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Royal Dutch Shell, BP & Co.: US-Schieferölproduzent insolvent – Chance für Stabilisierung?

Die Aktien von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S), BP (WKN: 850517) und vielen weiteren Ölkonzernen leiden weiterhin unter den niedrigeren Notierungen von Brent und WTI. Immerhin, die Preise haben sich inzwischen auf einem vergleichsweise komfortablen Niveau von 37,76 US-Dollar beziehungsweise 40,16 US-Dollar etwas stabilisiert. Damit sind zumindest die negativen Preise weit entfernt.

Allerdings bleibt das Marktumfeld angespannt, was für eine geringere Profitabilität, weniger Gewinne und Druck bei den Dividenden sorgt. Die niedrigen Preise haben jedoch noch eine andere Wirkung: Sie könnten kurz- bis mittelfristig für eine Bereinigung sorgen. Zumindest die US-Schieferölproduzenten scheinen besonders anfällig für das Marktniveau zu sein, wie aktuelle Zahlen und Meldungen offenbaren.

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Ein weiterer Produzent vor dem Aus!

Wie mehrere Medien unter anderem unter Berufung auf den Nachrichtendienst dpa-afx berichten, hat es in der US-amerikanischen Schieferölindustrie ein weiteres Unternehmen erwischt. Demnach hat der Fracking-Pionier Chesapeake Energy Schutz unter Kapitel 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts gesucht. Das wolle das Unternehmen zunächst nutzen, um sich aus seiner hochverschuldeten Gesamtsituation herauszumanövrieren. Ob das klappt? Man darf in Anbetracht der nach wie vor niedrigen Ölpreise zumindest zweifeln.

Chesapeake Energy ist allerdings nicht das einzige Unternehmen, das zu diesem Kreis zählt. Nein, vor einigen Monaten hat auch schon Whiting Petroleum aufgrund der niedrigen Ölpreise Konsequenzen ziehen müssen. Und ebenfalls das Schutzverfahren beantragt.

Insgesamt haben das Coronavirus, die ausgelöste Schwemme durch die OPEC+ und der Ölpreisverfall mit niedrigeren und teilweise sogar negativen Notierungen von WTI zu einer regelrechten Pleitewelle in den USA geführt. In den USA haben demnach bereits mehr als 20 Produzenten von Öl- und Erdgas den Weg in die Insolvenz gehen müssen. Die Tendenz könnte weiter steigen, je nachdem, wie sich die Preise entwickeln.

Darum ist das wichtig!

Insbesondere durch Pleiten und Insolvenzen könnte der Ölmarkt wieder zurück in eine ausgeglichenere Verfassung finden. Sofern ein Teil der Unternehmen von der Bildfläche verschwindet, würde deren Produktion angebotsseitig vom Markt genommen werden. Mit einer sich weiterhin normalisierenden Nachfrage kann das ein Schritt in eine stabilere Richtung sein.

Zudem könnte insbesondere Russland sehr positiv auf diese Entwicklungen im US-amerikanischen Fracking-Markt reagieren. Schließlich wollte Russland ursprünglich keine weiteren Marktanteile an die USA verlieren, weshalb es im Februar zu dem großen Einbruch gekommen ist. Jetzt zeichnet sich jedenfalls eine natürliche Marktbereinigung ab, von der Russland und die OPEC+ insgesamt profitieren könnten. Wobei die anfällige US-Schieferölproduktion ein willkommener Leidtragender sein dürfte. Das wiederum könnte dafür sorgen, dass das Kartell und der erweiterte Kreis künftig weniger Interessenkonflikte bei weiteren Konsensfindungen haben wird.

Die US-amerikanischen Einbußen in der Fracking-Industrie haben daher möglicherweise das Potenzial, die Märkte weiterhin zu stützen, und das in mehr als einer Hinsicht. Wobei es kurzfristig die Aussicht auf weniger Angebot sein dürfte, die zunächst das Positive ist.

Ölmarkt stabilisiert sich weiter

Insgesamt scheint sich der Ölmarkt in letzter Zeit vermehrt zu stabilisieren. Die OPEC-Einigung hat die Märkte sowieso ein wenig mehr ins Gleichgewicht gebracht. Die weniger werdenden Beschränkungen in der Wirtschaft tun ihr Übriges. Eine kleinere Insolvenzwelle von Förderern in den USA könnte hingegen ein weiteres Zünglein an der Waage sein. Die Aussichten für Ölkonzerne wie Royal Dutch Shell und BP scheinen sich daher weiterhin zu verbessern.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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