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Corona beschleunigt die Digitalisierung – warum ein ETF für diesen Trend nicht optimal ist

Foto: Getty Images

Durch die Corona-Epidemie verändert sich das Geschäftsleben grundlegend. Anstatt in den Flieger oder das Auto zu steigen, werden viele Gespräche per Videokonferenz abgehalten. In den meisten Fällen bringt die neue Kommunikationsform nicht mal Nachteile. Viel eher führt sie zu effizienterem Arbeiten und trägt zum Klimaschutz bei.

Allein an diesem Beispiel sieht man schon, der Trend zu mehr Digitalisierung wird sich in den nächsten Jahren verstärken. In der Corona-Pandemie sind es vor allem Unternehmen, die bei dem Thema Vorreiter sind, welche die Krise gut überstehen. Unternehmen, die bisher die Entwicklung verschlafen haben und die Krise trotzdem überleben, werden schnell aufholen müssen, um am Markt bestehen zu können.

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Am Markt gibt es verschiedene Produkte, um von diesem Megatrend zu profitieren. Heute möchte ich den ETF iShares Digitalisation UCITS (WKN: A2ANH3) und den aktiv gemanagten The Digital Leaders Fund (WKN: A2H7N2) vorstellen.

Grundlegendes zum ETF und Fonds

Der iShares ETF enthält 148 Positionen von Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen. Kein Unternehmen ist aktuell mit mehr als 1,73 % gewichtet. Die Verwaltungsgebühr ist mit 0,40 % äußerst gering. Auf der anderen Seite wird bei dem Digital Leaders Fund eine Verwaltungsvergütung von aktuell 1,5 % fällig. Zusätzlich gibt es noch eine erfolgsabhängige Vergütung von bis zu 15 % für die in der Abrechnungsperiode erwirtschaftete Rendite über dem MSCI World.

Dafür bekommt man ein konzentriertes Portfolio mit derzeit 34 Unternehmen, welche sich in drei Kategorien einteilen lassen. In der ersten Kategorie finden sich etablierte Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Im Gegensatz zur Konkurrenz sind diese bei der digitalen Transformation weiter und können sich dadurch einen Burggraben erarbeiten. In der zweiten Säule setzt das Management auf jüngere Unternehmen, welche durch ihre Geschäftsmodelle oder Plattformen unser Leben verändern. Die dritte Sparte stellen Betriebe dar, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen den Weg für den digitalen Wandel frei machen.

Ähnlich wie Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) beschränkt man sich bei der Auswahl von Einzeltiteln auf exzellente Unternehmen zu einem vernünftigen Preis. Ähnlich wie Warren Buffett versteht der Co-Gründer Stefan Waldhauser den Aktienkauf als mittel- bis langfristige Unternehmensbeteiligung. Das Management hat dabei einen Anlagehorizont von zehn Jahren. Neben den üblichen Finanzkennzahlen spielt die digitale Spur der Unternehmen eine zentrale Rolle im Auswahlprozess. Wie der zweite Gründer Baki Irmak erklärt, achten man auf Traffic-Daten einer Website, App-Download-Zahlen oder die Entwicklung der Daily und Monthly Active Users.

Performance und weitere Aussichten

Im laufenden Jahr haben der ETF und der Fonds mit einem kleinen in Euro gerechneten Verlust ähnlich abgeschnitten. Auf längere Sicht hätte sich eine Anlage in den Digital Leaders Fund, trotz der höheren Gebühren, gegenüber dem iShares Digitalisation UCITS ETF ausgezahlt. Seit Auflage am 15.03.2018 konnte der Fonds bis zum 07.05.2020 um 32,3 % zulegen. Der ETF bringt es nur auf 17,5 %.

Der Digital Leaders Fund hält aktuell eine Cashquote von über 9 %. Das bedeutet, dass man bei weiteren Verwerfungen an den Märkten dynamisch reagieren kann. Bei einem Blick auf die größten Positionen Facebook (WKN: A1JWVX) und Tencent (WKN: A1138D) mache ich mir allein aufgrund der vorhandenen Liquidität keine Sorgen hinsichtlich des Überlebens der aktuell schwierigen Phase. Vielmehr werden die Unternehmen mit ihren starken Plattformen den Markt noch lange beherrschen und in immer neue Geschäftsfelder einbrechen.

Wie sollte man handeln?

Besonders gut gefällt mir an dem Digital Leaders Fund, dass er nicht nur auf Technologieunternehmen beschränkt ist. Wie das Management anmerkt, sind weniger als 50 % der enthaltenen Werte als Technologieunternehmen klassifiziert. Der Fonds ist daher als ein konzentrierter MSCI-World-Fonds mit Fokus auf Digitalisierung zu verstehen.

Die grundsätzliche Idee hinter dem ETF von iShares klingt ebenfalls ansprechend. Allerdings funktioniert das unkritische Investment in Technologieunternehmen in meinen Augen nicht wirklich. Viele der Geschäftsmodelle werden sich nicht durchsetzen und die erhofften Gewinne werden niemals eintreten.

Daher kommt bei mir der Digital Leaders Fund auf die Watchlist. Das Unternehmen veröffentlicht regelmäßig in seinem Blog Artikel zu den enthaltenen Unternehmen. Diese sind äußerst informativ und daher auch für alle Investoren interessant, die ihre Titelauswahl lieber selbst tätigen.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und Facebook. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien), Facebook und Tencent Holdings und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short June 2020 $205 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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