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Zeitlose Lehren aus den Schweinereien rund um die Wirecard-Aktie

Die Meldungen bezüglich der Wirecard (WKN: 747206)-Aktie überschlagen sich in den letzten Tagen. Erneute Nichtveröffentlichung des testierten Geschäftsberichts, Abgang von Markus Braun, Zusammenarbeit mit Restrukturierungs-Experten zur langfristigen Neufinanzierung des Unternehmens und am Montag das Eingeständnis, dass die vielzitierten 1,9 Mrd. Euro sehr wahrscheinlich nicht existieren.

Was soll man nun tun, wenn sich das Rad der neuen Meldungen immer schneller dreht und diese Zeilen hier beim Erscheinen sicherlich schon wieder Schnee von gestern wären? Richtig, sich auf die zeitlosen Lehren aus der Wirecard-Schweinerei zu konzentrieren. Und ja, dass die Wirecard-Geschichte eine riesige Schweinerei ist, darauf lege ich mich schon heute fest. Ganz egal, wer bei dieser Geschichte was und wann gewusst hat.

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Die Börse ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten

Nun ist es einfach, sich hinzustellen und herauszutrompeten, wie klar das alles bei der Wirecard-Aktie schon lange war. Aber machen wir uns nichts vor, absolut sicher war der jetzige Verlauf bei Weitem nicht. Natürlich, in den letzten Jahren, Monaten, Wochen und insbesondere Tagen wurden die Indizien für diese Entwicklung immer erdrückender. Dennoch blieb für Wirecard-Bären und Wirecard-Bullen bis zuletzt ein Restrisiko beziehungsweise eine Restchance.

Auch bei allen anderen börsennotierten Unternehmen gibt es dieses Zusammenspiel von Chancen und Risiken. Als Investor und damit außenstehender Akteur geht es immer um Wahrscheinlichkeiten. Darum, wie wahrscheinlich unterschiedliche Entwicklungen sind. Daher sollten wir diese Wahrscheinlichkeiten regelmäßig prüfen und das Ergebnis dieser Prüfung bei unseren Investitionsentscheidungen berücksichtigen.

Diese regelmäßige Prüfung hätte in den letzten Monaten und Tagen vielleicht dazu geführt, den Wirecard-Anteil am Gesamtportfolio deutlich zu begrenzen.

An Diversifikation kommt niemand vorbei

Wenn es keine Sicherheiten, sondern nur Wahrscheinlichkeiten gibt, spricht alles für die Streuung deiner Investitionen über ausreichend viele Einzelunternehmen. Denn selbst wenn für dich die goldene Zukunft eines Unternehmens zu 80 % sicher ist, besteht ein entsprechendes Restrisiko, dass sich die Zukunft anders entwickelt als von dir gewünscht.

Hat man aber beispielsweise ein Aktienportfolio mit 20 gleichgewichteten Einzeltiteln, würde ein 80%-Verlust bei einer einzelnen Aktie das Gesamtdepot nur um 4 % nach unten reißen. In einem solchen Falle hätte man die Wirrungen rund um die Wirecard-Aktie sicherlich deutlich entspannter verfolgen können.

Sicher, diese Rechnung funktioniert auch umgekehrt. Steigt eine einzelne Aktie im Beispieldepot von oben um 80 %, beträgt die Steigerung auch nur 4 % im Gesamtdepot. Den Einwand, dass Diversifikation auch die Chancen verringert, lasse ich dennoch nicht gelten.

Denn je mehr Unternehmen im Depot, desto höher auch die Chancen, einen Gewinner zu erwischen. Je öfters du würfelst, desto größer die Chance, eine Sechs zu würfeln. Das Investieren hat dabei aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Würfelspiel. Denn der maximale Verlust bleibt auf deinen Einsatz begrenzt. Nach oben gibt es eine solche Grenze aber nicht. So können sehr wenige Volltreffer über lange Zeiträume sehr viele Klogriffe ausgleichen.

Denken wir wieder in Wahrscheinlichkeiten, dann wird das nächste Level klar. Nämlich beim Investieren einen Würfel mit mehr Sechsern als Einsern zu benutzen. Was man dafür tun muss, ist aber eine Geschichte für ein anderes Mal.

In diesem Sinne, auf günstige Wahrscheinlichkeiten, ein diversifiziertes Aktiendepot und Fool on!


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Offenlegung: Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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