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3 Wege, dein Portfolio auf eine Rezession vorzubereiten

Wir sind wahrscheinlich gerade erst in eine Rezession eingetreten. Eine Rezession wird als ein wirtschaftlicher Rückgang definiert, der mehrere Quartale andauert. Rezessionen sind üblicherweise beängstigende Zeiten für Einzelpersonen, Unternehmen und den Aktienmarkt. Dennoch ist dies eine ungewöhnliche Rezession, da sie durch eine Pandemie und nicht durch das Platzen einer Vermögensblase verursacht wurde. Zwar hat die Regierung beispiellose Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen ergriffen. Doch gibt es eine beträchtliche Debatte darüber, ob diese Rezession schnell vonstatten gehen wird oder ob sie sich zu einer längeren Depression entwickeln könnte.

Jüngere Investoren mit einem langen Zeithorizont wahrscheinlich nicht viel mit ihren Portfolios anstellen sollten. Ältere Investoren hingegen, die sich im Ruhestand befinden oder kurz davor sind, zur Ruhe zu setzen, sollten sich vor diesem schlimmeren Szenario hüten. Vor allem, da sich der Aktienmarkt so sehr von seinen Tiefstständen vom 23. März erholt hat. Verdammt, sogar Warren Buffett verkauft Aktien, statt sie zu kaufen.

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Wenn du dir Sorgen um eine Rezession und einen Double-Dip auf dem Markt machst und trotzdem investiert bleiben willst, erfährst du im Folgenden, wie du dein Portfolio positionieren kannst. Als Double Dip bezeichnet die Wirtschaftslehre im übrigen einen Konjunkturverlauf, bei dem die Volkswirtschaft nach überstandener Rezession während der folgenden Aufschwungphase an Fahrt verliert und erneut in die Rezession abtaucht.

1. Kaufe rezessionsresistente Aktien, eliminiere konjunktursensitive zyklische Aktien

Eine lehrbuchmäßige Strategie, die für alle Rezessionen gilt, ist es, die Aktien von Unternehmen zu kaufen, die von einem wirtschaftlichen Niedergang weniger betroffen sein werden . Und stattdessen die Aktien von Unternehmen zu verkaufen, die sensibler auf die Gesamtwirtschaft reagieren. Da diese Rezession durch eine weltweite Pandemie ausgelöst wurde, könntest du dich außerdem auf defensive Aktien konzentrieren, die auch für die Bleibt-Zuhause-Wirtschaft von Bedeutung sind.

Typische rezessionsresistente Sektoren sind z. B. Aktien von Konsumgüterherstellern oder Versorgungsunternehmen. Beispiele für Unternehmen, die Güter des täglichen Bedarfs herstellen, sind Procter & Gamble (WKN:852062). Das größte Konsumgüterunternehmen der Welt stellt alltägliche Haushaltsartikel wie Toilettenpapier, Seife, Shampoo und andere Produkte her, die die Menschen sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten kaufen müssen. Ein weiterer Kandidat ist Clorox (WKN:856678). Es profitiert in letzter Zeit stark davon, dass es Desinfektionstücher verkauft, mit denen die Leute mehr als je zuvor Oberflächen reinigen.

Die Versorgungsunternehmen liefern Wasser, Strom und Gas an Privathaushalte und Unternehmen. Oft sind die Versorgungsunternehmen sicher, weil sie ein Monopol oder einen fast monopolähnlichen Status über eine bestimmte Region haben. Allerdings sind diese Unternehmen oft stark reguliert, was die Preisgestaltung und das Wachstum begrenzt. Dennoch machen die Aussichten auf stetige Cashflows und Dividenden sie in Zeiten wie diesen äußerst attraktiv.

Rezession: Cashflow und Dividenden machen diese Aktioen besonders attraktiv

Ein Beispiel dafür ist der Fool Favourite NextEra Energy (WKN:A1CZ4H). Das Unternehmen betreibt Stromversorgungsunternehmen in Florida, einem Bundesstaat mit hohem Wachstum dank der in Rente gehenden Babyboomer. Außerdem besitzt NextEra auch mehrere Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Damit ist man für eine nachhaltigere Zukunft gut aufgestellt. Kombiniert man das mit einer der höchsten Bonitätseinstufungen unter allen Versorgungsunternehmen, so ist NextEra ein verlässlicher Dividendenwert für den risikoscheuen Investor. Besonders in einer Rezession.

Andererseits solltest du, wenn du dir Sorgen um einen längeren Abschwung machst, wahrscheinlich wirtschaftlich sensible Aktien meiden. Dazu gehören zum Beispiel Banken, die in der Regel gut abschneiden, wenn es der Wirtschaft gut geht, und umgekehrt. Oder auch Konsumwerte, wie zum Beispiel Autos.

In einer Rezession haben die Menschen größere Schwierigkeiten, ihre Kredite zurückzuzahlen. Die Zinssätze sinken, was die Gewinne der Bankkreditgeber noch weiter unter Druck setzt. In schwierigen Zeiten schränken die Leute auch große Anschaffungen wie Autos ein. Das bedeutet, dass sie vielleicht eher ihre bestehenden Autos behalten, als neue zu kaufen.

Banken und Autos sind Beispiele für zyklische Aktien, die in guten Zeiten boomen und in Rezessionen kaputt gehen. Im Allgemeinen solltest du dich davor hüten, in zyklische Aktien zu investieren, wenn du denkst, dass wir am Rande eines weiteren Abschwungs stehen. Wenn die Wirtschaft jedoch früher aus dem aktuellen Abschwung herauskommt, könnten diese zyklischen Aktien mehr Potenzial haben. Für diejenigen, die einen tieferen, länger andauernden Abschwung vorhersagen oder es sich nicht leisten können, ihn zu überstehen, ist es am besten, zyklische Aktien im Moment ganz zu meiden.

2. Kaufe Aktien mit guten Bilanzen, verkaufe Aktien mit schlechten Bilanzen

In einem längeren wirtschaftlichen Abschwung kommt die Bilanz eines Unternehmens in den Vordergrund. Hier werden die Aktiva und Passiva eines Unternehmens nebeneinander aufgeführt. Dazu gehören die Barmittel eines Unternehmens im Vergleich zu seiner Schuldenlast.

Es liegt auf der Hand, dass in einem wirtschaftlichen Abschwung Unternehmen, die Geld gespart haben, viel sicherer sind als Unternehmen, die ihr gesamtes Geld ausgegeben haben. Letzteres entweder für Wachstum oder für die Auszahlung von Dividenden und Rückkäufen an die Aktionäre. Hinzu kommt, dass Unternehmen mit guten Bilanzen ohnehin dazu tendieren, Cashflow generieren. Also sind gute Bilanzen ein doppelt guter Ort, um in einem Abschwung mit der Recherche und mit dem Kauf zu beginnen.

Alphabet: starke Bilanz, margenstarke Wachstumsbereiche

Ein Beispiel dafür wäre Alphabet (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H), die Muttergesellschaft von Google. Alphabets dominante digitale Werbesegmente sind großartige, margenstarke Wachstumsbereiche. Sie haben dem Unternehmen in seiner aktuellen Bilanz unglaubliche 117,2 Milliarden US-Dollar in bar eingebracht, gegenüber nur 5 Milliarden US-Dollar an langfristigen Schulden.

Das sieht im Moment ziemlich gut aus. Auch wenn Alphabets Kerngeschäft, die digitale Werbung, durch den Einbruch in der Werbung einen großen Schaden erleidet, erwirtschaftet das Unternehmen immer noch Geld. Es investiert weiterhin in seine neuen Geschäftsbereiche wie die Cloud und kauft sogar noch mehr Aktien zurück, während der Aktienkurs sinkt.

Andererseits, wenn ein Unternehmen hoch verschuldet ist und seine Einnahmen plötzlich wegfallen, könnte es sich in großen Schwierigkeiten befinden. Im schlimmsten Fall sinken hoch verschuldete Aktien in einer Rezession und bleiben unten, da das betreffende Unternehmen versucht, sich aus dem Schuldenloch zu zu befreien, in das es geraten ist. Oft bedeutet das, mehr Kapital aufzubringen, was die derzeitigen Aktionäre verwässert. Das ist es, was derzeit mit den hoch verschuldeten Fluggesellschaften passiert. Sie benötigen nun staatliche Rettungsaktionen, die mit hohen Kosten verbunden sein könnten. Das ist anscheinend der Grund, warum Warren Buffett im letzten Quartal aus allen Aktien seiner Fluggesellschaften ausgestiegen ist. Im schlimmsten Fall könnten die hohen Schulden zum Bankrott führen, was gerade dem 108-jährigen Einzelhändler J.C. Penney (WKN:851991) passiert ist.

Natürlich sind nicht alle Unternehmen mit hoher Verschuldung dem Untergang geweiht. Zum Beispiel haben Mobilfunkaktien viele Schulden. Aber Mobilfunkabonnements sind ziemlich regelmäßig, mit hohen Gewinnspannen und Gewinnströmen. Andererseits ist eine Kombination aus hoher Verschuldung und einem zyklischen Geschäft tödlich. Gleiches gilt für ein Unternehmen, das von Corona schwer betroffen ist wie Fluggesellschaften oder Einzelhändler wie J.C. Penney. Unter solche Umständen halte dich an Bilanzen mit hohen Cash-Positionen.

3. Wenn es aufwärts geht, halte dich an die wachstumsstarken Aktien

Schließlich können Rezessionen eine großartige Zeit sein, um Aktien von Unternehmen mit überzeugenden langfristigen Wachstumsthesen zu erwerben. Warum sollte ich dafür plädieren, sich in einer Rezession Wachstumsaktien anzuschauen, die dazu neigen, zu höheren Bewertungen zu handeln? Dafür gibt es ein paar Gründe.

Erstens, in einer Rezession sinken die Zinssätze. Niedrigere Zinssätze machen zukünftige Cashflows attraktiver im Vergleich zu den heutigen Cashflows. Das kommt Wachstumsaktien zugute, die heute vielleicht nicht viel verdienen, aber ein starkes Ertragswachstum haben, das in Zukunft bessere Gewinne erwarten lässt. Zweitens, wenn in einer Rezession das Wachstum knapp wird, erhalten Unternehmen, die noch wachsen können, erstklassige Bewertungen. Drittens: Unternehmen, die wachsen können, befinden sich größtenteils inmitten großer, langfristiger Technologietrends. Diese bieten effizientere Geschäftsmöglichkeiten. Diese Innovationen werden derzeit durch die Stay-at-Home-Economy beschleunigt. Denn die Unternehmen verspüren das Bedürfnis, ihre Geschäfte zu digitalisieren und zu automatisieren. Diese Art von Unternehmen kann in einer Rezession sogar langfristig stärker wachsen.

Cloud-Software-Aktien haven sich in der Rezession gut gehalten

Ein großartiger Bereich, in dem man sich heute umsehen kann, sind innovative Cloud-Software-Aktien. Viele dieser Aktien haben sich nicht nur in der Coronavirus-Rezession gut gehalten haben. Im Jahr 2020 haben viele sogar an Wert gewonnen. Dazu gehören Aktien wie Twilio (WKN:A2ALP4), das cloud-basierte Kommunikationsdienste für Unternehmenskunden anbietet. Viele Unternehmen haben aktuell die Möglichkeit verlieren, physisch mit den Kunden in Kontakt zu treten. Dadurch hat Twilio einen Anstieg der Nachfrage erlebt, da die Unternehmen auf Mobil- und E-Mail-Nachrichten zurückgreifen, um ihre Kunden zu informieren. Ein weiteres wachstumsstarkes Unternehmen ist Datadog (WKN:A2PSFR), das die Nutzung der Cloud überwacht und seinen Unternehmenskunden wertvolle Analysen zur Verfügung stellt. Ein drittes Beispiel ist Teladoc Health (WKN:A14VPK), das es Menschen ermöglicht, aus der Ferne mit Ärzten zu sprechen, anstatt in die Praxis gehen zu müssen. Es ist nicht überraschend, dass es einen Boom in der Nutzung erlebt.

Twilio, Datadog und Teladoc haben alle in letzter Zeit große Anstiege in ihren Aktienkursen erlebt. Alle drei meldeten kürzlich ein starkes Umsatzwachstum.Jeder von ihnen könnte also einige Rückschläge erleben. Auf lange Sicht sollten sich diese Aktien jedoch weiterhin gut entwickeln. Wenn du einen anhaltenden Abschwung befürchtest, halte Ausschau nach ähnlichen Aktien mit wiederkehrenden Einnahmen, starken Wachstumsprofilen und Produkten, die den Unternehmen helfen, mit der aktuellen Rezession fertig zu werden. Auch wenn sie scheinbar “teuer” sind, sollten starke Umsatzzuwächse hier das Verlustpotenzial begrenzen und andererseits eine Basis für weiteres Wachstum schaffen.

Drei Zutaten für ein rezessionssicheres Portfolio

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein rezessionsresistentes Portfolio eine Mischung aus stabilen Konsumgütern und Versorgungsunternehmen, Aktien von Unternehmen mit bargeldreichen Bilanzen und jungen Wachstumsunternehmen mit neuen, effizienteren Geschäftsmöglichkeiten enthalten sollte. Wenn du ein Portfolio mit diesen drei Elementen aufbaust und hoch verschuldete, zyklische oder wachstumsschwache Unternehmen meidest, sollte sich dein Portfolio auch bei einer längeren Rezession gut halten.

Hier ist ein weiteres, gutes Beispiel für eine Aktie, die sich in der Rezession hervorragend hält und sogar weiter wächst:

Kanadas Antwort auf Amazon.com!

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Suzanne Frey, eine leitende Angestellte bei Alphabet, ist ein Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Dieser Artikel wurde von Billy Duberstein auf Englisch verfasst und am 17.05.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.
The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Datadog, Teladoc Gesundheit und Twilio. The Motley Fool empfiehlt NextEra Energy.

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