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Neue Brennstoffzellen- und Elektro-Trucks im Anmarsch! Können Daimler und TRATON standhalten?

Quelle: Daimler AG

Mit den Trucks der Nikola Corp. (WKN: A2JQN0) werden Daimler (WKN: 710000) und TRATON (WKN: TRAT0N) fertig, dachte ich mir. Auch die kommende Sattelzugmaschine von Tesla (WKN: A1CX3T) dürfte die dominante Stellung der beiden bei Nutzfahrzeugen kaum gefährden. Größenvorteile und globale Servicenetzwerke sind schließlich klare Erfolgsfaktoren, die aufstrebende Konkurrenten nicht so einfach durchbrechen können.

Dennoch war in den letzten Wochen eine Welle von Neulingen zu beobachten, die mit viel Kapital ausgestattet den Markt aufmischen wollen. Statt auf Diesel setzen sie auf Batterien und Brennstoffzellen. Nach Jahrzehnten stabiler Wettbewerbsverhältnisse könnte es nun ungemütlich werden.

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Im Lkw-Markt entsteht ein Gedränge

Nikola und Tesla sind wieder auf Kurs

Trotz der Turbulenzen rund um Nikola und ihren Gründer Trevor Milton geht es offenbar voran. Wichtige Partner wie Bosch halten dem Start-up die Treue. Schon nächstes Jahr sollen die ersten Modelle in Ulm vom Band rollen. Da der Produktionspartner Iveco für Qualität bürgt und sein Servicenetz zur Verfügung stellt, dürften die mit modernster Technik aufgemotzten Elektro-Trucks gut beim Publikum ankommen, soweit der Preis stimmt.

Ende September wurde auch bekannt, dass Walmart Canada seine Bestellung von Tesla Semis von 30 auf 130 aufgestockt hat. Ende 2021 soll die Produktion in der gigantischen neuen Fabrik in Austin (Texas) endlich starten. Ursprünglich war ein Start für 2019 vorgesehen. Dennoch: Wie immer bei Elon Musk sollen die Stückzahlen schnell mächtige Größenordnungen erreichen.

Xos Trucks und Hyzon Motors mit großen Plänen

Die noch unbekannte Xos Trucks aus Los Angeles wiederum hat im August 20 Mio. US-Dollar eingesammelt, um die Produktion seiner Lieferwagen hochfahren zu können. Dank des E-Commerce-Booms und der in vielen Fällen erhöhten Nachhaltigkeitsziele erfreuen sich Elektro-Kastenwagen insbesondere in den USA großer Nachfrage. Von den etablierten Herstellern wird diese nur unzureichend bedient. Somit ergeben sich für neue Spieler großartige Chancen zum Markteintritt.

Zuvor hieß Xos „Thor Trucks“ und stellte 2019 den elektrischen Sattelschlepper ET-1 vor. Wie weit der Ansatz des ambitionierten Unternehmens trägt, ist jedoch noch schwer einzuschätzen. Gefährlicher schätze ich HYZON Motors aus Singapur ein, die nun in einer früheren Fabrik von General Motors (WKN: A1C9CM) in Honeoye Falls loslegen will. Nikola-Partner GM fertigte dort Brennstoffzellen – und das ist auch das Thema von HYZON.

Das Unternehmen will auf der Brennstoffzellentechnologie von Horizon Fuel Cell Technologies aus Jiangsu (China) aufbauen, um schadstofffreie Busse und Lkws zu attraktiven Kosten herzustellen. Horizon ist zwar noch relativ wenig bekannt, verfügt jedoch über wettbewerbsfähige Technologie. Zuletzt wurden Patente zu hybriden Bipolarplatten veröffentlicht, die die Basis für besonders leistungsfähige Stacks sein sollen. Die Systeme sollen zukünftig 500 PS leisten können.

Die europäische Basis wurde in Groningen (Niederlande) angesiedelt, sodass HYZON in drei Weltregionen präsent ist. Die Jahresproduktion soll bis 2025 auf bis zu 40.000 Brennstoffzellenfahrzeuge steigen. Dieses Gesamtpaket hat den Wagniskapitalarm des Ölmultis Total (WKN: 850727) überzeugt. Er stieg kürzlich als Investor ein. Er sieht die Beteiligung als komplementär zum bestehenden Joint Venture H2 Mobility an, das für die Wasserstoff-Infrastruktur sorgt.

Hyliion und Quantron wollen Dieseln neues Leben einhauchen

Spannend ist daneben die Beobachtung, dass ein ganzes Heer an Umrüstern den Markt aufmischt. Einerseits verlängern sie potenziell das Leben von älteren Lkws, indem sie nicht mehr zeitgemäße Rußstinker ausbauen und durch Elektroaggregate ersetzen. Das könnte dämpfend auf den Absatz von Neufahrzeugen wirken.

Andererseits ist zu beobachten, dass sich einige der Umrüster immer tiefer in die Wertschöpfungskette hineinfressen. Bis in zwei Jahren will Quantron Brennstoffzellen-Trucks auf Basis des Iveco Stralis in Serie fertigen, wobei Freudenberg als Entwicklungspartner für das Brennstoffzellensystem fungiert. Die seit Kurzem börsennotierte Hyliion (WKN: A2P7LE) hat im Zuge ihres Börsengangs einen Geldsegen bekommen, mit dem sie noch ambitioniertere Ziele angreifen kann.

Werden Daimler Trucks und TRATON sich behaupten können?

Neben den genannten Spielern gibt es noch eine ganze Reihe von weiteren Eindringlingen, die Daimler Trucks und TRATON das Leben schwermachen wollen, vor allem aus Asien. So wie es aussieht, werden elektrifizierte Nutzfahrzeuge spätestens ab 2022 sehr schnell Marktanteile gewinnen, sobald die neuen Produktionslinien alle auf Hochtouren laufen.

Dass Investoren bereit sind, viele Hundert Millionen Euro in den derzeit kriselnden Nutzfahrzeugsektor zu stecken, spricht Bände. So viele Diesel wie 2018 werden wohl nie wieder verkauft. Wenn die etablierten Hersteller nicht verdrängt werden wollen, müssen sie entweder wie IVECO die Kooperation mit innovativen Start-ups suchen oder selbst Elektro-Offensiven starten.

Noch ist nicht viel passiert. Doch bis in zwei Jahren müssen Daimler und TRATON sich auf einen Sturm vorbereiten, der sehr unangenehm werden kann.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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