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Shell, BP, ExxonMobil & Co.: Neue Gefahr – Libyen?

Foto: Getty Images

Für Ölaktien wie die von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S), BP (WKN: 850517) oder auch ExxonMobil (WKN: 852549) sind die Ölpreise weiterhin eine treibende Kraft hinter den Aktienkursbewegungen. Sind die Notierungen von Brent und WTI eher niedrig, so fallen auch die Aktienkurse. Wobei sich die Energieaktien zuletzt insgesamt einfach sehr schwach entwickelt haben.

Das Barrel Brent kämpft derzeit auch wieder mit der Marke von 40 US-Dollar, was zuletzt ein relativ stabiles Preisniveau gewesen ist. Trotzdem: Auch dieses Preislevel ist kaum ausreichend, damit Ölkonzerne wie Shell, BP oder ExxonMobil üppige Gewinne einfahren können.

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Die OPEC mitsamt Partnern stützt zwar weiterhin die Notierungen, indem noch immer rund 8 Mio. Barrel pro Tag aus dem Markt genommen werden. Jedoch schien auch diese Einigung zuletzt eher wackelig. Es könnte sich außerdem eine neue Gefahrenquelle für die Notierungen von Brent und WTI ergeben. Und zwar Libyen.

Erhöht Libyen das Angebot im Ölmarkt?

Wie mehrere Marktbeobachter jetzt skizzieren, könnte Libyen möglicherweise eine weitere Belastung für den Ölmarkt werden. Der Grund, schlicht und einfach: Libyen scheint demnach davor zu stehen, die eigene Produktion wieder vermehrt anzukurbeln. Das könnte die Angebotsseite in dem momentan sowieso weiterhin fraglichen Ölmarkt erhöhen, was die Preise zum Wackeln bringt.

Trotzdem gibt es hier noch einige Unsicherheiten um die Produktion von Libyen. Die staatliche Ölgesellschaft NOC bereite demnach zunächst das Hochfahren der eigenen Produktion vor, so gängige Medienberichte. Ingenieure würden demnach sichere Häfen und Anlagen ansteuern, um die Inbetriebnahme zu überprüfen.

Nach dem Bürgerkrieg in dem Land könnte das Hochfahren der Produktion möglicherweise problematisch werden. Generell hat Libyen wohl bereits des Öfteren erklärt, wieder Öl fördern zu wollen. Den Worten sind allerdings bislang kaum Taten gefolgt. Im letzten Jahr 2019 kam Libyen auf ein Fördervolumen von ca. 1,2 Mio. Barrel pro Tag. Eine höhere Produktion könnte durchaus wieder etwas Ungleichgewicht in den Ölmarkt bringen.

Der Tropfen und das Fass …

Generell scheinen einige Marktbeobachter besorgt zu sein, dass Libyen möglicherweise ein Tropfen ist, der das Fass des wackeligen Ölmarktes zum Überlaufen bringt. Sofern einzelne Staaten die Produktion erhöhen, könnten andere versuchen zu folgen. Auch die OPEC mitsamt Partnern könnte unter Zugzwang stehen. Allerdings uneinheitlich und in zweierlei Richtungen.

Zum einen könnte das Beispiel Libyen dazu führen, dass andere Fördernationen ebenfalls wieder vermehrt fördern wollen. Saudi-Arabien hat zwar zuletzt ein Machtwort gesprochen und betont, dass höhere Preise für Öl im Interesse aller seien. Trotzdem schienen zuletzt auch wieder Individualinteressen durchzuscheinen.

Zum anderen könnte eine höhere regionale Förderung dazu führen, dass die OPEC+ unter Zugzwang steht, das höhere Volumen auszugleichen. Erste Marktbeobachter rufen dabei schon nach einer Reaktion der OPEC. Allerdings scheint fraglich, ob das Ölkartell bereit und gewillt ist, auf weitere Volumina zu verzichten.

Unterm Strich daher weiterhin gemischte Aussichten für den Ölmarkt. Die Angebotsseite dürfte dabei so lange ein Problem bleiben, bis sich auch die Nachfrage wieder erholt.

Düstere Aussichten für Shell, BP und Co.?

Für Ölkonzerne wie Royal Dutch Shell, BP und Co. sind die Aussichten daher weiterhin durchwachsen. Die Preise von Brent und WTI scheinen niedrig zu bleiben, Angebot von Nachfrage beim Öl sind einfach nicht im Einklang. Höhere Gewinne könnten daher auf absehbare Zeit noch der Vergangenheit angehören. Ein Szenario, auf das sich Foolishe Investoren besser einstellen sollten.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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