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Die Vorteile von ETFs überwiegen: 3 Gründe, jetzt 10.000 Euro zu investieren

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ETFs haben nicht nur Vorteile – da darf man sich nichts vormachen! Erfahrene Investoren weisen regelmäßig auf die Nachteile der börsengehandelten Fonds hin. Völlig zu Recht, wie ich finde. Es gibt kein Finanzprodukt, das ohne Nachteile daherkommt.

Doch sollten verunsicherte ETF-Investoren jetzt besser auf Einzelaktien setzen? Vielleicht! Aber auch hier warten Nachteile, über die unerfahrene Investoren leicht stolpern können.

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Alles in allem gibt es viele Gründe, die dafür sprechen, dass die Vorteile von ETFs die Nachteile überwiegen. 3 Gründe sind in meinen Augen besonders überzeugend.

ETF-Vorteil Nr. 1: Weniger stressig als Einzelaktien

Wirecard (WKN: 747206)-Investoren wissen genau, was Stress ist. Erst der steile Aufstieg um knapp 400 %, dann die Bruchlandung. Selbst beinahe zwei Jahre nach dem Allzeithoch ist die Wirecard-Aktie gerade mal halb so viel wert wie zu ihren besten Zeiten (Stand: 11.06.2020).

Das Unternehmen selbst scheint nicht an einer Entspannung interessiert zu sein. Regelmäßig erscheinen neue Hiobsbotschaften auf dem Radar der Investoren. Die Razzia in der Konzernzentrale in Aschheim ist der vorläufige Höhepunkt.

Doch es erscheinen hin und wieder auch gute Nachrichten. Die Kooperation mit Fintech Stocard beschert Wirecard einen Partner mit 50 Millionen Kunden und einem Volumen von 40 Milliarden US-Dollar.

Als Wirecard-Investor ist man täglich hin- und hergerissen. Kaufen oder verkaufen? Betrüger oder Saubermann? Geschäftsmodell mit Zukunft oder Räuberbande kurz vorm Prozess?

Am Ende könnten Wirecard-Investoren das Geschäft ihres Lebens machen. Doch in der Zwischenzeit herrscht Stress pur.

Darüber können ETF-Investoren nur müde lächeln. Wenn ein Bestandteil im Index nicht spurt, wird es ohne Gnade ersetzt. Übrig bleibt ein Ensemble, das wahrscheinlich keine unermesslichen Reichtümer produziert, aber dafür (langfristig) stabil und stressfrei liefert. Ein glasklarer Vorteil für ETFs.

ETF-Vorteil Nr. 2: Die beste Option unter den (nahezu) sicheren Optionen

Skeptiker werden anmerken, dass auch große Aktien-ETFs brutal in die Knie gehen können. Im Rahmen der Covid-19-Krise verbilligte sich der altehrwürdige S&P 500 um satte 35 %.

Wenn es richtig knallt, schwankt es auch im Gesamtmarkt. Dennoch gibt es einen eklatanten Unterschied zwischen kurzfristiger Unsicherheit und der Option eines Totalverlusts.

Diese Option ist bei Einzelaktien immer gegeben. Einmal nicht hingeschaut und schon ist der einst gefeierte Börsenliebling ein Schatten seiner selbst.

Kaufen, vergessen und irgendwann abkassieren? Das kann auch bei Einzelaktien funktionieren. Doch bei etablierten Index-ETFs funktioniert das langfristig mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit.

Selbstverständlich hat auch das passive Investieren seinen Preis. Einmalige Chancen kann man so nicht mitnehmen. Aber eine Rendite von durchschnittlich 8 % pro Jahr, die der S&P 500 in der Vergangenheit liefern konnte, ist so schlecht auch wieder nicht.

Wer jetzt 10.000 Euro in einen ETF investiert, der 8 % Rendite pro Jahr liefert, sitzt nach 30 Jahren auf 100.000 Euro. Perfekt? Nein! Besser als gar nicht investieren? Definitiv! Eine nahezu sichere Rendite von 8 % pro Jahr: Diesen Vorteil haben nur ETFs.

ETF-Vorteil Nr. 3: Makrodaten sind einfacher zu analysieren als Unternehmen

Man kann einen ETF kaufen und einfach vergessen. Bei dieser Art Finanzvehikel gibt es keine Quartalsberichte zu studieren und keine Neuigkeiten zu verarbeiten. ETFs sind wartungsarm!

Doch auch für den Gesamtmarkt existieren Daten, die vor einem Kauf geprüft werden können. In meinen Augen sind diese Daten wesentlich einfacher zu verstehen als die Innereien eines Unternehmens.

Insbesondere wenn es sich um Technologieunternehmen handelt. Wer versteht wirklich, was ein Biotech-Unternehmen genau macht? Wie soll man prüfen, ob die Software eines IT-Unternehmens tatsächlich von hoher Qualität ist? Schon die Produktion eines Bleistifts ist derart komplex, dass eine realistische Bewertung kaum möglich ist.

ETFs, die in Nischen wildern, sind oft genug auch nur etwas für Kenner der Branche. Doch Index-ETFs, die den Gesamtmarkt abbilden? Für diese Art ETF gibt es unzählige einfach zu verstehende Indikatoren, die einen groben Überblick über die Gesamtsituation liefern.

Herrscht derzeit die Angst oder die Gier? Das zeigt der Fear & Greed Index (Angst-und-Gier-Index). Bereiten sich die institutionellen Anleger auf einen Crash vor? Das zeigen die Daten im CoT-Bericht (CoT = Commitment of Traders). Triviale Makrodaten, die einen groben Überblick liefern: Diesen Vorteil haben nur ETFs.

Fazit: Die Vorteile überwiegen

Wer auf schnelle Erfolge mit Einzelaktien setzt, könnte einen hohen Preis bezahlen. Gut möglich, dass man voll ins Schwarze trifft. Doch bis man die Ernte einfahren kann, droht tödlicher Stress.

Im Gegensatz dazu sind ETFs im Allgemeinen eher entspannte Produkte. Euphorische Hochs darf man hier ebenso wenig erwarten wie nervenaufreibende Tiefs.

Für den Teilzeit-Investor, der sein Geld langfristig für einen reichen Ruhestand vermehren will, ist das kein Nachteil, sondern ein glasklarer Vorteil. Das bedeutet nicht, dass ETFs generell keine Nachteile mitbringen. Doch insgesamt überwiegen aus meiner Sicht die Vorteile.

Würden ETF-Investoren in Einzelaktien investieren, wenn es ETFs nicht gäbe? Das kann ich mir nicht vorstellen! Allein deshalb ist die Existenz von ETFs eher von Vorteil.

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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