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Das Schreckgespenst Inflation einmal durchgerechnet

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Einer der größten Feinde von Anlegern und Sparern ist unsichtbar und bekommt deswegen oft nicht viel Beachtung. Die Inflation sorgt für schleichenden Kaufkraftverlust, den man auf dem eigenen Konto oder im Depot nicht sehen kann. Dabei können selbst geringe Inflationsraten verheerend sein, wenn sie über längere Zeiträume anhalten.

Man sollte hier ein paar Rechnungen gesehen haben, um sich das Ausmaß besser vorstellen zu können. Rechnen wir also mal ein paar Szenarien durch.

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Da sich viele der großen Zentralbanken, darunter auch die EZB, ein Inflationsziel von circa 2 % gesetzt haben, sollte man als Anleger immer damit rechnen, dass dieses Ziel auch erreicht werden könnte. Eine Inflation in Höhe von 2 % klingt nicht sonderlich beängstigend und sie ist es auch über einen kurzen Zeitraum nicht, aber sie ist langfristig durchaus schmerzhaft. Bei 2 % Inflation sinkt die Kaufkraft von 100 Euro innerhalb von zehn Jahren auf 81,71 Euro. Nach 20 Jahren sind es nur noch 66,76 Euro und nach 30 Jahren 54,55 Euro, also fast eine Halbierung.

Es ist ein Glück, dass wenigstens die Gesetze der Mathematik dafür sorgen, dass sich der Zinseszinseffekt bei Minuszinsen – was Inflation in einer gewissen Art und Weise ist – umkehrt. Ein gleich hoher Minuszins nagt an einer immer kleiner werdenden Summe und erodiert so einen immer geringer werdenden absoluten Teil der Kaufkraft.

Das macht Inflation aber leider noch lange nicht harmlos. Betrachten wir einmal, was bei 4 % Inflation passiert: Die Kaufkraft von 100 Euro sinkt in 10, 20 und 30 Jahren jeweils auf 66,48, 44,20 und 29,39 Euro. Bei 6 % Inflation sind es 53,86, 29,01 und 15,63 Euro. Wer eine Inflationsrate zwischen 4 und 6 % für unmöglich hält: So hoch war sie in Deutschland beispielsweise Anfang der 1990er. Welche unschönen Auswirkungen eine noch höhere Inflation hat, kann man sich anhand der genannten Beispiele bereits vorstellen, sodass das nicht noch extra vorgerechnet werden muss.

Niemand kann wissen, wie hoch die zukünftige Inflation sein wird. Unser Wirtschaftssystem ist zu komplex, um hier verlässliche Prognosen abgeben zu können. Angesichts der wirklich immensen geldpolitischen Maßnahmen, die umgesetzt werden, um die Auswirkungen der Coronakrise zu bewältigen, und der Notwendigkeit, den Schuldenbergen mithilfe von Inflation etwas an Gewicht zu nehmen, sind aber durchaus Risiken vorhanden.

Wie hoch die Inflation in Zukunft sein wird, kann zwar niemand sicher wissen – welche Auswirkungen Inflation auf die Kaufkraft des Ersparten hat, kann man hingegen einfach ausrechnen. Wer das einmal durchrechnet, versteht, dass Sparer Renditen oberhalb der Inflation benötigen, damit der stete Tropfen der Inflation nicht die eigenen Ersparnisse aushöhlt.

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