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3 Gewinner der Einzelhandels-Apokalypse

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Wenn die Notlage des stationären Einzelhandels schon vor der Pandemie eine Apokalypse war, ist es schwer zu sagen, wie man es jetzt nennen soll.

Ein Großteil des Einzelhandelssektors sieht sich einer noch nie dagewesenen Bedrohung durch COVID-19 ausgesetzt und die Insolvenzen nehmen weiter zu. Die Ascena Retail Group, die Muttergesellschaft von Ann Taylor und Lane Bryant, hat letzte Woche das Kapitel 11 eingereicht. Das Unternehmen werde im Rahmen eines Umstrukturierungsplans bis zu 1.600 Geschäfte schließen.

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Andere Unternehmen, die Insolvenzschutz beantragt haben, sind J.C. Penney, Neiman Marcus, J.Crew Group, Tuesday Morning und GNC Holdings, während andere – Zara, die Muttergesellschaft von Men’s Wearhouse (Tailored Brands), und H&M – verkündet haben, Hunderte von Geschäften zu schließen.

Natürlich ist diese Krise für den Bekleidungseinzelhandel als Ganzes eine Katastrophe. Doch laut Coresight Research könnten sich die Ladenschließungen dieses Jahr auf 25.000 belaufen. Die Ladenschließungen werden dazu führen, dass Marktanteile in Milliardenhöhe zu haben sein werden. Dies stellt eine große Chance für die Unternehmen dar, die die Krise überleben. Drei Aktien, die in diesem Umfeld gut positioniert zu sein scheinen, sind Stitch Fix (WKN: A2H52J), Target (WKN: 856243) und TJX Companies (WKN: 854854), die Muttergesellschaft von TJ Maxx, Marshall’s und Home Goods.

Stitch Fix: Ein E-Commerce-Gewinner

Das Einkaufen von Kleidung in Geschäften ist schon in normalen Zeiten aufwendig, aber während der COVID-19-Pandemie ist es besonders unerfreulich geworden. Die Verbraucherausgaben in allen Kategorien haben sich zum E-Commerce verlagert. Stitch Fix, ein personalisierter Online-Styling-Service, scheint von dieser Verlagerung zu profitieren. Das Unternehmen verzeichnete in seinem letzten Quartal, das Anfang Mai endete, einen Umsatzrückgang. Doch Stitch Fix kehrte diesem Monat zum Wachstum zurück und dürfte sich im Zuge der Normalisierung der Wirtschaft weiter erholen.

Während der Krise liegt einer der größten Vorteile von Stitch Fix in seinen Autoship-Kunden. Diese erhalten regelmäßig „Fixes“ – Kisten mit fünf Kleidungsstücken, die sie behalten oder zurückgeben können – meistens jeden Monat. Dadurch verfügt das Unternehmen über einen zuverlässigen Kundenstamm, der in guten und schlechten Zeiten gerne weiter Geld ausgibt. CEO Katrina Lake hob die Bedeutung dieser Autoship-Gruppen bei der jüngsten Telefonkonferenz hervor:

Erstens entscheidet sich die große Mehrheit unserer Kunden beim Autoship dafür, Fixes regelmäßig zu erhalten, sei es alle zwei bis drei Wochen oder in einem monatlichen oder vierteljährlichen Rhythmus. Dies verschafft uns eine enorme Transparenz bei der Vorhersage von Nachfragetrends, beim Einkauf in den Lagerbestand sowie bei der Ausrichtung unserer Styling- und Lagerhausmitarbeiter auf die Erfüllung dieser Nachfrage.

Niedrigere Werbekosten während der Rezession geben dem Unternehmen auch die Möglichkeit, neue Kunden anzusprechen. Das Unternehmen hat eine neue Direktkaufoption eingeführt, die den Käufern die Möglichkeit gibt, den traditionellen Fix-Prozess zu überspringen und direkt auf der Plattform einzukaufen. Es ist leicht einzusehen, warum CEO Katrina Lake die Störung der Branche als eine „riesige Gelegenheit zur Gewinnung von Marktanteilen“ bezeichnete.

Target: Immer unverzichtbar

Target verkauft alles von Lebensmitteln und Bekleidung bis hin zu Haushaltswaren, Elektronik sowie Gesundheits- und Schönheitsprodukten und ist möglicherweise der am stärksten diversifizierte stationäre Einzelhändler. Mit einem aktiven digitalen Geschäft, das Liefer- und Abholoptionen am selben Tag umfasst, befindet sich Target in einer erstklassigen Position. Es kann Marktanteile von Einzelhändlern gewinnen, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Darunter sind die oben genannten Kandidaten und andere wie Bed Bath & Beyond, die kürzlich angekündigt haben, dass sie 200 Geschäfte schließen werden.

Obwohl die Bekleidungsverkäufe bei Target während des Lockdowns zurückgingen, gewann die Big-Box-Kette in der Kategorie vor der Pandemie an Schwung. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres stiegen die vergleichbaren Umsätze im Bekleidungsbereich um 10 %. Dieses Wachstum wurde vor allem von Handelsmarken wie A New Day und Cat and Jack getragen. In ähnlicher Weise hat Target Marktanteile bei Spielzeug gewonnen, nachdem es seine Spielzeugabteilung in einer Reihe von Geschäften umgestaltet hat. Außerdem ist es eine Partnerschaft mit Walt Disney eingegangen. Dies dürfte Target einen Schub geben, da die Spielzeugverkäufe während der Pandemie gestiegen sind, weil so viele Kinder mehr Zeit zu Hause verbringen.

Schließlich bieten seine Standorte, die sich häufig in Einkaufs- oder Nebenstraßen befinden, dem Unternehmen einen Vorteil gegenüber Einkaufszentren, die momentan zu kämpfen haben. Kombiniert mit seinen digitalen Fähigkeiten, die Dienstleistungen wie die Abholung aus dem Auto (Curbside-Pickup) ermöglichen, ist Target gut positioniert. Im April hat sich die Zahl der digitalen vergleichbaren Umsätze bei Target fast vervierfacht.

TJX: Die Rückkehr des Off-Price

TJX hatte sehr mit dem Lockdown zu kämpfen: Das Unternehmen schloss seine Geschäfte (wie auch seine Websites) und entließ über 100.000 Mitarbeiter. Die Einnahmen fielen im ersten Quartal im Jahresvergleich um mehr als 50 %, was zu einem Verlust von fast 900 Millionen Dollar führte. Das Management legte sogar die Dividende für die erste Jahreshälfte auf Eis.

Seit der Wiedereröffnung seiner Geschäfte scheint das TJX jedoch wieder auf dem Weg der Besserung zu sein. Das Unternehmen hatte mit seinem Gewinnbericht für das erste Quartal sehr positive Nachrichten zu verkünden. In der Anfangsphase der Wiedereröffnung im Mai seien die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, mit „sehr starken“ ersten Ergebnissen. TJX ist nicht besonders stark im E-Commerce, aber es verfügt über eine Reihe von Vorteilen, die für die aktuelle Krise gut geeignet sind. Zum einen ist sein Ruf für niedrige Preise in einem rezessiven Klima ein klarer Vorteil. Außerdem nutzt sein Ansatz zum Erwerb von Lagerbestand Schließungsverkäufe und Auftragsstornierungen aus. Dementsprechend blüht es in einer Zeit mit so vielen Störungen in der Branche auf. Insolvenzen, Ladenschließungen und andere Bestandsprobleme bei Einkaufszentrumsketten und Kaufhäusern begünstigen daher allesamt TJX. Diese könnten dazu beitragen, die Gewinnmargen des Unternehmens zu erhöhen.

Darüber hinaus befinden sich die Standorte des Unternehmens, wie die von Target, in der Regel in Einkaufsstraßen und separaten Geschäftsfronten. Dies verschafft dem Unternehmen einen Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten, da seine Geschäfte den Kunden das Ein- und Ausgehen erleichtern. Mit seiner großen Auswahl an Bekleidungs- und Haushaltswaren und seinen Schnäppchenpreisen dürfte TJX eines der wenigen Einzelhandelsunternehmen sein, das auch dann noch einen stetigen Besucherstrom anzieht, wenn seine Konkurrenten ins Wanken geraten.

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Jeremy Bowman besitzt Aktien von Stitch Fix, Target und Walt Disney. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Stitch Fix und Walt Disney. The Motley Fool empfiehlt Aktien von TJX Companies und empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $60 Calls auf Walt Disney und Short Oktober 2020 $125 Calls auf Walt Disney.

Dieser Artikel wurde von Jeremy Bowman auf Englisch verfasst und wurde am 26.07.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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