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Fraport vs. Aena – Wo ist mehr Potenzial?

Frau sieht sich am Flughafen Netflix am Handy an
Foto: Netflix

In diesem Artikel vergleiche ich die Papiere von Fraport (WKN: 577330) und Aena (WKN: A12D3A), um zu entscheiden, mit welchem Branchenvertreter ich mich intensiver beschäftigen möchte. Aena betreibt 46 Flughäfen in Spanien und 23 internationale Flugplätze. Mit 275,2 Mio. Passagieren 2019 handelt es sich um den größten Flughafenbetreiber der Welt. Fraport ist auf 31 Airports aktiv und kommt laut eigenen Angaben auf 182 Mio. Fluggäste.

Ich möchte in den nächsten Absätzen auf die Gemeinsamkeiten und Gegensätze der Geschäftsmodelle von Aena und Fraport eingehen, die Kennzahlen der beiden Unternehmen einander gegenüberstellen sowie abschließend auf die Zukunftsaussichten eingehen.

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Die Geschäftsmodelle von Aena und Fraport

Flughafenbetreiber haben einen riesigen Vorteil gegenüber Fluggesellschaften. Möchte ich von oder nach Frankfurt fliegen, komme ich an Fraport nicht vorbei. Gleiches Spiel bei Aena mit Spanien. Damit die Fluggesellschaften die Infrastruktur eines Flughafens nutzen dürfen, werden Gebühren fällig. Damit die Preise nicht ins Unermessliche steigen, sind diese reguliert. Die Aufsicht darüber haben der spanische Staat und in Deutschland im Fall von Fraport das Bundesland Hessen. Wie gut trifft es sich da, dass die beiden jeweils wesentliche Anteilseigner von Aena und Fraport sind. Das Segment erzielt bei Fraport eine EBIT-Marge von ca. 11 % und bei Aena sensationelle 34,4 % im Jahr 2019.

Daneben verdienen die Flughäfen als Vermieter von Ladenflächen ihr Geld. Aena und Fraport können hier hohe Preise verlangen, da die Mieter ihre Waren ebenfalls zu sehr hohen Preisen verkaufen können. Die Kunden haben schließlich keine Wahl. Vor Corona hat Aena hier eine EBIT-Marge von 75 % und Fraport ebenfalls starke 61 % erzielt. Aena profitiert in diesem Segment von hohen Mindestmieten, die unabhängig von den Umsätzen der Passagiere vereinnahmt werden. Während Aena ca. 60 % fix erhält, sind es bei Fraport nur 20 % der Erlöse. Dafür hat Fraport ein zusätzliches starkes Standbein aufgebaut. Die attraktiven Flächen in direkter Flughafennähe werden an namhafte Firmen vermietet. Diese Einnahmen stabilisieren das Ergebnis auch während der aktuell schwierigen Phase. Es ist nicht verwunderlich, dass Aena den Aufbau des Immobiliengeschäfts als strategischen Schwerpunkt sieht.

Daneben verfolgen beide Flughafenbetreiber die globale Expansion. Neben London Luton liegt der Schwerpunkt von Aena auf Lateinamerika. Der EBIT-Beitrag war mit ca. 1,5 % 2019 aber noch äußerst gering. Da Fraport nur einen deutschen Flughafen betreibt, ist das internationale Geschäft mit ungefähr 38 % vom EBIT deutlich wichtiger. Neben einem Schwerpunkt auf Touristenziele in Griechenland betreibt das Unternehmen Flughäfen auf allen Kontinenten.

Was sagen die Kennzahlen der Flughafenbetreiber?

Bei einem Blick auf die Kennzahlen wird ein klarer Favorit erkennbar:

Kennzahl Aena Fraport
Bruttomarge (Ø letzte fünf GB) 59,6 % 26,7 %
Nettomarge (Ø letzte fünf GB) 30,1 % 12,3 %
Eigenkapitalrendite (Ø letzte fünf GB) 23,1 % 9,8 %
Investment/Gewinn (Summe letzte fünf GB) 40,3 % 193,6 %
Dauer Rückzahlung Finanzverbindlichkeiten in Jahren 3,29 7,39
Verschuldungsgrad 132,8 % 180,1 %
Betriebsergebnis Wachstum (Ø letzte fünf GB) 12,0 % 7,1 %
Umsatz Wachstum (Ø letzte fünf GB) 5,8 % 8,5 %

Eigene Berechnung, Quelle: Morningstar.de

Bis auf das Umsatzwachstum liefert Aena bessere Werte in allen Kategorien. Dabei fällt besonders ins Gewicht, dass Aena im europäischen Vergleich die niedrigsten operativen Kosten je Passagier hat. Laut einer Studie von Leigh Fisher aus dem Jahr 2017 kostet ein Fluggast das Unternehmen 2,40 Euro weniger als Fraport.

Infolge der höheren Gewinne kann sich Aena höhere Investitionen leisten und Verbindlichkeiten können wesentlich schneller zurückgezahlt werden. Im Vergleich dazu ist Aena stabiler aufgrund einer geringeren Verschuldung. Zudem hat Aena die Möglichkeit, sich leichter über den Kapitalmarkt Liquidität zu verschaffen. Während Aena von den großen Ratingagenturen ein Investmentgrade-Rating erhalten hat und ein niedriges Ausfallrisiko bescheinigt wird, hat Fraport in der Vergangenheit auf ein Rating verzichtet und auf anderen Wegen Fremdkapital besorgt.

Aena oder Fraport – wo sollte man genauer hinsehen?

Bei Aena waren 2019 nur 19 % aller Passagiere Geschäftsreisende. In Frankfurt ist deren Anteil mit ca. 35 % deutlich höher. Durch die Tourismusziele in Griechenland kommt die Fraport-Gruppe allerdings auf einen ähnlichen Wert wie Aena. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Fernweh der Menschen für private Reisen durch einen Virus abgestellt wird. Aena sehe ich dabei leicht im Vorteil, da Spanien im Ranking des World Econimic Forum das attraktivste Urlaubsland ist.

Außerdem profitiert Aena von einem breiteren Airline-Mix. 2019 kamen in Frankfurt 65 % der angebotenen Sitzplatzkapazität von der Lufthansa (WKN: 823212). Bei Aena braucht es dagegen acht Airlines für einen ähnlichen Anteil an den gesamten Passagieren. Fraport ist an dieser Stelle einem erheblichen Klumpenrisiko ausgesetzt. Zudem kann man nicht komplett unabhängig von der Lufthansa agieren, weil diese einen Anteil von fast 5 % am Flughafenbetreiber hält.

Damit sprechen sowohl Kennzahlen, Risikobetrachtung als auch Zukunftsaussichten in meinen Augen für Aena. Daher werde ich mich mit dem Unternehmen noch genauer befassen. Ein Einstieg bei Aena wäre für mich allerdings gleichbedeutend mit einem Ausstieg bei der Lufthansa. Dafür ist der Sektor einem zu großen Risiko bei einer zweiten Welle ausgesetzt.

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Florian Hainzl besitzt Aktien der Lufthansa. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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