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Bayer, Baidu, Bauer AG: Bei welcher Aktie smarte Anleger nun zuschlagen

Foto: Bayer AG

Warum sollte man den teuren Kursen hinterherjagen, wenn es auch billig geht? Bei den Aktien von Bayer (WKN: BAY001), Baidu (WKN: A0F5DE) und Bauer (WKN: 516810) scheint die Gelegenheit derzeit günstig. Doch der Schein könnte trügen. Hier ist, was für einen Einstieg – oder weiteres Abwarten – spricht.

Bayer: Agrar-Champion mit Blockbuster-Pipeline

Bayer hat eigentlich alle Zutaten, um ein großartiges Unternehmen zu sein. Es ist Weltspitze bei der Agrarchemie, verfügt über herausragende Kapazitäten in der Pharmaforschung sowie einige weltbekannte Marken wie Alka Seltzer und Aspirin. Solche wenig konjunktursensiblen Aktien mit starker Marktposition kann man normalerweise bedenkenlos seinen Kindern ins Juniordepot legen.

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Dennoch befindet sich der Kurs heute gerade einmal auf dem Niveau von Juli 1998 oder auch Oktober 2009. Die furiosen Kursgewinne, die wir unter Ex-CEO Marijn Dekkers bewundern konnten, haben sich in Luft aufgelöst. Zuerst das weitgehend selbstverschuldete Monsanto-Drama, dann sich verschlechternde Aussichten bei verschreibungspflichtigen Medikamenten wegen auslaufenden Patenten und nun die Coronakrise, die das Agrargeschäft schwächt.

Kurzfristig ist auch noch kein Gewinnbringer in Sicht, der neuen Schwung in das Pharmageschäft bringen könnte. Dennoch steckt Potenzial in der Pipeline. Bayer hat ein breit gefächertes Forschungsnetzwerk, zu dem einige der innovativsten Biotechs gehören. Auch das Agrargeschäft wird eines Tages wieder bessere Ergebnisse abwerfen, sobald die aktuellen Probleme endlich abgeschüttelt werden. Die kürzlich verkündete Partnerschaft mit Temasek, um Vertical Farming voranzubringen, weist in die richtige Richtung.

Kurzfristig ist zwar mit weiteren Rückschlägen zu rechnen, doch wenn man bedenkt, dass Bayer früher regelmäßig Gewinne im Bereich von 4 Mrd. Euro abgeliefert hat und der Jahresumsatz im Bereich von 43 Mrd. Euro liegt, dann wirkt die Marktkapitalisierung in Höhe von 45 Mrd. Euro schon bescheiden (alle Angaben vom 08.10.).

Bauer: Graben, bis der Doktor kommt

Wie der Name schon sagt, ist Bauer im Baugeschäft tätig, und zwar mit Schwerpunkt Tiefbau. Dabei zielt das oberbayerische Unternehmen auf sehr interessante Märkte: mit Maschinen und Dienstleistungen für Geothermie, Wärmespeicher und Wasserkraftwerke könnte es eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielen. Als Weltmarktführer ist Bauer ein globaler Player. Im März meldete es Spezialtiefbauarbeiten im fernen Bhutan.

Ohne das Know-how zur Baugrundstabilisierung könnten viele Projekte nicht realisiert werden. Sie wären wortwörtlich auf Sand gebaut. Auch Baumaßnahmen zum Schutz vor Überflutungen und für besseres Wassermanagement dürften in Zukunft immer wichtiger werden angesichts der steigenden Zahl von Naturkatastrophen.

Kurzum: Es gibt eine Menge zu mögen an diesem Traditionskonzern. Ganz anders sehen das jedoch die Anleger: Ähnlich wie bei Bayer sind auch hier alle Gewinne seit Ende 2016 wieder weg. In den letzten Tagen war der Kurs nur etwa halb so hoch wie beim Tiefpunkt der Finanzkrise 2008. Was also gräbt den Anlegern so tief in den Magen?

Es handelt sich wohl vor allem um die schwache Profitabilität über die letzten Quartale, verbunden mit einer stattlichen Verschuldung. Um nicht in größere Schwierigkeiten zu schlittern, hat das Management auch bereits einige Maßnahmen eingeleitet, darunter der Verkauf der Brauereitechnologie, die Aufgabe eines Joint Ventures für die schwächelnde Öl- und Gasindustrie sowie die Schließung des Standorts Peine.

Mittelfristig sollten diese Maßnahmen dazu beitragen, die Margen wieder auf ein nachhaltiges Niveau zu heben. Zunächst belasten solche Umbaumaßnahmen jedoch das Geschäft. Solange der Weg nach vorne nicht frei ist, dürfte die Kursschwäche noch anhalten. Danach könnten sich die eingangs genannten Wachstumsthemen besser bemerkbar machen. Bauer war früher immer mal wieder für Gewinne von über 20 Mio. Euro gut und verfügt über viel Substanz. Die 162 Mio. Euro Marktkapitalisierung könnten daher eine attraktive Gelegenheit darstellen.

Baidu: Googeln auf Chinesisch

Eigentlich ist Baidu einer der großen chinesischen Internetkonzerne. Doch die Wegbegleiter sind längst weggezogen, während die Suchmaschine auf der Stelle tritt. Dabei gilt CEO Robin Li als Visionär, der kontinuierlich neue Geschäftsmöglichkeiten ausmacht. Zuletzt war davon die Rede, dass er ein großes Biotech-Start-up schaffen wolle. Wie auch bei anderen Initiativen soll dabei das Know-how rund um die Verarbeitung von großen Datenmengen und die Künstliche Intelligenz (AI) einfließen.

Bereits jetzt spielt Baidu beim Thema Autonomes Fahren eine zentrale Rolle. Die Apollo-Plattform hat Dutzende Partner für sich gewinnen können, darunter auch diverse deutsche Autohersteller und Top-Zulieferer. Zumindest im chinesischen Markt gilt Baidu als klarer Marktführer, wobei kürzlich neue Features vorgestellt und weitere Deals mit lokalen Automarken geschlossen wurden.

Auch die offene AI-Plattform Baidu Brain, die Infrastruktur für smarte Industriedigitalisierung aus der Cloud heraus bereitstellt, wurde kürzlich aufgerüstet. Damit könnte Baidu sich als AI-Powerhouse an der Spitze festsetzen. Doch so toll sich das alles auch anhören mag: Investoren zeigen sich zunehmend kritisch gegenüber Baidu. Die Kursgewinne seit Juli 2013 sind ausgelöscht.

Ein Grund dafür ist, dass die Tochter iQiyi (WKN: A2JGN8), ein Video-Streaming-Portal, bisher nicht den ganz großen Erfolg aufzuweisen hat. Zudem ist das Unternehmen weiterhin stark von den Einnahmen des Suchwort-Marketings abhängig. Dort ist das Wachstum nicht mehr so wie früher. Dennoch: 34 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung erscheinen für ein Tech-Unternehmen dieses Kalibers nicht viel. Selbst Twitter (WKN: A1W6XZ) ist etwas mehr wert.

Ba-Ba-Banküberfall

„Der Kühlschrank ist leer, das Sparschwein auch, ich habe seit Wochen kein Schnitzel mehr im Bauch“, dichtete die Erste Allgemeine Verunsicherung vor vielen Jahren. Anleger, die zum falschen Zeitpunkt bei Bayer, Bauer oder Baidu eingestiegen sind, könnten sich ähnlich fühlen im Moment. Der Song ging weiter mit: „Die Lage ist fatal. Da hilft nur eins: ein Banküberfall!“

Bei diesen Aktien hilft allerdings vielleicht auch, einfach daran festzuhalten. Von den dreien denke ich, dass die Baidu-Aktie dank ihrer aussichtsreichen Plattformen und Initiativen am schnellsten wieder in die Wachstumsspur kommt. Mittel- bis langfristig sehe ich auch bei den anderen beiden gute Chancen, aber dort ist gut möglich, dass der negative Nachrichtenstrom noch nicht abreißt.

Da ist selbst Buffett baff.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Baidu und Twitter und empfiehlt iQiyi.

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