angeht, so zumindest die Hoffnung mancher Investoren, könnte sich die Ausgangslage verändern, wenn ein neuer Präsident gewählt wird. Beziehungsweise, deutlich konkreter ausgedrückt: Es besteht die Hoffnung, dass Biden etwas gemäßigter ist, was die US-Politik zum Thema Nord Stream 2 angeht.

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Mittlerweise zeichnet sich jedoch ab, dass diese Hoffnungen vielleicht in Schall und Rauch aufgehen könnten. Schauen wir im Folgenden einmal, was Foolishe Investoren wissen sollten.

Nord Stream 2: Keine Biden-Besserung?

Eigentlich, so haben viele Investoren zuletzt gedacht, könnte Biden eine Wende bringen. Der US-Politiker und -Präsidentschaftskandidat gilt im Vergleich zu Trump als etwas gemäßigter. Zudem standen die EU-Pipeline Nord Stream 2 und die damit verbundenen US-Sanktionen auf seiner Agenda ziemlich weit unten, was weniger Fokus implizieren dürfte. Trotzdem bleibt Biden natürlich auch ein US-Politiker, der sich an vorherige Beschlüsse halten muss. Zumal die US-Politik weitgehend geschlossen hinter den Sanktionen steht. Wirklich bemerkenswert, wie wichtig den USA die Energiesicherheit Europas ist (ja, das ist ein wenig ironisch …).

Wie auch immer: Das zeigt bereits, dass auch ein Präsident Biden keine Hurra-Nord-Stream-2-Politik verbreiten wird, sondern ein Kritiker des Projektes bleiben wird. So hat sich beispielsweise zuletzt auch der Sassnitzer Bürgermeister dahin gehend geäußert, dass ein positiver Effekt schnell verpuffen könnte. Selbst der ehemalige Präsident Obama habe sich schließlich kritisch gegen Nord Stream 2 geäußert, was zeige, dass eine ablehnende Haltung in den USA weit verbreitet sei.

Allerdings, und auch das gilt es zu betonen: Der Bürgermeister von Sassnitz rechnet trotzdem damit, dass Biden und seine Politik etwas menschlicher werden könnten. Vielleicht ist genau das der Casus Knacksus, der trotzdem zu einer Verbesserung führen könnte. Lass uns das noch etwas näher erläutern.

Diplomatische Lösungen wahrscheinlicher …

Keine Frage: Nord Stream 2 und damit auch die Aktie von Gazprom werden weiterhin die US-Sanktionen als Thema kennen. Trotzdem könnte sich durch eine Präsidentschaft Bidens eine diplomatische Lösung abzeichnen. Oder zumindest wahrscheinlicher werden als unter einem Präsidenten Trump, der eigentlich bloß die Abteilung Attacke kennt.

Diplomatische Lösungen werden in Teilen auch von deutscher und europäischer Seite vorbereitet und für gut befunden. So hat das deutsche Wirtschaftsministerium einen Vorschlag unterbreitet, der im Gegenzug für ein US-Go bei dem Projekt Investitionen in Infrastruktur zum Import von US-Frackinggas vorsieht. Damit könnten wesentliche Ziele der US-Politik erreicht werden.

Biden könnte, trotz der Sanktionen, einen etwas moderateren Kurs bringen. Mit mehr Diplomatie und mehr Konsensfindung und Kompromissen. Das lässt hoffen, dass das Thema trotzdem eine bessere Wendung finden kann.

Nord Stream 2: Zitterpartie US-Wahl …?

Auch wenn unter einem derzeit noch möglichen Präsidenten Biden nicht alles schlagartig besser werden sollte, so könnte sich der Kurs der USA bei dem Thema doch etwas mäßigen. Oder zumindest kompromiss- und diplomatieoffener werden. Das ist eine wichtige Erkenntnis für Foolishe Investoren, weshalb sich trotzdem zeigt: Die US-Wahl könnte bedeutend sein für die Aktie von Gazprom. Und eben auch für das EU-Projekt Nord Stream 2.

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