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Lufthansa-Aktie: Vorsicht vor einer zu heißen Turnaround-Wette!

Bild: Lufthansa Group

Die Aktie der Deutschen Lufthansa (WKN: 823212) ist im Moment zu einem heißen Thema in der Welt der Aktionäre geworden. In vielen Zeitschriften, Blogs, Podcasts und sogar auf YouTube wird darüber diskutiert, ob die Lufthansa-Aktie nicht eine hervorragende Chance auf eine Turnaround-Wette ist.

Viele Argumentationen sind darauf aufgebaut, dass man jetzt sehr günstig bei der Lufthansa-Aktie einsteigen könne. Langfristig wird sich die Vorzeige-Airline schon erholen – vor allem, wenn der Staat mit Steuergeldern einspringt, um dem Konzern zu helfen.

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Bezieht man den gegenwärtigen Kurs auf vergangene Ergebnisse und Erfolge der Fluggesellschaft, mag die Aktie durchaus günstig erscheinen. Einige Anleger scheinen dabei zu vergessen, dass an der Börse die Zukunft gehandelt wird. Mir fallen im Augenblick nicht viele andere Unternehmen ein, deren Zukunft so ungewiss erscheint wie die der Lufthansa.

Davon auszugehen, dass für die Aktionäre alles gut wird, wenn der Staat einspringt, ist ein Irrglaube. Der Staat ist üblicherweise nicht daran interessiert, Aktionären zur Seite zu stehen. Er ist eher darauf bedacht, ein deutsches Vorzeigeunternehmen zu retten, dass international für deutsche Qualität steht. Der Fortbestand des Unternehmens und der Marke ist wichtig, nicht jedoch die Gelder der Aktionäre. In der Vergangenheit wurde diese Mentalität zur Genüge kundgetan und umgesetzt.

Ein ewiges Hin und Her

Obwohl ein mögliches Insolvenzverfahren laut CEO Carsten Spohr (doch) nicht gewünscht ist, scheint die Staatshilfe noch lange nicht in trockenen Tüchern zu sein. Da Verkehrsminister Andreas Scheuer mittlerweile eine stille Beteiligung möglicherweise als ausreichend empfindet, scheint bei den zuständigen Politikern ein Streit über die Zuständigkeiten und Vorstellungen über das weitere Vorgehen entfacht zu sein.

Unabhängig davon, wie das Staatshilfe-Drama nun schlussendlich ausgehen wird – Investoren sollten sich der Risiken einer Turnaround-Wette bewusst sein. Gemeinsam werfen wir den Blick auf verschiedene Möglichkeiten.

Staatshilfe mit hohen Forderungen

Eine mögliche Flucht in ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung hat Carsten Spohr augenscheinlich nur als Drohgebärde genutzt, da die Forderungen der Bundesregierung aus seiner Sicht zu hoch sind.

Im Raum steht eine Summe von 9 bis 10 Mrd. Euro, die der Kranich-Airline zugutekommen soll. Im Gegenzug soll die Bundesregierung allerdings Aktienanteile in Höhe von 25,1 % des Unternehmens erhalten – eine sogenannte Sperrminorität. Mit den Anteilen könnte der Bund locker ein bis zwei Aufsichtsräte stellen und dementsprechend Einfluss auf den Vorstand nehmen und operativ in die Geschäfte der Fluggesellschaft eingreifen. Zudem sind die Zins- und Dividendenforderungen der Bundesregierung für den Kredit recht hoch ausgefallen.

Mögliche Folgen für Altaktionäre: Durch die Kapitalzufuhr könnten neue Aktien ausgegeben werden, die entsprechend der Bundesregierung zuteil werden. Dadurch erfolgt eine starke Verwässerung der Aktienanteile der Altaktionäre. Daneben bestehen Risiken einer zu hohen Verschuldung (hohe Zinsen) und daher, dass der Staat mit seiner Sperrminorität gefährlich in die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa eingreift.

Insolvenz in Eigenverwaltung

Diese Option wird offiziell nicht mehr angestrebt, aber offenkundig läuft der Lufthansa die Zeit davon. Pro Stunde werden etwa 1 Mio. Euro verbrannt. Ein Großteil der Cash-Reserven darf nicht für die Bezahlung von Fixkosten verwendet werden, sondern muss für Kundengeld-Rückzahlungen zurückgestellt werden.

Sollte die Bundesregierung nicht schnell genug Geld zur Hilfe schicken, wird der Lufthansa möglicherweise keine andere Wahl bleiben, als in ein Schutzschirmverfahren zu flüchten. In diesem Fall würde ein fachkundiger Sachbearbeiter bestellt, der versucht, Gelder zu beschaffen und den Konzern zu sanieren.

Mögliche Folge für Altaktionäre: Bei solchen Verfahren werden gerne neue Investoren ins Boot geholt (falls sich welche finden), die entsprechend mit Unternehmensanteilen belohnt werden. Mit Gläubigern werden oft Deals ausgehandelt, die es den Gläubigern ermöglichen, die vorhandenen Schulden in Eigenkapital umzuwandeln. Wenn diese Maßnahmen gelingen, droht eine Verwässerung der bisherigen Aktienanteile. Scheitern alle Versuche, gibt es ohnehin nicht mehr viel zu retten.

Gründung eines neuen Unternehmens

Das liest sich im ersten Moment verrückt, aber das hat es in der Vergangenheit gegeben. Vereinfacht gesagt würde das kriselnde Unternehmen ein Insolvenzverfahren eingehen, wodurch es im ersten Moment von den Forderungen der Gläubiger geschützt ist. Beispielsweise mithilfe von Staatsgeldern könnte eine neue Lufthansa gegründet werden, die alle wichtigen Vermögenswerte der alten Firma aufkauft.

Die neuen Unternehmensanteile werden üblicherweise entsprechend auf Staat, Gläubiger und Großaktionäre verteilt. Der kleine Privatinvestor könnte dabei das Nachsehen haben.

Too hot to touch

So verlockend eine Investition in die Lufthansa-Aktie scheinen mag, so risikobehaftet ist sie auch. Als Aktionär einzusteigen, bevor Klarheit herrscht, könnte unangenehme Folgen haben. Natürlich könnte die Rechnung aufgehen, wenn der Staat im Idealfall Gelder in Form einer stillen Beteiligung mit geringen Zinsen zur Verfügung stellt. Am besten mit der Option, dass die Lufthansa sich so schnell wie möglich freikaufen kann.

Ob man darauf wetten möchte, muss jeder für sich selber entscheiden. Für mich ist die Lufthansa-Aktie aktuell zu heiß für eine Turnaround-Wette. Lieber warte ich ab, was geschieht, und habe dann die Möglichkeit, mich als Neuaktionär zu positionieren, wenn mir gefällt, was ich sehe.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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