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Wirecard-Pleite: Alles in die Commerzbank packen und Deckel drauf?

Foto: Commerzbank AG

Die Commerzbank (WKN: CBK100)-Aktie kommt nicht aus der Krise. Seit Jahren wird der Befreiungsschlag gesucht und doch stolpert sie von einem Rückschlag zum nächsten. Zuletzt sorgten nicht nur COVID-19, sondern auch Wirecard (WKN: 747206) für Ärger in der Bilanz. Es könnten sich jedoch für die Bank auch Chancen ergeben aus dem Desaster des Zahlungsabwicklers.

Die Commerzbank braucht neue Impulse

Seit der Finanzkrise und der anschließenden Teilverstaatlichung ringt die Commerzbank um eine profitable Neuausrichtung. Viele Randbereiche wurden versilbert und risikoreiche Aktivitäten eliminiert. Ein stabiler Partner für den Mittelstand wollte das Bankhaus werden. Gleichzeitig entwickelte das Management eine umfassende Strategie, um einen Kulturwandel zu schaffen. Alles sollte unkomplizierter, agiler und digitaler werden, Stichwort „Commerzbank 4.0“ bzw. seit dem Update vom letzten September „Commerzbank 5.0“.

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2018 sah es zwischenzeitlich so aus, als ob die Strategie voll aufgehen würde, als der Jahresgewinn auf 865 Mio. Euro hochschnellte. Schon im Folgejahr waren es aber nur noch 644 Mio. Euro. Neben der Belastung durch die anhaltenden Null- und Minuszinsen nannte das Management eine erhöhte Steuerbelastung und Restrukturierungsaufwendungen.

In diesem Jahr wollte die Commerzbank endlich durchstarten, etwa über den Aufbau von profitableren Kundenbeziehungen, erhöhte Investitionen in effizientere Prozesse und die vollständige Integration der comdirect. Im März schlug jedoch die Coronakrise zu. Das bedeutet, dass mit deutlich erhöhten Kreditausfällen zu rechnen ist. Mit dem Wirecard-Skandal kam noch ein besonders großer Brocken hinzu, da die Bank dort mit einem Konsortialkredit im Risiko steht.

Darum könnte Wirecard auch eine Chance darstellen

Zweifellos hat die Commerzbank an vielen Stellen gute Fortschritte gemacht. Doch über zehn Jahre Boom nach der Finanzkrise, in der viele Kunden hochprofitabel unterwegs waren, haben nicht ausgereicht, um selbst hochprofitabel zu werden. Ein bisschen mehr Dynamik hätte es wahrscheinlich gebraucht, um schneller zu greifbaren Ergebnissen zu kommen.

Für genau diese Dynamik wurde Wirecard jahrelang gerühmt. Sie brannte ein Feuerwerk an Initiativen und Innovationen ab. Ständig wurden neue Märkte erobert, egal ob durch Übernahmen, Partnerschaften, neue Produkte oder den Einstieg in weitere Regionen. Vieles davon hatte Hand und Fuß.

Die comdirect hingegen mag zwar ein nationaler Champion unter den Direktbanken sein, aber frühere Internationalisierungsversuche sind alle gescheitert. Was bleibt, ist die Übernahme von Onvista 2017. Wirkliche Start-up-Mentalität ist für mich kaum zu erkennen. Die Zusammenführung der IT von Commerzbank und comdirect dürfte daher vor allem Kosteneinsparungen bringen, aber nicht den erhofften Innovationsschub.

Könnte Wirecard bei der Commerzbank unterkommen?

Nun ist es zwar auf den ersten Blick unschön, ausstehende Kredite bei einem Skandalkonzern zu haben. Allerdings sind Kreditgeber bekanntlich viel besser gestellt als Aktionäre, wenn es darauf ankommt. Bei Steinhoff (WKN: A14XB9) war über die letzten Jahre gut zu beobachten, wie die Gläubiger das Ruder übernommen haben. Sie haben der Holding hohe Zinszahlungen aufgebrummt und zwingen ihn, jeden verfügbaren Euro an sie zu überweisen.

Als Gläubiger der insolventen Wirecard könnte die Commerzbank folglich auch schon bald eine mächtige Position erlangen. Eine Komplettübernahme ist allerdings unrealistisch: Der Insolvenzverwalter Michael Jaffé geht davon aus, dass die größten Erlöse erzielt werden können, wenn die einzelnen Geschäftsbereiche von Wirecard separat ein neues Zuhause finden. Unter diesen Bedingungen könnte es für die Commerzbank sinnvoll sein, sich zügig mit Sachvermögen ausbezahlen zu lassen, anstatt über Jahre in einen Insolvenzprozess eingebunden zu sein.

Die digital getriebenen internationalen Zahlungs- und Mikrokreditlösungen könnten beispielsweise eine spannende Ergänzung darstellen. Wenn dann noch etwas mehr Start-up-Geist in die für Transformation und Innovation zuständigen Abteilungen einzieht, dann wird die Vision Commerzbank 5.0 vielleicht doch noch ein großer Erfolg. Zu viel Wirecard kann tödlich enden. Vielleicht wäre jedoch ein bisschen davon heilsame Medizin für die Commerzbank-Aktie.

Die skandalfreie Alternative zu Wirecard

Wirecard hat das Vertrauen der Anleger verspielt. Trotz vielversprechendem Geschäftsmodell hat es sich in eine große Krise geführt.

Die meisten übersehen, dass es ein skandalfreies Unternehmen aus den Niederlanden gibt, das mit großem Erfolg die Finanzwelt mit seinen stark nachgefragten Dienstleistungen in der Zahlungsabwicklung erobert. Unsere Analysten schätzen seine Zukunftschancen als sehr gut ein. The Motley Fool hat einen kostenlosen Sonderbericht zusammengestellt, der die wichtigsten Informationen zu diesem Unternehmen liefert.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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