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Vergiss Nikola! Jetzt kommt mit Hyliion der nächste Hype

Foto: Getty Images

Der Hype um die Nikola Corp. (WKN: A2JQN0) hat erst einmal eine kalte Dusche bekommen. Der Zustrom von neuen Unternehmen und Aktien rund um die Elektromobilität hält hingegen unvermindert an. Im Lkw-Bereich tritt nun Hyliion mit großen Plänen an und verfolgt dabei ein komplett anderes Geschäftsmodell als Nikola. Die Frage ist jedoch, ob man sich frühzeitig bei der Hyliion-Aktie engagieren sollte.

Nikola versus Hyliion: Wenig gemein

Die Elektromobilität vorantreiben wollen beide und ihren ersten Fokus legen sie auf schwere Zugmaschinen. Gemeinsam ist den beiden auch, dass sie primär auf Hybridkonzepte setzen. Doch an diesem Punkt offenbaren sich bereits große Unterschiede. Während Nikola auf einen Mix aus Batteriespeicher und Brennstoffzelle setzt, geht es bei Hyliion eher um die Hybridisierung von klassischen Verbrennern.

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Im Gegensatz zu Nikola sind deshalb für die Vision von Hyliion auch keine größeren Infrastrukturinvestitionen nötig. Deren Bausätze fügen sich in bestehende Diesel- und Erdgas-Trucks ein und können danach weiterhin wie gewohnt betankt werden. Das Ziel ist folglich keine Revolution, sondern eher eine Evolution, die dabei hilft, die Verbrauchswerte von gebrauchten Lkw aller auf dem US-Markt erhältlichen großen Marken erheblich zu verbessern.

Als weitere Vorteile der Lösung nennt das Unternehmen das bremsenschonende regenerative Verzögern durch den Elektromotor, gesteigerte Antriebsdynamik sowie intelligente Algorithmen, die für eine optimierten Anwendung sorgen sollen. Der Bausatz besteht aus Batteriepack, Steuereinheit, E-Achse, Informationsdisplay, Aerodynamikkomponenten sowie gegebenenfalls einem Generator für Nebenaggregate.

Neben diesen parallelen Hybridlösungen setzt Hyliion auf einen neuentwickelten seriellen Antriebsstrang namens Hypertruck ERX, wo ein mit Erdgas oder Biogas betriebener Generator kontinuierlich den Strom für den Elektromotor an Bord erzeugt. Die Reichweite soll dabei höher sein als bei Diesel-Trucks. Rein elektrische schafft man es immerhin 40 Kilometer weit, was für die Fahrt aus der Stadt heraus locker reichen sollte.

Das wirkt zunächst sehr pragmatisch. Alten Lkws wird neues Leben eingehaucht und der serielle Hybrid nutzt die gewohnte Tankinfrastruktur. Kunden können sofort loslegen und Betriebskosten sparen, während die Umwelt gleich mehrfach profitiert.

Einsichten aus dem Börsenprospekt von Hyliion

Aktuell macht Hyliion wie Nikola nur geringe Umsätze und schreibt hohe Verluste, die von den Entwicklungsarbeiten herrühren. Im Börsenprospekt wird deutlich gemacht, dass zum aktuellen Zeitpunkt völlig unabsehbar ist, wie sich das Geschäft über die kommenden Jahre entwickeln wird. Einige Kernprodukte sind noch im Prototypstadium. Das parallele Hybridsystem soll nächstes Jahr kommen und das serielle erst 2022 – „vielleicht auch später oder überhaupt nicht“.

Immerhin hat Agility Transport, ein Logistikunternehmen aus Kuwait, bereits eine unverbindliche Order über 1.000 Lkws mit dem Hypertruck-ERX-System eingestellt. Eine Reihe von lokalen Flottenbetreibern wie Ryder Systems und Penske Truck Leasing testen seit einiger Zeit Demonstrationsfahrzeuge.

Das Management geht davon aus, dass mit Hypertruck ERX ausgestattete Lkws vor vergleichbaren Angeboten der Konkurrenz verfügbar sein werden. Allerdings könnte beispielsweise der Serienstart des Freightliner eCascadia bis dahin ebenfalls anstehen. Was die Reichweite und die Gesamtkosten über einen 7-Jahres-Zeitraum angeht, will Hyliion jedenfalls führend sein.

Das Wettbewerbsfeld ist vielfältig. Neben den klassischen Nutzfahrzeugkonzernen nennt das Management Tesla (WKN: A1CX3T) und Nikola sowie Zulieferer wie Cummins (WKN: 853121) und andere Start-ups wie XOS Trucks. Mit weiteren Neueinsteigern sei zu rechnen. Ich denke dabei auch an Quantron aus Augsburg, die einen ähnlichen Ansatz fährt und nächstes Jahr an die Börse strebt.

Außerdem dürfte Bosch nun ziemlich motiviert sein, die über die Entwicklung des Nikola Two gewonnene Erfahrung in weitere Projekte umzumünzen. Es wird nicht leicht für Hyliion, in diesem Umfeld auf lange Sicht zu bestehen.

So kann man jetzt schon in Hyliion investieren

An einer Stelle im Börsenprospekt heißt es: „Jede Investition in Hyliion ist daher höchst spekulativ und könnte zum Verlust Ihrer gesamten Investition führen.“ Das sollte man sich zu Herzen nehmen, wenn man sich überlegt, hier einzusteigen. Möglich ist das über die Tortoise Acquisition Corp. (WKN: A2P7LE), eine Art Vorratsgesellschaft, die mit Kapital ausgestattet und speziell für eine Fusion mit einem aussichtsreichen Unternehmen gegründet wurde.

Der initiale Einsatz bei diesen Vehikeln ist fast immer 10 US-Dollar je Anteil. Seit bekannt wurde, dass dieser Deal ansteht, schoss der Kurs nach oben auf zuletzt 44 US-Dollar (25.09.). Für diejenigen, die frühzeitig dabei waren, sieht das nach einem Bombengeschäft aus, zumal sie mit Rechten ausgestattet sind, um ihre Anteile günstig auszubauen. Wer hier als Neueinsteiger hinzukommt, macht hingegen aufgrund der Verwässerung eher einen schlechten Schnitt.

Obwohl ich der Aktie gegenüber skeptisch bin und auch das Wettbewerbsumfeld als mörderisch empfinde, gefällt mir der Ansatz von Hyliion gut. Wenn alles optimal läuft und der erste Großauftrag wie geplant abgearbeitet werden kann, dann besteht die Chance, dass sich hier ein starker Spieler im Truckmarkt entwickelt. Smarte Anleger setzen sich die Hyliion-Aktie erst einmal auf die Watchlist und warten ab, ob sich ein attraktiver Einstiegszeitpunkt ergibt.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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