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Industriegase-Aktien mit Wasserstoff-Schub: Darum ist Air Liquide besser als Linde und Air Products positioniert

Niemand versteht mehr von der Handhabung und Distribution von Wasserstoff wie Industriegase-Konzerne. Deshalb kann kaum ein Zweifel daran bestehen, dass diese eine überragende Rolle beim Aufbau und Betrieb der Wasserstoffwirtschaft spielen werden.

Seit der Fusion von Linde (WKN: A2DSYC) und Praxair hat sich das dünne Wettbewerberfeld weiter gelichtet. Zu den vergleichbar starken Wettbewerbern gehören lediglich Air Liquide (WKN: 850133) und Air Products (WKN: 854912) sowie ein bis zwei japanische Konkurrenten.

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Wasserstoff ist ein Kurstreiber für Industriegase-Aktien

Die Linde-Aktie notiert nach einer beeindruckenden Aufholjagd mittlerweile höher als vor COVID-19. Mit einer Marktkapitalisierung von 112 Mrd. Euro gehört sie zu den wertvollsten Industriekonzernen weltweit. Dabei ist zu bedenken, dass der Kurs bereits Anfang des Jahres teuer wirkte und nun wichtige Abnehmerbranchen wie Automobil und Öl & Gas eine schwere Krise durchmachen. Um 2009 und 2015 litt die Aktie jeweils deutlich mehr.

Dass die Anleger trotz der widrigen Umstände Hoffnung schöpfen, hängt sicherlich auch mit der nun schnell expandierenden Wasserstoffwirtschaft zusammen. Viele staatliche Milliarden fließen über die kommenden Jahre in den Sektor, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern europaweit und darüber hinaus. Industriegase-Konzerne haben dabei gute Chancen, einen Teil der Wertschöpfungskette zu dominieren, egal ob es um die Produktion, Verflüssigung oder Distribution geht.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sich ihr Know-how nicht auf grünen Wasserstoff beschränkt, sondern auch auf viele andere Farben des leichten Elements erstreckt. Es kann unter anderem aus chemischen Prozessen als Abfallprodukt oder gezielt per Dampfreformierung aus Erdgas gewonnen werden.

Eine Studie des einflussreichen Hydrogen Council prognostiziert, dass bis 2050 mehr als 30 Mio. Menschen in der Wasserstoffwirtschaft beschäftigt sein werden. Hunderte von Milliarden Euro könnten jährlich mit Wasserstoff umgesetzt werden, sobald der Infrastrukturausbau seine volle Blüte erreicht (bei fossilen Brennstoffen sind es jährlich mehrere Tausend Milliarden Euro).

Im Vergleich dazu bewegen sich die heutigen Umsätze der größten Industriegase-Konzerne bei geradezu bescheidenen 5 bis 25 Mrd. Euro. Wasserstoff (H2) kann sich dort folglich zu einem starken Standbein entwickeln.

Wie die großen Industriegase-Aktien beim Wasserstoff aufgestellt sind

Linde

Im April meldete Linde, dass sie in Korea die weltgrößte H2-Verflüssigungsanlage bauen wird. Dabei wird Wasserstoff genutzt, der als Nebenprodukt einer großen Chemieanlage anfällt. Gleichzeitig soll eine Tankinfrastruktur mit 120 Standorten entstehen, über die das extrem tiefgekühlte Gas vertrieben wird. Auch diese kann Linde aus einer Hand liefern. Im Verbund mit der 20-%-Beteiligung ITM Power (WKN: A0B57L) ist auch für die Elektrolyse gesorgt.

Linde rühmt sich, „als einziges Unternehmen die komplette Wasserstoff-Wertschöpfungskette“ bedienen zu können. Entsprechend aktiv ist das Unternehmen, wenn es darum geht, Konsortien für neue Projekte zu schmieden. Vor wenigen Tagen wurde mit einem Pekinger Umwelttechnikunternehmen eine Absichtserklärung unterzeichnet, um im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2022 in China umfassende grüne Wasserstofflösungen zu realisieren.

Bei der Industrieinitiative H2 Mobility für den flächendeckenden Aufbau einer H2-Infrastruktur in Deutschland ist Linde natürlich ebenfalls engagiert.

Air Liquide

Auch der ewige Rivale aus Frankreich ist bei H2 Mobility dabei. Schließlich stellt Wasserstoff auch dort längst ein strategisches Geschäft dar. Der Plan besteht darin, kurzfristig mindestens 50 % des Elements nachhaltig zu produzieren. Dabei setzt das Unternehmen auf einen Technologiemix, einschließlich der Biogasreformierung, der Wasser-Elektrolyse und der Kohlenstoff-Abscheidung.

Tankstellenausrüstung liefert Air Liquide ebenfalls in größerem Umfang. Zuletzt wurde gemeldet, dass bei Rotterdam Infrastruktur für rund 1.500 H2-Lkw entstehen wird, die in die Nachbarländer ausstrahlen soll. In einem weiteren Projekt in Paris organisiert das Unternehmen gemeinsam mit Partnern den Aufbau einer 600 Autos starken H2-Taxiflotte. Im chinesischen Chengdu und in Japan ist das Unternehmen ebenfalls sehr aktiv.

Nebenbei werden mit der 19-%-Beteiligung Hydrogenics Großanlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff gebaut. Aktuell wird in Kanada der mit 20 Megawatt Leistung weltgrößte PEM-Elektrolyseur fertiggestellt. Zudem wurde im November der Startschuss für ein Großprojekt in der Provence abgegeben, das später als Blaupause für weitere dienen soll.

Air Products

Lindes Hauptkonkurrent in den USA sieht sich als der weltgrößte Lieferant von Wasserstoff im Großhandel. Dafür betreibt Air Products in den USA Pipelines, eine Flotte von Transport-Lkws, mobile Tankstellen und ein System von Austauschzylindern.

Dass sich die Ambitionen nicht auf fossilen Wasserstoff beschränken, beweist das vor einigen Tagen vorgestellte Megaprojekt in Saudi-Arabien. Zusammen mit lokalen Partnern will das Unternehmen 5 Mrd. US-Dollar investieren, um unter Einsatz der bewährten Elektrolysetechnik von thyssenkrupp (WKN: 750000) rund 650 Tonnen Wasserstoff pro Tag zu produzieren sowie zugehörige Kapazitäten an erneuerbaren Energien und weitere Anlagen zu installieren.

Das Besondere dabei ist, dass Air Products Technologie zur Produktion von Stickstoff beisteuert. Dieser wird zusammen mit dem Wasserstoff zu leicht transportierbarem Ammoniak weiterverarbeitet und in alle Welt verschifft. In fünf Jahren soll die Produktion schrittweise hochfahren.

Wer macht das große Wasserstoffgeschäft unter den Industriegase-Aktien?

Jeder der drei großen Spieler hat seine Vorzüge, wenn es um Wasserstoff geht: Linde verfügt über das breiteste Know-how, Air Liquide scheint die besten internationalen Verbindungen aufgebaut zu haben und Air Products produziert aktuell am meisten. Auch wenn die japanische Konkurrenz nicht unterschätzt werden darf, gehe ich davon aus, dass es diese drei sein werden, die auf internationaler Ebene den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft gestalten.

Es ist ein enges Rennen, aber wenn ich wählen müsste, würde meine Wahl auf Air Liquide fallen. Das Herz der Wasserstoffwirtschaft schlägt im Dreieck Holland/Frankreich/Deutschland und der französische Konzern ist hier optimal vernetzt. Die beiden anderen werden hingegen von einem amerikanischen Management gesteuert und es steht zu befürchten, dass im Frackingland das Verständnis für die langfristigen Potenziale des grünen Wasserstoffs nicht so stark ausgeprägt ist.

Air Products geht zu den Saudis, weil die Araber gut bezahlen, aber zu einer langfristigen Strategie gehört für mich mehr. Air Liquide hat unter den Industriegase-Aktien einfach das beste Gesamtpaket, um ein Champion der Wasserstoffwirtschaft zu werden.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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