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Dieser Investor verwaltet 124,7 Mrd. US-Dollar und wird jetzt wieder pessimistisch!

Foto: Getty Images

Howard Marks ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten amerikanischen Investoren. Er ist Mitbegründer der Fondsgesellschaft Oaktree Capital Management, welche 1995 entstand und Ende des Jahres 2019 etwa 124,7 Mrd. US-Dollar verwaltete. Marks selber baute über die Managementgebühren und die Performance der gemanagten Fonds ein Vermögen von über 2,0 Mrd. US-Dollar (13.10.2020) auf.

Er investiert gern in stark gefallene Werte und genießt selbst bei Warren Buffett hohes Ansehen. Auf der Oaktree Capital-Webseite veröffentlicht Howard Marks regelmäßig seine Ansichten über die aktuelle Marktlage. In dieser Woche war es wieder so weit (14.10.2020).

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Niedrige Zinsen senken die Renditeaussichten

In seiner letzten Mitteilung wird er allerdings pessimistischer für amerikanische Aktien. „Die Chancen stehen also nicht auf der Seite der Anleger, und der Markt ist anfällig für negative Überraschungen. Dies war mein Standpunkt in den vergangenen Jahren, und ich sage es jetzt noch einmal“, so seine Kernaussage.

Doch was stimmt Howard Marks derzeit so pessimistisch? Dazu muss man wissen, dass er für den Markt über dessen Bewertung eine zu erwartende Rendite berechnet. Nach den seit März 2020 stark gestiegenen Aktienkursen sind somit seine Erwartungen für die Zukunft gesunken. Er kommt sogar zu dem Schluss, dass derzeit die „niedrigsten Renditeaussichten der Geschichte“ bestehen, allerdings nicht nur für Aktien, sondern für alle Assetklassen.

Die Viruskrise und ihre Folgen

Die Viruskrise wird seiner Meinung nach starke Veränderungen hinterlassen, die durch die Wirtschafts- und Fiskalpolitik nicht komplett aufgefangen werden können. So schließen viele kleine Restaurants und Bars für immer. Die V-förmige Markterholung hält er für übertrieben.

Viele Probleme der aktuellen Krise sind also noch nicht überwunden. Nicht wenige Menschen haben in den USA ihren Job verloren und laufen nun Gefahr, ihre Kredite nicht mehr bedienen zu können. Millionen haben bereits neun Monate keine Rate mehr beglichen. Dies könnte bei den Banken zu weiteren Abschreibungen führen. Vieles hängt von den Stützungsprogrammen ab, über deren Höhe sich die Parteien derzeit noch streiten. Diese Zerstrittenheit ist nach Marks ein Risiko für die Wirtschaft.

Ein weiteres Problem entsteht auf der Bundes- und lokalen Regierungsebene, weil die Steuereinnahmen auch hier eingebrochen sind, wohingegen die Personalausgaben unverändert hoch bleiben.

Aktien dennoch besser als Anleihen

Die Kurserholung seit März 2020 beruht nach Howard Marks zum Großteil auf den stark gesunkenen Zentralbankzinsen. Sie unterstützen die Wirtschaft und alle Arten der Finanzierung. Gleichzeitig verringern die niedrigen Zinssätze aber auch die erwartbaren absoluten Renditen für alle Investments. Dies betrifft Aktien wie Anleihen, wobei die Aussichten für Letztere allerdings noch schlechter als für Aktien sind.

Dennoch werden Aktien aufgrund der niedrigen Zinsen und des Mangels an Alternativen immer teurer. Die Zentralbank kaufte von März bis Juli 2020 Anleihen und Aktien im Wert von 2,3 Billionen US-Dollar an und trieb so die Bewertungen noch weiter in die Höhe.

Technologiewerte zu teuer

Die gesunkenen erwartbaren Renditen wiederum lassen die Investoren, die nach höheren Renditen Ausschau halten, immer höhere Risiken eingehen. Technologiewerte sind deshalb in seinen Augen bereits zu teuer. Vielen Marktteilnehmern scheint für die berühmten FAAMG-Aktien kein Preis zu hoch zu sein, was zu einer Blase geführt hat.

Dennoch bleibt auch Howard Marks in seinen Fonds in Aktien investiert, nur achtet er derzeit mehr als zuvor auf deren Bewertung.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

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