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Lufthansa-Aktie: Die Rettung naht! So sehen die Staatshilfe-Bedingungen nun aus

Bild: Lufthansa Group

Die Deutsche Lufthansa (WKN: 823212) fliegt aufgrund der Coronakrise wahrlich durch turbulente Zeiten. Nachdem sich die Verhandlungen um eine mögliche Staatshilfe ziemlich in die Länge gezogen haben, scheint nun eine Rettung der Kranich-Airline in trockenen Tüchern zu sein.

Dabei scheinen die Bedingungen für die Staatshilfe nicht ganz so ungünstig zu sein, wie zuvor angenommen. Offenbar konnte man sich auf Staatsebene doch noch zu einem Kompromiss durchringen und versucht den Schein zu wahren, dass man tatsächlich kein Interesse an einer staatlichen Übernahme verfolgt. Zum Glück, wie ich finde, da zuletzt die eine oder andere politische Stimme mehr Kontrolle an der Vorzeige-Fluggesellschaft gefordert hat. Die Forderungen gingen sogar so weit, dass eine Politikerin eine komplette Verstaatlichung in Betracht gezogen hat.

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Aktionäre der Lufthansa-Aktie können durchatmen. So weit kommt es nun doch nicht. Nichtsdestotrotz gehen die Bedingungen für die Staatshilfe durchaus mit Verpflichtungen für das Unternehmen und Nachteilen für die Aktionäre einher. Darauf möchten wir nun im Detail eingehen.

So sehen die Staatshilfe-Bedingungen aus

Aus der neuesten Ad-hoc-Mitteilung der Lufthansa-Aktie geht hervor, dass die Fluggesellschaft vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik darüber informiert worden ist, dass dem Stabilisierungspaket für die Deutsche Lufthansa zugestimmt wird.

Insgesamt geht es um bis zu 9 Mrd. Euro an finanziellen Mitteln, die der Deutschen Lufthansa zugutekommen sollen. Dazu werden zum einen stille Einlagen in Höhe von bis zu 5,7 Mrd. Euro in das Vermögen der Lufthansa-Aktie einfließen. Der Großteil davon (4,7 Mrd. Euro) wird als Eigenkapital eingestuft. In der Höhe dieses Eigenkapitals ist die stille Einlage unbefristet und kann von der Deutschen Lufthansa im Laufe der Zeit ganz oder teilweise gekündigt werden.

Vergütet werden die stillen Einlagen in den Jahren 2020 und 2021 mit 4 %. Ab dem Folgejahr steigt die Vergütung bis auf 9,5 % im Jahr 2027.

Zum anderen wird der WSF durch eine Kapitalerhöhung Lufthansa-Aktie erhalten, um eine Beteiligung in Höhe von 20 % des Grundkapitals aufzubauen. Dabei soll der Bezugspreis lediglich 2,56 Euro je Stück betragen. Da der Bezugspreis recht gering ausfällt, fließen der Deutschen Lufthansa durch die Kapitalerhöhung nur 300 Mio. Euro zu. Die Möglichkeit, dass der WSF seine Aktienanteile auf 25 % plus eine Aktie aufstockt, besteht, sofern eine Übernahme der Gesellschaft im Raum stünde.

Und weiter

Hinzugekommen ist offenbar die Option, dass ein Teil der stillen Einlagen ebenfalls in Aktien umgewandelt werden könnten, sofern gewisse Bedingungen erfüllt werden. Diese treffen ein, wenn die Deutsche Lufthansa der Vergütung der stillen Einlagen nicht nachkommen konnte. Frühestens ab den Jahren 2024 und 2026 könnte der WSF weitere 5 % am Grundkapital beziehen, sofern die Übernahmeoption im Vorfeld nicht gezogen worden ist. Alternativ zur Nichtzahlung der Vergütung könnte eine Umwandlung – bei gleichen Bedingungen – durchgeführt werden, wenn sich die WSF dadurch vor Verwässerung schützen würde.

Ebenfalls neu scheint die Verpflichtung des WSF zu sein, seine Aktienanteile spätestens bis zum 31. Dezember 2023 vollständig zu veräußern. Voraussetzungen dafür sind die volle Rückzahlung der stillen Einlagen und ein Mindestveräußerungspreis in Höhe von 2,56 Euro je Aktie zuzüglich einer jährlichen Verzinsung von 12 %.

Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen erhält die Lufthansa-Aktie eine weitere Finanzspritze durch die Beteiligung der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und privater Banken. Diese beläuft sich auf bis zu 3 Mrd. Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren – vorbehaltlich der Zustimmung des Gremiums.

Außerdem müssen Aktionäre zukünftig auf Dividendenzahlungen verzichten und das Management erhält Beschränkungen, was ihre eigene Vergütung angeht. Die Bundesregierung erhält zudem zwei Plätze im Aufsichtsrat. Der WSF verpflichtet sich allerdings, seine Stimmrechte auf den Hauptversammlungen nicht auszuüben, es sei denn, es würde sich um einen Übernahmefall handeln.

Besser als erwartet

In meinen Augen scheint die Staatshilfe nun doch besser auszufallen, als eingangs erwartet. Vor allem scheint nun etwas mehr Sicherheit rund um die Lufthansa-Aktie einzukehren. Szenarien wie ein Schutzschirmverfahren oder eine Pleite rücken damit weiter in die Ferne. Insgesamt empfinde ich persönlich diese Kompromisslösung als annehmbar, doch werfen wir auch hier einen detaillierten Blick auf die einzelnen Aspekte.

Die Vergütung des stillen Kapitals finde ich mit 4 % zu Beginn angemessen, da vor allem dieses und kommendes Jahr für die Lufthansa hart sein werden. Ab 2022 dürfte die Nachfrage nach Flügen bereits wieder ansteigen und die Umsätze und Gewinne dementsprechend wieder ansteigen. Dass die Vergütung dementsprechend steigt, ist nachvollziehbar. Über die Höhe der Vergütung mit bis zu 9,5 % lässt sich allerdings streiten.

Durch die Kapitalerhöhung, bei der die Lufthansa-Aktien zum Spottpreis über den Tresen gehen, sichert sich der WSF einen großen Batzen an dem Luftfahrtkonzern. Die damit einhergehende Folge für bisherige Aktionäre: Verwässerung der Anteile.

Der Bezugspreis dürfte deshalb so gering gewählt sein, damit der Mindestveräußerungspreis entsprechend niedrig ist. Außerdem ist die Verzinsung mit 12 % relativ hoch und würde bei einem höheren Bezugspreis für eine weitaus stärkere Dynamik bei den Kosten sorgen.

An sich ist diese Verkaufs-Deadline sehr gut zu heißen. Damit können Anleger durchatmen, die eine Verstaatlichung befürchtet haben. Die Verzinsung finde ich allerdings für eine Rettung etwas hoch. Ebenfalls positiv zu werten ist meines Erachtens die Stimmenthaltung der gestellten Aufsichtsräte.

Doch ich als Außenstehender habe darauf möglicherweise einen ganz anderen Blick. Altaktionäre dürften weniger erfreut über so manchen Teil dieses Staatsdeals sein.

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Sollte man als potenzieller Investor nun bei der Lufthansa-Aktie zuschlagen? Die Staatshilfe kommt tatsächlich besser als erwartet daher und macht die Deutsche Lufthansa dadurch interessanter.

Investoren sollten jedoch bedenken, dass der Weg zwar geebnet erscheint, allerdings noch die finale Zustimmung durch den Vorstand und den Aufsichtsrat erfolgen muss. Dazu muss zuerst eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden. Des Weiteren muss die Europäische Kommission den Staatsdeal absegnen.

Durch diese Mitteilung scheint wieder Licht am Ende des Tunnels sichtbar zu sein. Trotzdem bleibt die Lufthansa-Aktie im Moment für mich noch ein Spekulationswert. Und für einen solchen erscheint mir die Aktie nach wie vor zu teuer.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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