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Die Lufthansa scheint endgültig gerettet: Doch ist der Preis zu teuer …?

Die Lufthansa (WKN: 823212) hat in den letzten Tagen und Wochen ein wirkliches Gefühlschaos bei allen Investoren ausgelöst. Nach einem zähen Ringen rund um die Details ist es plötzlich der Aufsichtsrat gewesen, der zuletzt wieder das Szenario einer Insolvenz ins Spiel gebracht hat. Ein letztes Säbelrasseln im Kampf mit potenziellen EU-Auflagen? Möglich.

Jetzt jedenfalls scheint ein Kompromiss zwischen der Lufthansa, der Bundesregierung und der EU-Kommission gefunden zu sein. Die Rettung könnte damit ihre finalen Formen annehmen.

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Eine Frage bleibt allerdings bestehen: Ist der Preis, der für die Rettung vonseiten des Lufthansa-Managements gezahlt wird, womöglich zu teuer? Eine interessante Perspektive, der wir im Folgenden einmal auf den Grund gehen wollen.

Zugeständnisse an die EU

Wie jetzt jedenfalls aus den finalen Verhandlungen zwischen Bundesregierung und EU-Kommission hervorgeht, wird die Kranich-Airline einige Zugeständnisse in Kauf nehmen müssen. Die jetzt jedoch wohl auf Vorstandsebene akzeptiert worden sind. Wie gesagt: Eine potenziell wichtige Einigung für die Kranich-Airline.

Die EU-Bedingungen sehen allerdings vor, dass sich die Lufthansa für einen Staatsdeal speziell im innerdeutschen Raum einschränken muss. An den Flughäfen München und Frankfurt, zwei der größten deutschen Flughäfen, wird die Kranich-Airline demnach einem Wettbewerber Platz für die Stationierung von jeweils bis zu vier Flugzeugen machen müssen. Zudem sind 24 Start- und Landerechte, sogenannte Slots, an einen Wettbewerber zu übertragen.

Die EU-Auflagen sehen dabei vor, dass diese einem neuen Wettbewerber zu übertragen sind. Sollte sich jedoch hier keiner finden lassen, so könnten auch etablierte Fluggesellschaften eine Chance auf die Slots und die Stellplätze erhalten. Zudem werde es die Slots über ein Bieterverfahren zu erwerben geben und an einen Wettbewerber gehen, der voraussichtlich keine Staatshilfen in Anspruch nimmt.

Unterm Strich ein vermeintlich gangbarer Kompromiss, der jetzt beschlossen worden ist. Aber für Investoren bleibt, wie gesagt, ein Beigeschmack. Und die Frage: Ist all das jetzt womöglich ein zu hoher Preis, der bezahlt wird?

Lufthansa Herr über das eigene Geschäft?

Hintergründig schwingt stets die Frage mit, inwieweit die Kranich-Airline noch fähig ist, über das eigene Geschäft zu bestimmen. Der Bund hat glücklicherweise davon abgesehen, das Hilfspaket mit Auflagen zu versehen. Zudem ist die Einflussnahme hier mit einer Beteiligung von 20 % vergleichsweise gering, die bloß im Falle einer Übernahme auf 25 % erhöht würde. Allerdings zeigt die EU, dass es dennoch keinen „Free Lunch“ geben wird.

Die Rettung der Lufthansa kostet somit effektiv Start- und Landerechte in Frankfurt und München, die an einen Wettbewerber abgegeben werden müssen. Das heißt wiederum, dass die Kranich-Airline eben nicht voll und ganz zu ihrer alten Stärke (zumindest an den Flughäfen) zurückkehren kann. Und sich der Einfluss der Behörden an diesen zwei Standorten negativ auswirken wird.

Für Investoren bleibt daher noch immer die Frage, ob man diesen Kompromiss mittragen will. Es geht in erster Linie schließlich um Erhalt und dabei ist der Wettbewerb für die EU ein wichtiger Aspekt. Renditen hingegen zweitrangig, was Investoren zu denken geben sollte.

Für mich: Kein attraktiver Mix!

Für mich ist die Lufthansa für den Moment daher kein attraktiver Mix. Die Staatshilfen werden zwar für eine Rettung sorgen. Aber was bleibt dann? Eine Airline, die mit einem Kompromiss und einem Eingriff in den operativen Alltag gerettet worden ist. Das Überleben sichert zwar Arbeitsplätze, aber keine Renditen für Investoren. Das gilt es hier zu bedenken.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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