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1.000 Euro in die Nikola-Aktie investieren? Nicht mit mir!

Seit wenigen Tagen können Anleger in Nikola (WKN: A2P4A9) investieren. Das Unternehmen fokussiert sich auf Lkw, die mit Strom aus Batterien oder auch aus Wasserstoff angetrieben werden. Die Nikola-Aktie scheint auf den ersten Blick also eine interessante Wachstumsaktie in einem zukunftsträchtigen Bereich zu sein. Trotzdem lasse ich die Finger von dem Start-up – aus diesen drei Gründen!

1. Ist Nikola die Katze im Sack?

In was genau investiere ich eigentlich, wenn ich die XY-Aktie kaufe? Das ist die allererste Frage, die ich mir bei einem Investment stelle. Ich möchte genau verstehen, in was ich mein Geld stecke. Wenn ich mir einen neuen Staubsauger kaufe, dann kaufe ich schließlich auch nicht den erstbesten, sondern einen von einer bewährten Marke, der gut zu meinen Bedürfnissen passt.

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Bei der Nikola-Aktie gibt es für meinen Geschmack schlichtweg zu viele Unbekannte. Das Unternehmen hat bisher genau null Trucks ausgeliefert. Demnach gibt es keine Daten und Berichte über den tatsächlichen Verbrauch, die Wirtschaftlichkeit, die Verlässlichkeit, die Zufriedenheit der Kunden sowie mögliche Probleme mit der Technologie oder beim Produktionshochlauf. Möglicherweise kauft man hier demnach die Katze im Sack.

Warren Buffetts erste Regel lautet: „Verliere niemals Geld“. Ein guter Schritt in diese Richtung ist, dumme Fehler zu vermeiden. Ein solcher dummer Fehler wäre es meiner Ansicht nach, mein Geld in ein völlig unbekanntes Unternehmen wie Nikola zu investieren.

2. Das Geschäftsmodell ist fraglich

Wenn man Nikolas Geschäftsmodell – oder besser den Businessplan – in einem Wort beschreiben müsste, wäre „Outsourcing“ wahrscheinlich gut geeignet. In einem Podcast beschrieb Nikola-CEO Trevor Milton, dass das Unternehmen seine Trucks nicht selbst produzieren wolle. Stattdessen setzt Nikola auf ein Joint Venture mit dem Nutzfahrzeughersteller Iveco. Auch beim Vertrieb und der Wartung der Fahrzeuge möchte sich Nikola auf Dritte verlassen. Oder, um es mit den Worten von Milton zu sagen: „Ich werde nichts selber machen.“

Dadurch spart das Unternehmen sich zwar die immensen Sachinvestitionen und die Kinderkrankheiten, die mit der Volumenproduktion von Fahrzeugen einhergehen. Ich sehe jedoch langfristige Risiken bei dieser Partnerschaftsstrategie.

Nikolas Trucks werden die ersten in Serie produzierten Wasserstoff-Trucks überhaupt sein. Die nächsten Jahre werden demnach zwangsläufig eine große Lernkurve mit sich bringen. Sowohl im Produktionsprozess selbst als auch bei der Abstimmung des Fahrzeugdesigns auf eine einfachere Produktion. Am Ende der Lernkurve steht ein wettbewerbsfähigeres Produkt.

Ich sehe das Risiko, dass das Joint Venture mit einem etablierten Hersteller zu einem Bremsklotz für die Umsetzung dieser Lernkurve werden könnte und wir hier wenig Innovation im Produktionsprozess sehen werden. Das führt am Ende zu einem weniger wettbewerbsfähigen Produkt. Wie ich darauf komme? Denk an die Probleme, die etablierte Autohersteller aktuell mit ihren Elektroautos haben.

3. Die Nikola-Aktie ist teuer

Wer bisher dachte, die Tesla-Aktie sei teuer, den dürfte die Nikola-Aktie an die Grenze zur Bewusstlosigkeit bringen: Aktuell wird das Unternehmen mit 23,5 Mrd. Dollar bewertet (Stand: 10. Juni 2020). Im frühen Handel am Dienstag brachte es das Unternehmen sogar auf ein Börsengewicht von fast 34 Mrd. Dollar. Nochmal zur Erinnerung: Das Unternehmen hat bisher keinen einzigen Truck ausgeliefert.

Auch mit dem zukünftigen Wachstumspotenzial ist die Aktienbewertung nicht wirklich erklärbar. Nikola plant, im Jahr 2024 erstmals ein positives EBIT (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) aus dem Nordamerika-Geschäft in Höhe von 145 Mio. Dollar zu erzielen. Dass dieses erreicht wird, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Dennoch wird das Unternehmen derzeit zum 162-Fachen (!) dieses möglichen EBIT bewertet.

Egal, wie ich es drehe und wende: Die Bewertung der Nikola-Aktie scheint mir aktuell, getrieben vom Hype, ziemlich irrsinnig zu sein.

Foolishes Fazit

Ein nicht validiertes Produkt, ein nicht validiertes Geschäftsmodell und ziemlich teuer: So lautet mein aktuelles (vielleicht etwas hartes) Fazit für die Nikola-Aktie.

Ich halte es keineswegs für ausgeschlossen, dass das Unternehmen erfolgreich sein kann. Ich bin gerne bereit, mich nach den ersten Auslieferungen wieder mit der Nikola-Aktie zu beschäftigen. Aktuell bleibe ich aber lieber an der Seitenlinie.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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