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Warum investiert Warren Buffett nur so „riskant“?

Es ist doch schon sehr verwirrend, wie viele verschiedene Investmentregeln und -ratschläge existieren. Und noch verblüffender wird es, wenn tatsächlich alle eine Bedeutung haben und unter bestimmten Umständen funktionieren.

Ein Beispiel dafür ist die Portfolio-Streuung. So lautet der allgemeine Ratschlag immer, Anleger sollten doch eher sehr breit streuen. Und tatsächlich ist dieser Rat in sehr vielen Fällen und für den uninformierter Anleger genau richtig. Selbst Warren Buffett empfiehlt dem Privatanleger eine sehr breite Streuung seiner Investments.

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Warren Buffett investiert sehr konzentriert

Doch betrachten wir einmal Warren Buffetts beziehungsweise Berkshire Hathaways (WKN: A0YJQ2) Portfolio und dessen Zusammensetzung, fällt immer wieder eine sehr hohe Gewichtung der einzelnen Positionen auf.

Derzeit hat Buffetts Holding über 56 % des Portfolios in nur drei Unternehmen investiert: Apple (WKN: 865985), Bank of America (WKN: 858388) und Coca-Cola (WKN: 850663). Ganze 77 % sind in nur sieben Werten angelegt. Warum also investiert Warren Buffett nur so „riskant“?

Die einfache Antwort könnte lauten, dass er genau weiß, was er tut. Buffett kennt seine Unternehmen und ihre Risiken wie kein zweiter. Er ist ein informierter Investor. So lassen sich unter seinen Hauptwerten nur große etablierte, stabile Unternehmen mit einer guten Marktstellung finden.

Von diesen geht ein sehr viel geringeres Risiko aus als von Unternehmen mit schwacher Marktstellung. Viele der Hauptwerte wie Kraft Heinz (WKN: A14TU4) besitzen viele bekannte Marken und verkaufen ihre Produkte in der ganzen Welt. Sie sind also in sich schon sehr stabil aufgestellt.

Die Vorteile eines konzentrierten Portfolios

Die Vorteile eines konzentrierten Portfolios liegen in den geringen Kosten, gerade über einen langen Zeitraum hinweg. Zudem nehmen die Chancen einer vom Index abweichenden Performance zu. Allerdings trifft dies auch für die Negativseite zu.

Ein Portfolio mit 15 bis 20 Werten gilt bereits als konzentriertes Portfolio, schöpft jedoch schon den Effekt einer Streuung innerhalb einer Anlageklasse sehr gut aus. Darüber hinaus bewirkt eine weitere Streuung kaum noch einen Zusatznutzen, erhöht aber deutlich die Kosten.

Wenn Warren Buffett sehr viel Geld in ein Unternehmen investiert, wägt er vorher sehr genau die Wahrscheinlichkeiten für einen großen Verlust gegeneinander ab. Je weniger Risiko von einem Unternehmen ausgeht, umso höher seine Portfoliogewichtung.

Dabei nutzt er seine aktuellen Positionen als Vergleichsmaßstab für neue Käufe. Nur wenn er zu der Einschätzung kommt, dass andere Unternehmen noch besser sind, investiert er in sie statt in seine aktuellen Aktien. Deshalb kauft Buffett häufig bei seinen großen Beteiligungen im Zeitverlauf sogar nach, aber nur dann, wenn sie im Kurs wieder etwas gefallen sind.

Von einem regelmäßigen Wiederherstellen der Ausgangsgewichtung hält er wenig, denn dann würde er sich der Performance seiner besten Werte berauben, die letztendlich für seine Gesamtrendite so wichtig sind.

Ein konzentriertes Portfolio besitzt noch einen weiteren wesentlichen Vorteil: Der Investor lernt seine Unternehmen so sehr viel besser kennen, weil er sich nun intensiv mit ihnen beschäftigen kann. Warren Buffett liest jeden Tag sechs bis acht Stunden und ist deshalb immer sehr gut informiert. Bei mehreren Hundert Firmen wäre dies unmöglich.

Fazit

Warren Buffett erzielt mit seiner konzentrierten Strategie große Erfolge, weil er sehr gut informiert ist und die entsprechende Zeit aufbringen kann. Doch je weniger Zeit wir besitzen, um uns um unsere Beteiligungen zu kümmern, desto breiter sollten wir auch streuen, um keine großen, nicht wiederherzustellen Verluste zu erleiden.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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